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Bad Düben Dübener Heide: Die besten Stämme kommen unter den Hammer
Region Bad Düben Dübener Heide: Die besten Stämme kommen unter den Hammer
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00:18 28.11.2016
Peter Grunewald vom Forstbezirk Taura ist Referent für Privat- und Körperschaftswald. Vor der Submission begutachtet und vermisst er jeden Stamm und kennzeichnet ihn mit einer Nummer. Quelle: Steffen Brost
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Rote Jahne

Derzeit laufen in vielen Forstrevieren die Vorbereitungen für die alljährliche Holzsubmission. Für den 7. Dezember ist das forstwirtschaftliche Verkaufsverfahren, bei dem wertvolles Rohholz an Meistbietende veräußert wird, in Dresden angesetzt. Dort ist dann auch Holz aus der Dübener Heide zu haben.

Stämme werden vermessen

In der Nähe der Roten Jahne bei Eilenburg begutachtete dieser Tage Peter Grunewald vom Forstbezirk Taura 30 Festmeter Eichenholz. „Ich vermesse die Stämme und versehe sie mit Nummern“, so Grunewald. Er ist Referent für Privat- und Körperschaftswald und jedes Jahr für die Submission mit verantwortlich. „Mir melden die Forstbezirke und Privatwaldbesitzer die Bäume, die in den Verkauf gehen sollen. Meist schaue ich mir sie schon an, bevor sie gefällt werden. Da wird bereits eine Vorauswahl getroffen. Das zweite Mal komme ich, wenn sie gefällt sind“, erklärt Grunewald weiter.

Das Holz wird vielerorts derzeit noch in den Wäldern eingeschlagen und vorbereitet. Bei der Fällung und dem späteren Transport ist größte Vorsicht geboten, denn das Holz darf nicht aufreißen und beschädigt werden. Es handelt sich vor allem um qualitativ hochwertige Eiche, die bei einem Schaden stark an Wert verlieren und für die Submission unbrauchbar würde, so Saskia Petzold vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Forstbezirkes Taura. Das Fällen der hochwertigen Einzelbäumen ist deshalb mit viel Aufwand verbunden. Aus diesem Grund steigt der Preis für den Einschlag. Kommt es aus Versehen zu einem Spannungsriss bei der Fällung, sodass der Stamm auf- oder einreißt, war die ganze Arbeit umsonst, denn dann ist das Holz nicht mehr attraktiv genug, um bis nach Dresden auf die Submission gefahren zu werden.

Höchstpreise bis 500 Euro pro Kubikmeter

Grunewald inspiziert deshalb jeden Baum ganz genau. „Der Baum sollte gerade gewachsen sein und nur einen durchgehenden Stamm besitzen. Der Stamm darf sich nicht in sich drehen und sollte, wenn möglich, keine Beschädigungen haben. Dadurch können Pilze, Bakterien und andere Organismen ins Holz eindringen und es zerstören. Meistens werden starke Stämme gewünscht, ab einem Durchmesser von 50 Zentimetern und mehr. Häufig handelt es sich um die unteren vier oder fünf Meter eines Stammes, denn dort liegen die edelsten Stücke eines Baumes“, weiß der Experte.

Vor allem Eiche ist bei den Submissionen heißt begehrt. Sie erreichen Höchstpreise von durchschnittlich 500 Euro pro Kubikmeter. Zur vergangenen Holzsubmission war eine 5,90 Meter lange Stieleiche am wertvollsten. Der gesamte Stamm war einem Furnierhersteller aus Österreich 3800 Euro wert.

Ab Mitte Dezember können Interessenten das Holz an einem zentralen Lagerplatz in Dresden besichtigen, wofür ein mehrwöchiger Zeitraum, meist bis Mitte Januar veranschlagt ist. Anschließend können sie Gebote für bestimmte Lose in einem verschlossenen Umschlag an den Submissionsausrichter beziehungsweise einen Verkaufs-Beauftragten einreichen. Die Preisvorstellungen sind dabei in der Regel in Euro pro Festmeter anzugeben.

Holz auch an die Möbelindustrie und den Weinfassbau

Am Submissionstag werden die Briefe geöffnet und im Beisein der Bieter oder öffentlich verlesen. Nach Auswertung der Gebote erhält der Meistbietende den Zuschlag für ein Los. Viel Holz geht auch an die Möbelindustrie und den Weinfassbau. Oftmals geben aber auch Orgelbauer, Furnier- und Parketthersteller Gebote ab.

In diesem Jahr werden rund 60 Festmeter Holz aus dem Forstbezirk Taura in Dresden zur Submission bereitgestellt. Ein Großteil kommt dabei aus der Dübener Heide. Grunewald hofft, dass sämtliche Stämme einen Käufer finden. „In der Regel bleibt nicht viel übrig. Wenige Reststämme werden am Ende zu günstigen Preisen abgegeben.“ In Deutschland werden Submissionen von größeren privaten Forstbetrieben ausgerichtet. Auch in hiesigen Breiten gehören die Holzverkäufe jedes Jahr dazu.

Von Steffen Brost

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