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Bad Düben Dübener Freibad soll ökologisches Jugendcamp werden
Region Bad Düben Dübener Freibad soll ökologisches Jugendcamp werden
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Solche Tonnenhäuschen zum Übernachten sollen in Zukunft im Freibad stehen. Quelle: Stadt Bad Düben
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Bad Düben

Konkret möchte die Kurstadt das erst am 5. Oktober aufgelegte Bundesprogramm mit dem Titel "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (soziale Infrastruktur)" nutzen. "Den entsprechenden Beschluss haben wir im Ältestenrat gefasst. Die bereits bis zum 28. Oktober geforderte Interessenbekundung ist abgegeben", erklärte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Das Projekt habe Hand und Fuß, ist sich die Stadtchefin sicher. Sie weiß aber gleichwohl, dass es bei dem 100-Millionen-Euro-Programm, bei denen pro Einzelprojekt zwischen ein bis vier Millionen Euro Investitionssumme gewünscht werden, wohl realistischerweise nur zwei bis drei geförderte Objekte in ganz Sachsen geben kann. Doch Bad Düben, das sich ja schon seit Langem mit der Zukunft des in die Jahre gekommenen Freibades beschäftigt, wirft ein stimmiges Konzept in den Ring. "Wir planen, unser Freibad nicht nur zu einem ökologisch betriebenen Bad inklusive vollbiologischer Kläranlage umzubauen. Wir wollen mit dem Projekt auch unseren Anspruch als ökologische wie integrative Kurstadt weiter verwirklichen."

So gibt es mit etlichen Vereinen und der Bundespolizei bereits Abstimmungen, dass die bereits bestehende Projektgruppe "Sport statt Gewalt" ihre Angebote dann dort in Camps anbieten kann. Außerdem soll der Naturpark mit Umwelt-Bildungsangeboten ebenso ins Boot geholt werden wie der zu aktivierende Kriminalpräventive Rat. "Wir können nicht immer nur schön bauen, auch die Inhalte müssen stimmen", so Münster. Es soll aber auch in die Sanierung samt Verkleinerung der Wasserbecken investiert werden. Campteilnehmer, aber auch Familien und Großeltern, die mit dem Nachwuchs auf Kurzurlaub sind, können dann auf dem Campingplatz oder aber in einer der fünf geplanten kleinen Häuschen, in denen je vier Betten stehen, übernachten. Münster sieht diese schon vor sich. Denn bei der Bürgermeisterfahrt des Städtebundes Dübener Heide habe sie im Flora-Park in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen kleine Tonnenhäuschen aus Holz gesehen. "Die würden auch bei uns gut passen und unser Übernachtungsportfolio um eine weitere Option erweitern."

Ob das Projekt und damit auch die Tonnen kommen, steht noch in den Sternen. Die Dübener arbeiten mit Hochdruck an der bis zum 13. November einzureichenden Projektskizze. Am 4. Dezember entscheidet das Land Sachsen über die Förderfähigkeit. Am 22. Dezember heißt es dann bei einem Auswahlvorschlag des Bundesumweltministeriums dabei zu sein. Schlechte Karten habe die Kurstadt sicher nicht, meint die Stadtchefin. Bekommt Bad Düben den Zuschlag - darüber würde es dann im Januar Klarheit geben -, geht es recht schnell. Denn schon bis Ende 2018 muss das Projekt realisiert sein.

Ilka Fischer

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