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Bad Düben Dübener Heide: Künstler schwitzen bei 40 Grad
Region Bad Düben Dübener Heide: Künstler schwitzen bei 40 Grad
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10:42 30.07.2018
David Lenning aus Sachsen-Anhalt sägt zum Holzskulpturenwettbewerb in der Dübener Heide die Skulptur "Abhängigkeit". Links im Bild Künstler Alf Kampfmeier. Quelle: Steffen Brost
Tornau

Rekordhitze beim 19. Internationalen Holzskulpturenwettbewerb im Heidedorf Tornau: Fast bis an die 40 Grad Marke kletterte die Quecksilbersäule. 38 Künstler aus allen Teilen Deutschlands sowie aus Polen, Dänemark, Schweiz, Litauen, Österreich und England schnitzten dennoch auf Einladung des Heidedorfes und des Vereins Dübener Heide aus zwei bis drei Meter hohen Baumstämmen wahre Kunstwerke.

Wettbewerb steht unter Motto

In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Wenn die Bienen sterben, sterben auch die Menschen“. Bevor jedoch die Kettensägen kreischten, pflanzten die Akteure in Andenken und Würdigung an dem in diesem Jahr verstorbenen Initiator dieser Veranstaltung, Heidemaler Wolfgang Köppe, eine Heidebuche auf dem Festplatz.

Dann ging das Spektakel auf der große Schnitzerwiese los. „Es läuft fast alles wie immer. Wir haben ein paar Sicherheitshinweise mehr wegen der Hitze herausgeben. So darf das Holz durch die Teilnehmer nicht mit Flammen bearbeitet werden und auf dem Parkplatz stehen die Fahrzeuge in größeren Abständen nebeneinander. Außerdem ist die Feuerwehr in Bereitschaft“, sagte Ortsbürgermeister Udo Reiß.

Deutlich weniger Besucher

Doch die Hitze sorgte auch dafür, dass in diesem Jahr deutlich weniger Besucher kamen. „Wir haben am Ende etwa 3000 gezählt. Damit blieben wir hinter den Erwartungen zurück. Schuld waren eindeutig die hohen Temperaturen“, sagte Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide.

Kunst mit der Kettensäge: Rund 40 Aktive sind am Wochenende im Naturpark Dübener Heide zu einem Holzskulpturenwettbewerb angetreten.

Dass sie wegen der Hitze nicht antreten, kam für Jürgen Pisarz aus Bad Düben und Heiko Kappke aus Rösa nicht in Frage. „Ich bin seit 2005 immer dabei. Da stört das Wetter nicht. Wir haben uns ein schattiges Plätzchen gesucht und arbeiten mit vielen Pausen“, erzählte Pisarz.

Reichlich Getränke sind ein Muss

Jede Menge Getränke hatten Frank Müller und Torsten Spalteholz aus Doberschütz im Gepäck. Müller gehört schon zu den Stammgästen in Tornau. Spalteholz ist dagegen Neuling. „Das Schnitzen ist für mich Hobby. Nach Feierabend greife ich oft zur Kettensäge und fange an kreativ zu werden“, sagte der Rettungsassistent.

Zu den Weitgereisten gehörte neben dem Litauer Robertas Keliauskas der Schweizer Alf Kampfmeier. Aber eigentlich ist Kampfmeier gar kein Eidgenosse, sondern stammt nur einen Steinwurf von Tornau entfernt her. Denn den Schwemsaler zog es vor Jahren in die Schweizer Berge. In Savognin, im Kanton Graubünden, arbeitet er als Förster. „Ich komme jedes Jahr gerne zum Kettensägenfestival, um Freunde und alte Bekannte zu treffen. Das ist immer eine tolle Party“, so Kampfmeier.

Jugendgruppe aus England

Auch 13 junge Engländer waren in diesem Jahr wieder mit dabei. Sie befinden sich gerade im Rahmen eines Austauschprojektes Erasmus im Naturpark und arbeiten im Naturschutz und in der Landschaftspflege. „Seit 1997 gibt es das Projekt. Die Engländer bauen Rasthütten, pflegen Wiesen und nehmen am Kettensägenwettbewerb teil“, sagte Peter Kaiser vom Bildungshaus Heideland.

Die Besucher konnten auf dem Fest ihren Favoriten unter den Künstlern wählen. „Es waren alles schöne Werke. Es ist schon erstaunlich, was für teilweise filigrane Dinge mit den zum Teil groben Werkzeugen entstehen. Mein Favorit ist der Honigbär von Frank Müller aus Doberschütz“, sagte Annegret Winkler aus Leipzig.

Auch das Rahmenprogramm stimmte und die Abendveranstaltung mit der Band Stephan Michme and the Gentlemens-Club lockte Besucher an die Bühne. „Das waren deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Auch die paar Tropfen Regen taten der Stimmung keinen Abbruch“, erzählte Händler Klaus Wirtz.

Heidemarkt mit vielen Angeboten

Am zweiten Tag bummelten viele zwischen den Künstlern und dem kleinen Heidemarkt. Unter der Marke „Bestes aus der Dübener Heide“ boten die Händler selbstgemachte Marmeladen, Tees, handgemachte Seifen, den traditionellen Heidebrand und vieles mehr an.

Viele Küsse gab es dann bei der Siegerehrung. Die verschenkte Köhlerliesel Norma Austinat an die besten Künstler. Gottfried Weihe, der viele Jahre über einen Verein die Gutsscheine in Schwemsal betrieben hatte und damit das kulturelle Leben auf dem Land bereicherte, bekam den Heidepreis 2018 für das positive Wirken der Kulturscheune auf die gesamte Region verliehen.

Das sind die Gewinner

Außerdem wurden die Gewinner prämiert: der Köppe-Preis ging an Alf Kampfmeier (Schweiz) für „Symbiose“ und Olaf Jensen (Sachsen-Anhalt) für „Biene im Glück“: Den Zuschauerpreis erhielt Alf Kampfmeier für „Symbiose“, den Künstlerpreis Ted Behrens (Mecklenburg-Vorpommern) für „Die Masse“.

Von Steffen Brost

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