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Dübener Heide rechnet mit 6,9 Millionen Euro EU-Geldern

Dübener Heide rechnet mit 6,9 Millionen Euro EU-Geldern

120 Seiten liegen vor Naturparkleiter Thomas Klepel. Das Papier ist noch warm. Es kam gerade aus dem Laserdrucker. Es ist die sogenannte LES - die Leader-Entwicklungs-Strategie für den sächsischen Teil der Dübener Heide.

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Roland Märtz, LAG-Chef in der Dübener heide, Sachsen

Quelle: Manfred Lüttich

Bad Düben/Eilenburg. Am Freitag muss dieses Bewerberkonzept dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden zur Bestätigung vorliegen. Denn es geht um die neue EU-Förderphase, die bis 2020 andauern wird, und ein Millionen-Budget, das der Region und damit den Kommunen, Institutionen und der Wirtschaft in Aussicht steht, um investive Vorhaben mit Hilfe von EU-Geldern zu realisieren. 6,9 Millionen Euro, so der Stand der Dinge, werden dem sächsischen Teil der Dübener Heide voraussichtlich zur Verfügung stehen.

Die vergangenen Monate waren für die Akteure um Roland Märtz, CDU-Bürgermeister in Doberschütz und zugleich Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), und Naturparkleiter Klepel - der Verein Dübener Heide ist Träger der ländlichen Entwicklung - arbeitsintensiv. In über 20 Workshops unter großer Bürgerbeteiligung ging es um die Inhalte des Konzeptes, welches das Institut für angewandte Geoinformatik und Raumanalysen Dessau erstellt hat und das aufbauend auf die bisherige Strategie neue Schwerpunkte setzt. Im Fokus stehen dabei drei große Themenfelder: Beschäftigung, Natur und Heimat.

Wohin die Region steuern will, ist klar definiert: Es geht im Kern um eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Heide als Naherholungs- und Gesundheitsregion. Priorität haben Investitionen "in eine zukunftsfähige und demografischen Entwicklungen berücksichtigende Verkehrs- und Nahversorgungsinfrastruktur". Über 2,9 Millionen Euro sollen allein in diesen Bereich fließen. Weitere 1,6 Millionen Euro für Leerstandsmanagement von Gebäuden und die Förderung von Wohn- und Gewerbeansiedlungen mit dem Ziel, Gemeinden so attraktiv zu machen, dass junge Menschen hier ihren Lebensmittelpunkt behalten oder gar finden. Über eine Million Euro soll dem Bereich Fachkräftepotenzial und Förderung von Unternehmen und Existenzgründungen zur Verfügung stehen. Und über 600 000 Euro für die Profilierung als "qualitativ hochwertige, weitgehend barrierefreie Gesundheits-, Naturerlebnis- und Outdoor-Region". Nicht zu vergessen der Bereich Naturschutz und Förderung der Artenvielfalt.

LAG-Chef Roland Märtz macht keinen Hehl daraus, dass neben privaten Akteuren auch die Kommunen zwischen Bad Düben, Eilenburg, Torgau und Dommitzsch im großen Umfang von den Geldern profitieren wollen. Sie finanzieren letztlich anteilig das Regionalmanagement, das den EU-Förderprozess koordinieren wird.

"Es gibt bereits viele Ideen und wir haben die Strategie mit zahlreichen Projekten unterlegt", sagt Märtz. "Das Konzept ist ein gutes Ergebnis für die Region." Es sei aber auch kein starres Gebilde. Gerade bei Projekten - 155 sind bereits im Konzept aufgelistet - könne es im Laufe der nächsten Jahre Veränderungen geben. Fest steht indes: Projektträger erhalten maximal 150 000 Euro Fördergeld. Durch diese Deckelung und aufgrund der Budgetierung könnten jedoch vielfältige Vorhaben umgesetzt werden. Die Mitglieder der LAG entscheiden darüber. Nur Kirchgemeinden, die ihre Gotteshäuser sanieren wollen, kommen diesmal nicht in den Genuss der Förderung.

Märtz ist jedenfalls optimistisch, auch was die Zeitschiene angeht. Er rechnet mit einer Bestätigung des Bewerberkonzeptes im März, sodass die heiße Phase der EU-Förderung im Juni starten kann. Das erste Geld dürfte aber dieses Jahr nicht mehr fließen, voraussichtlich im November gebe es die ersten bestätigten Projekte. Aber dies sei nicht weiter schlimm - denn Zeit ist bis 2020, sagt Märtz. Und die LAG will sich nicht unter Druck setzen, sondern sorgsam mit den EU-Mitteln und deren Vergabe umgehen.

Diesen Maßstab legt auch Naturparkleiter Klepel für die Dübener Heide im Land Sachsen-Anhalt an, wo er die LAG leitet. Dort wird gegenwärtig das Leader-Konzept erstellt; es soll im März vorliegen. Inhaltlich werden die gleichen Schwerpunkte wie in Sachsen gesetzt. Alles andere wäre kontraproduktiv. "Spannend insgesamt sind Themen wie bürgerschaftliches Engagement, Artenschutz und Regionalentwicklung, Mobilität und die Anbindung der Dübener Heide an Leipzig-Halle mit der Schaffung einer Willkommenskultur für Städter, also dass man sich wohlfühlt, hier auf dem Land zu leben", sagt Klepel.

www.naturpark-duebener-heide.com

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2015
Von Nico Fliegner

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