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Dübener Heide will erste Qualitätsregion Wanderbares Deutschland im Osten werden

Heidekonferenz Dübener Heide will erste Qualitätsregion Wanderbares Deutschland im Osten werden

Die Dübener Heide will sich mit dem Siegel Qualitätsregion Wanderbares Deutschland schmücken. Möglichst schon zum Sächsischen Wandertag, der im September 2017 vor Ort stattfindet. Doch auf dem Weg dahin, gibt es noch viele Hürden zu überwinden.

Anne-Marie Hiller, Regionalmanagement Dübener Heide, Koordinatorin bei der Zertifizierung zur Qualitätswanderregion.

Quelle: Ilka Fischer

Bad Düben. Eins vorab. Die Antwort auf die Frage, ob der Naturpark Dübener Heide zum Sächsischen Wandertag im September 2017 schon in eine zertifizierte Qualitätsregion Wanderbares Deutschland einladen kann, ist weiter offen. Auf der Heidekonferenz, zu der sich am Donnerstag rund 70 Mitglieder der beiden Leader-Aktionsgruppen der Dübener Heide in Sachsen und Sachsen-Anhalt, potenzielle Akteure der Qualitätswanderregion und Vertreter der Kommunen im Heide Spa trafen, wurde in erster Linie eine Positionsbestimmung vorgenommen. Das Fazit: Das Ziel ist ambitioniert, aber machbar. Klappt es, wäre die Dübener Heide nach dem Sauerland, dem Frankenwald und dem ZweiTälerLand im Schwarzwald die vierte Qualitätsregion Wanderbares Deutschland bundesweit und die erste in Ostdeutschland.

330 Kilometer Wegenetz und viele Eigentümer

Anne-Marie Hiller, beim Regionalmanagement Dübener Heide die zuständige Projektkoordinatorin, weiß: „Der Teufel steckt im Detail.“ So verwies sie darauf, dass es bei dem 330 Kilometer umfassenden Wegenetz der Dübener Heide sehr viele Eigentümer gibt. Mitunter seien sie selbst für den Weg und das Schild, das unmittelbar daneben errichtet werden soll, verschieden. Und mit allen müsse man sich abstimmen. Dass die aus Söllichau stammende Diplomgeografin das Schilderbeispiel anführt, ist kein Zufall. In ihrem Referat hatte sie schließlich die Komplettierung der Wegemarkierung als eine der größten Herausforderungen auf den Weg zur Qualitätsregion genannt. „Im Teil von Sachsen-Anhalt ist dies bereits erledigt. Sachsen muss nun noch folgen.“ Wie so oft, stellt die Finanzierung das größte Problem dar. So werden für die Realisierung des aus Wegweisern, Markierungen, Rastplätzen und Bänken bestehenden Gesamtpakets in Sachsen rund 180 000 Euro benötigt. „Die Förderanträge dafür sind fertig“, so Anne-Marie Hiller. „Unser Ziel ist es, im Frühjahr mit der Umsetzung vor Ort starten zu können.“

Qualitätsgastgeber brauchen noch Verstärkung

Doch es wird auch in anderen Bereichen gearbeitet. Die gerade erneut als Qualitätswanderweg zertifizierte Heide-Biber-Tour gehört dazu. Luft nach oben gibt es beispielsweise noch bei den Qualitätsgastgebern Wanderbares Deutschland. Bisher gebe es 13. Das Restaurant Tratoria al Faro an der Goitzsche gehört dazu. Inhaberin Korinna Hess: „Wir signalisieren damit, dass wir die Kriterien für Wanderer erfüllen und haben damit zugleich den Anschluss an die Dübener Heide.“ Dass die Zertifzierung oder auch die Ausweisung von Ausflugszielen als Heidemagnet leider immer auch koste, darauf verwies Gottfried Weihe von der Gutsscheune Schwemsal. „Wir konnten nicht mehr Heidemagnet bleiben. Die Kosten von 540 Euro pro Jahr sind einfach zu viel für uns“, bedauert er, da er die Idee dahinter gar nicht so schlecht findet.

Finanzen bleiben immer ein Thema

Das Geld, so hatte zu Beginn der Konferenz Markus Franz, Geschäftsführer vom Frankenwald Tourismus, in seinem Erfahrungsbericht verdeutlicht, werde wohl immer eine Rolle spielen. Dank einer großzügigen Anschubfinanzierung von einer Million Euro werde sich in dem mit 4200 Kilometern Wegen ausgestatteten und 2015 zertifizierten Frankenwald das Problem aber erst in den nächsten Jahren so richtig zeigen. „Denn die Wanderkarten oder auch die den Gastgebern zur Verfügung gestellten Lunchboxen müssten künftig ohne Förderung refinanziert werden.“

Auch mit dem Siegel ist man noch nicht am Ziel

Aus seiner Sicht lohne sich der Kampf um die Zertifizierung, auch wenn der Frankenwald nicht plötzlich deshalb von Wanderern überrannt werde. Doch auch die mit der Zertifizierung verbundene Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit hätte schon mehr Wanderer in die Region gebracht. Es findet auch andernorts Aufmerksamkeit. „So werben jetzt selbst Baugrundstücksanbieter mit dem Siegel.“ Zudem, so konnte er feststellen, würden Einheimische ihre Region jetzt anders sehen. „Wir haben jetzt viele, die die 30 ausgewiesenen Steigla, das sind extra ausgewiesene Wege, die zwischen 5 und 17 km lang sind, nun auch mal alle selbst ablaufen.“ Und eine weitere fränkische Erfahrung gab er in Bad Düben noch mit auf den Weg: Man kommt nie an. „Verbesserungen gehen immer. Auch wir sind mit dem Erhalt des Siegels noch lange nicht am Ziel.“

Von Ilka Fischer

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