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Dübener Friedensdekade: Ehrenbürger und Liedermacher in der Stadtkirche zu Gast

"Grenzerfahrung" Dübener Friedensdekade: Ehrenbürger und Liedermacher in der Stadtkirche zu Gast

Für die Friedensdekade, die vom 8. bis 18. November in Bad Düben stattfindet, trifft das Organisationsteam derzeit die letzten Vorbereitungen. "Dass es sich dabei in Bad Düben um eine Ökumene und um die 33. Auflage handelt, ist schon was Besonderes", weiß Pfarrer Jörg Uhle-Wettler.

Christoph Hein (li.) und Hans-Eckardt Wenzel bereichern die diesjährige Friedensdekade in Bad Düben.

Quelle: Andre Kempner/Wolfgang Zeyen

Bad Düben. Das bundesweite Thema lautet in diesem Jahr "Grenzerfahrung". Als das im Frühjahr beschlossen wurde, so der evangelische Pfarrer, sei noch nicht klar gewesen, dass das Wort Grenze wenige Monate später aufgrund der Flüchtlingsproblematik noch einmal eine ganz andere Bedeutung erfahren sollte. Jörg Uhle-Wettler ist sich sicher, dass die Flüchtlingsproblematik auch bei Christoph Hein eine Rolle spielen wird. Er kommt am Montag, dem 9. November, in seine Heimatstadt. Der renommierte Schriftsteller, der 2011 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Düben erhielt, habe auf die Anfrage der Stadtverwaltung sofort zugesagt und wird gemeinsam mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel ab 19 Uhr in der Stadtkirche auftreten. "Ich bin sicher", so der Pfarrer, "es wird bei den politisch engagierten Künstlern den einen oder anderen aktuellen Bezug geben. Zumal Hans-Eckardt Wenzel gerade auch in Flüchtlingslagern unterwegs war."

Dennoch möchten die drei Dübener Kirchengemeinden - neben der evangelischen Gemeinde ziehen die katholische und die der Adventisten an einem Strang - das Thema auch breiter angelegt sehen. "Grenzerfahrungen gehören in vielerlei Hinsicht zum Leben dazu", weiß Jörg Uhle-Wettler. "Grenzerfahrungen auszuloten, das kann bitter und dennoch auch heilsam sein." Daher wird in der Friedensdekade auch der Kinofilm "Das Salz der Erde" gezeigt, der am Donnerstag, dem 12. November, um 19.30 Uhr über die Leinwand in der Aula der Evangelischen Grundschule flimmert. Dieser Film, der mit seinem Blick auf das Leben und Werk des weltberühmten Fotografen Sebastião Salgado berührendes Zeugnis vom menschlichen Leid in Krisengebieten der Welt einerseits und der Schönheit der Schöpfung andererseits ablegt, bewegt. Eine Parabel über Vision und Wahnsinn.

Daneben gibt es auch in diesem Jahr wieder Altbewährtes. Dazu gehört der Eröffnungsgottesdienst mit anschließendem Mitbringbuffet in der Adventgemeinde am Sonntag, dem 8. November, ebenso das Martinsspiel am 10. November. Es beginnt um 17.30 Uhr in der katholischen Kirche und endet mit dem Laternenumzug im Pfarrgarten der evangelischen Kirche. Am Sonnabend, dem 14. November, gibt es zudem das Abendsingen der Kurrende samt begleitender Worte von Pfarrer Jörg Uhle-Wettler. An der Orgel ist Konstanze Topfstädt aus Delitzsch zu Gast.

Stammgast der Friedensdekade ist inzwischen Dr. Gerhard Begrich aus Berlin. Für Jörg Uhle-Wettler, der mit ihm bereits vier Bücher herausgegeben hat, ist es "immer wieder unglaublich, wie der studierte Ägyptologe und Theologe Geschichten aus der Bibel mit der Wirklichkeit verbindet". In diesem Jahr wird er am Dienstag, dem 17. November, um 19.30 Uhr im Lutherhaus zum Propheten Jeremia sprechen. Den Abschluss der Dekade, bei der an weiteren sechs Tagen um 18.30 Uhr zu Friedensgebeten in die Stadtkirche eingeladen wird, bildet der Gottesdienst am Buß- und Bettag um 18.30 Uhr in Sankt Nikolai.

Die ökumenische Friedensdekade findet alljährlich in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag statt. 1980 wurde sie von den Kirchen in der BRD und in der DDR eingeführt. Von Anfang an war das Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" zum Erkennungszeichen der Friedensdekaden in der ehemaligen DDR geworden.

Ilka Fischer

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