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Bad Düben Dübener Förderverein: „Prämie“ für Pfarrer in Rente
Region Bad Düben Dübener Förderverein: „Prämie“ für Pfarrer in Rente
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15:19 06.11.2018
Neuer Flyer, neue Ideen: Der Vorstand des Fördervereins „Sankt Nikolai“ um den Vorsitzenden Christian Melzer (vorn, M.) will in den nächsten Wochen ganz gezielt neue Mitglieder und Spender ansprechen. Quelle: Olaf Majer
Bad Düben

„Pfarrer im Ruhestand – was ist das“, fragte mit schelmischem Lächeln Karl-Heinz Uth bei der Fördervereinssitzung am Montagabend im Dübener Lutherhaus. Der frühere Krositzer Pfarrer hat in Bad Düben so etwas wie eine neue Gottesdienst-Heimat gefunden und das Comeback einiger bekannter Pastoren vorbereitet, die eigentlich längst in Rente sind. Doch weil allerorten Personal fehlt, sind die Senioren am Predigtpult wieder gefragt. Und so hielten in St. Nikolai neben Uth und Friedemann Steiger (Krippehna) zuletzt auch die früheren Dübener Stadtpfarrer Christoph Werner und Johannes Staemmler wieder an ihrer früheren Wirkungsstätte Gottesdienste.

Bis zu 50 Euro Aufwandsentschädigung

Bislang kamen sie allerdings als „Wanderprediger“ ohne Lohn, von der Fahrtkostenerstattung abgesehen. Das soll sich nun ändern. Da bislang eine Regelung auf Kirchenkreisebene fehlt, will die Dübener Kirchgemeinde allein vorangehen. Die Fördervereinsmitglieder legten fest: Wer zwei Gottesdienste am Sonntag hält (Bad Düben und in den Kirchen Tiefensee, Schnaditz oder Wellaune) bekommt 50 Euro, für einen Dübener Gottesdienst allein 40 Euro. Diese Aufwandsentschädigung gilt auch für Prädikanten oder andere Laien, die zum Gottesdienst befähigt sind. Voraussichtlich bis zu zweimal im Monat kann dieser Fall eintreten – immer dann, wenn Andreas Ohle (wird ab Januar 2019 auf die verbliebene halbe Pfarrstelle in Bad Düben eingeführt) nicht predigt und ein anderer hauptamtlicher Pfarrer nicht einspringt.

Dübener Antrag an die Synode

Nicht allen Fördervereins-Mitgliedern schmeckte allerdings dieser Alleingang. „Der Kirchenkreis hat uns ja die Pfarrstelle halbiert, also muss doch eigentlich Geld für solche Aufwandsentschädigungen da sein“, bemerkte Erika Papert. Der Förderverein fasste daher einen weiteren Beschluss: Gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat soll ein Antrag an die nächste Synode (Kirchenparlament) im Frühjahr 2019 gestellt werden, wonach diese Aufwandsentschädigung künftig für alle im Kirchenkreis verbindlich geregelt wird. Fällt dieser Beschluss, dann wäre der Dübener Alleingang mit der „Rentner-Prämie“ aus der Vereinskasse beendet.

Knapp 13 000 Euro auf dem Konto

Erfreuliches in Sachen Finanzen und Mitglieder hatten Vereinschef Christian Melzer und Kassenwart Peter Sambale zu verkünden. Seit der Eröffnung des Vereinskontos Ende August sind knapp 13 000 Euro eingegangen, einige der bisher 32 Mitglieder hätten neben ihren Beiträgen auch schon mehrfach gespendet. „Wir sind auf einem guten Weg, haben aber auch ein stolzes Ziel vor Augen“, so Melzer. Um solide über mehrere Jahre eine ganze Pfarrstelle zur Hälfte mit Spenden zu finanzieren, müsse man in Richtung 100 000 Euro schauen.

Aufgabe sei es deshalb, in den nächsten Wochen viele Dübener und Freunde der Gemeinde gezielt anzusprechen. Helfen soll dabei ein neuer Flyer, der das „Warum“ und das „Wie“ auf dem Weg zum Erhalt der Kurstadt-Pfarrstelle in kurzen Sätzen erklärt und um Spender und neue Mitglieder wirbt. Auch eine kulturelle Benefizveranstaltung im nächsten Jahr sei denkbar, um den Kontostand zu steigern.

Martin Luther als Mutmacher

Fünf Jahre haben die Dübener mit der vereinbarten Amtszeit des „halben“ Pfarrers Ohle nun Zeit, um wieder einen „ganzen“ Pfarrer mit ihren Spenden zu ermöglichen. Viele hoffen, dass es schneller geht. Als Mutmacher haben sie immerhin Martin Luther gewonnen. Im Flyer steht der Reformator mit dem kämpferischen Zitat: „Bittet, rufet, schreiet, suchet, klopfet, poltert! Und das muss man für und für treiben, ohne Aufhören!“

Von Olaf Majer

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