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Bad Düben Dübener Kleingärten im Wettbewerbsfieber
Region Bad Düben Dübener Kleingärten im Wettbewerbsfieber
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16:25 19.05.2015
Jürgen Schwertner (links), der Vorsitzende des Kleingartenvereins Am Schwarzbach, informiert die Jury über die Gartenanlage. Quelle: Steffen Brost

Der Grund: Beide Vereine beteiligen sich beim Kreiswettbewerb "Nordsachsens schönste Kleingartenanlage".

Beim Kleingartenverein "Am Schwarzbach" wurde die siebenköpfige Jury von Jürgen Schwertner begrüßt. Er ist der Vorsitzende des Vereins und Herr über insgesamt 120 Gärten. "Aktuell stehen drei Gärten leer. Es gibt zwar Bewerber, aber wenn es dann ums Kleingärtnerische geht, treten viele den Rückzug an", so Schwertner.

Der Verein wurde mit seiner Ost- und Westanlage im Mai 1919 gegründet. In diesen beiden Anlagen gibt es zusammen 85 Kleingärten. 1947 kam die "Eilenburger Straße" mit 20 Gärten und 1949 die Anlage "Am Baderteich" mit 15 Gärten dazu. 1964 übernahm der Kleingartenverein den ehemaligen Holzplatz (heutiger Festplatz) als Pachtland von der Kirche. Zu diesem Zeitpunkt bekam er vom ehemaligen Waldkrankenhaus eine Holzbaracke zur weiteren Nutzung überlassen. Diese wurde das erste Vereinsheim der Kleingärtner, welches auch eine gastronomische Betreuung anbot. Die Schollenbesitzer feiern hier ihre jährlichen Sommerfeste und nutzen die Räume für Versammlungen. 1987 wurde das Vereinsheim in Eigeninitiative umgebaut. Es entstand ein neues Steingebäude mit Freifläche und Bühne für verschiedene Veranstaltungen.

"Wir haben uns entschieden, beim Wettbewerb mitzumachen, weil letztlich die Teilnahme zählt. Allerdings können wir uns mit unserer 95 Jahre alten Kleingartenanlage nicht mit den jüngeren Anlagen vergleichen. Die sind oftmals moderner", erklärte Schwertner der Jury. Die nahm alles genau in Augenschein, machte Fotos und unzählige Notizen. "Kriterien bei der Bewertung sind unter anderem die Baugestaltung, die Pflege der Gemeinschaftsanlage, die Zugänglichkeit und wie im Bereich Natur- und Umweltschutz umgegangen wird", sagte Robert Schübel von der Kreisverwaltung.

Schwertner und sein Verein wollen mit Individualität punkten. Deshalb hatte der Vorsitzende in den Garten von Werner Seifert eingeladen. Der Rentner baut französische Weintrauben an, die der Hobbywinzer anschließend zu Rotwein verarbeitet. "Eine komplizierte Arbeit. Jetzt habe ich noch kernlose Trauben angebaut. Mal sehen, ob die Ernte erträglich wird", erzählte der Schollenbesitzer.

Im Anschluss nahm die Bewertungskommission die Kleingartensparte "Am Heidegrund" im Norden der Kurstadt unter die Lupe. Vereinsvorsitzender Gerd Blankmann informierte, dass der Verein 1980 gegründet wurde und 44 Gärten zählt. Stolz bemerkte er, dass kein einziger Garten leer steht und alle in einem gepflegten Zustand sind. Die Pächter würden sich auch an das Drittel-Prinzip laut Satzung halten. Das besagt, dass jede Parzelle je ein Drittel Wiese, Erholung und Anbau aufweisen sollte. Und in der Anlage gibt es keine Zäune mehr. Kurz geschnittene Hecken trennen die Parzellen voneinander. Die Gärten sind übersichtlich mit Gemüsepflanzen und Obstbäumen gestaltet. "Bis 2015 wird es laut Vereinsbeschluss auch keine Nadel- und Waldbäume mehr bei uns geben", so Blankmann weiter. Für die hübsche Gestaltung und gute Pflege gab es in der Vergangenheit schon oft Auszeichnungen. Bis Anfang der 1980er-Jahre befand sich hier noch eine Deponie und eine Sandkeide. 1980 wurden die ersten Gärten angelegt und seitdem entwickelt sich der "Heidegrund" zu einer Oase der Erholung. "Natur- und Umweltschutz werden bei uns groß geschrieben. Wir haben Nistkästen und Futterhäuschen aufgestellt sowie ein Insektenhotel gebaut", zählte Blankmann auf. Neue Errungenschaft sind Wegweiser, die Besucher schnell in die gewünschten Gärten führen. Und wieder notierte die Jury eifrig. Man darf jetzt gespannt sein, wer am Ende punktet.

Im Frühjahr hatte Landrat Michael Czupalla (CDU) die 185 Kleingartenvereine in Nordsachsen aufgerufen, sich für die 20 möglichen Teilnahmeplätze zu bewerben. 14 sind im Rennen. Die schönsten Anlagen werden dann festlich am 26. September auf Schloss Hartenfels in Torgau prämiert - vom Landrat und Umweltminister Kupfer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2013

Steffen Brost

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