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Dübener Landschaftsmuseum wird 60 Jahre - Jubiläumsausstellung ab Mitte September

Dübener Landschaftsmuseum wird 60 Jahre - Jubiläumsausstellung ab Mitte September

Bad Düben. 60 Jahre staunen, denken, unterhalten - das Landschaftsmuseum der Dübener Heide feiert Jubiläum. Ein Banner hoch oben an der Burg, mit bunten Ballons und Aufschrift kündigt das für den 12. September anstehende Jubiläum an.

Und wie feiert ein Museum? So, wie es wohl viele erwarten. Indem die Geschichte der vergleichsweise jungen Einrichtung in Form einer Ausstellung nachvollzogen wird. Und damit auch die Arbeit jener, die in all den Jahren im Hause auf dem Burggelände gewirkt haben. Genau darauf arbeiten Museums-Chefin Yvette Steuer und ihr Team derzeit hin. Gefeiert wird am 12. September von 17.30 bis 21 Uhr. Die Schau ist dann bis 9. Februar zu sehen.

Zeitzeugen aus der Zeit Anfang der 1950er-Jahre, die im Zusammenhang mit der Museums-Gründung stehen, gibt es nicht mehr. Und so werden es vor allem Fotos und Zeitungsausschnitte, Dokumente, Schriftverkehr und Urkunden sein, die davon berichten, wie einst Heimatforscher Willy Winkler als Direktor zur Eröffnung des Museums einlud. Und von den sechs Jahrzehnten, die folgen sollten. Die vielen gezeigten Ausstellungen werden dabei einen Platz einnehmen. "Wir haben versucht, alle aufzulisten", sagt Steuer, die während der Recherchen auch eine gewisse Entwicklung feststellen konnte. Waren gerade in den 1970er- und 80er-Jahren vor allem Themen wie Kreistrophäenschauen, Notgeld oder DDR-politisch geprägte Ausstellungen, rückte nach der Wende die Kunst zunehmend in den Fokus. Geblieben ist über all die Jahre der Faktor Natur, der gemeinsam mit Kultur, Kunst und Zeitgeschichte die Mischung für die Themensuche ergibt. Die aktuelle Schau des Wöllnauer Malers Volker Pohlenz, der als Künstler Etappen der Regionalgeschichte auf seinen Werken festgehalten hat, spiegelt beispielsweise dieses Bestreben wider.

Mit seinen 60 Jahren ist das Bad Dübener Museum im Vergleich mit Einrichtungen in der Region jung. Und dass es Museen in Zörbig oder Bitterfeld bereits gab, machte es den Dübenern Protagonisten um Willy Winkler Anfang der 1950er-Jahre nicht unbedingt einfacher, ein Museum auch in Bad Düben zu etablieren, wie auch der Schriftverkehr öffentlicher Stellen aus dieser Zeit beweist. "Die Frage: Muss das sein? wurde da schon gestellt", so Steuer.

Es musste. Seitdem hat das Haus eine wechselvolle Geschichte erfahren. Von den Anfängen, als die Leiter neben der inhaltlichen Arbeit auch mit der Verwaltung des Mangels und den daraus resultierenden Folgen für den Betrieb dieses Gebäudes beschäftigt waren. Über Jahre der DDR-Zeit bis hin zur Wendezeit, der Neuorientierung und den nach dem Kulturraumgesetz notwendigen neuen Strukturen bis hin zu den baulichen Veränderungen, die Haupthaus und Burgwächterhäuschen, später auch Schiffmühle und Burgmauer ab 1993 erfahren sollten und mussten, vor allem während der zweijährigen Schließzeit ab 1997.

Trotz aller Veränderungen sind die Intentionen von Museums-Gründer Winkler immer maßgebend gewesen, nämlich die Geschichte der Landschaft und die Handwerke der Region der Dübener Heide darzustellen. Das sieht auch Yvette Steuer so, die seit 1999 Museums-Leiterin ist. Seit 1953 beherbergt die Burg eine ständige Ausstellung zur Stadt- und Regionalgeschichte. Diese wurde mit dem Neustart vor 14 Jahren umfassend überarbeitet und bietet den Besuchern neben der Stadtgeschichte einen interessanten Überblick zur Dübener Heide. Und auch heute erfährt die Schau immer wieder kleine Neuerungen oder Änderungen.

Und das auch mit Hilfe der Dübener, die über all die Jahre immer engagiert mit dem Museum zusammengearbeitet haben. Steuer und ihr Team haben dieses Interesse immer wieder gespürt, wenn es um die Gestaltung neuer Ausstellungen ging. Es sei schon erstaunlich zu sehen, welche Schätze teilweise noch in der Region schlummern und wie groß die Bereitschaft der Bürger sei, diese als Leihgaben oder gar Schenkungen dem Museum zur Verfügung zustellen.

Staunen - denken - unterhalten. Yvette Steuer ist sicher, dass die Jubiläums-Ausstellung nicht nur den historischen Querschnitt bietet, sondern auch genau diesem Anspruch gerecht wird. Und von der Vielfalt dessen zeugt, für das das Museum der Kurstadt heute steht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2013

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