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Dübener Migrationsdienst will Flüchtlingen helfen

Dübener Migrationsdienst will Flüchtlingen helfen

Kriege treiben derzeit Tausende Flüchtlinge aus südlichen Gefilden in Richtung Europa. Experten rechnen bundesweit mit der Verdopplung der Flüchtlingszahlen. Bald sollen auch rund 60 Flüchtlinge in Bad Düben und der Umgebung eine neue Heimat finden.

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Bei Valentina Düster und Michael Marschall vom Migrationsdienst in Bad Düben werden die Neuankömmlinge willkommen geheißen und von A bis Z beraten.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Die Stadt sucht derzeit händeringend nach einem Objekt, in dem die Neuankömmlinge untergebracht werden sollen - bisher ohne Erfolg (wir berichteten).

Bei einem Teil der Bevölkerung wird diese Entwicklung aber auch mit Skepsis und Vorurteilen gesehen. Wer sind diese Menschen? Wo kommen sie her? Wo sollen sie hin? Valentina Düster ist eine, die ähnliches vor etwas mehr als 20 Jahren selbst erlebt hat. "Bei uns war allerdings kein Krieg. Wir sind Spätaussiedler und wollten wieder nach Deutschland, wo bis zum Krieg unsere Vorfahren gelebt haben", erzählt die heute 64-Jährige. Über 700 Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken siedelten 2001/02 nach Bad Düben über. Heute leben noch rund 250 hier. Sind integriert und fühlen sich als Kurstädter. Viele ihrer Kinder kamen hier auf die Welt. Bad Düben ist zu ihrer zweiten Heimat geworden. Erste Hilfe und Ansprechpartner fanden sie beim Migrationsdienst der Diakonie, die im Postweg eine Beratungsstelle betreibt. "Wir stehen ihnen immer noch zur Seite, wenn sie Hilfe brauchen, wie bei Behörden-Dingen oder dem Ausfüllen von Anträgen", sagt Düster, die ehrenamtlich dabei ist. Gemeinsam mit Michael Marschall kümmert sie sich, organisiert Infoveranstaltungen, Feste und Feiern. "Die Älteren sind oftmals unter sich. Wobei wir da in der Vergangenheit eine positive Veränderung beobachten. Wir bieten gerade in der Generation 55 plus einiges an, was gern angenommen wird. Die Frauen der Spätaussiedler sind etwas aufgeschlossener als ihre Männer. Bei den Kindern ist das völlig anders. Die sind komplett integriert. Haben hier Freunde und gehen in die Sportvereine", erzählt Marschall.

Für Valentina Düster und ihrer Familie veränderte sich 1999 das Leben, als sie vom Südural in Russland nach Deutschland kam. "Delitzsch war meine erste Station. Ich habe mich von Anfang an engagiert und den damaligen Neuankömmlingen geholfen. Deshalb landete ich zwei Jahre später in Düben in der Begegnungsstätte Neue Heimat. Ich half den Neuen bei Behörden-Gängen und bei der Wohnungssuche. Der Frauenverein und die Linken standen von Anfang an unserer Seite und halfen, wo sie konnten. 2013 kamen bisher die letzten Spätaussiedler hierher", so Düster.

Jetzt beschäftigen sich Düster und Marschall mit der Flüchtlingsproblematik, die auf Deutschland und damit auch auf die Kurstadt zukommt. "Wir arbeiten bereits mit der Ausländerbehörde und verschiedenen Netzwerken zusammen. Dazu hat der Landkreis vier neue Flüchtlings-Sozialarbeiter eingestellt, die in den Altkreisen Delitzsch, Torgau, Oschatz und Eilenburg tätig sind", erklärt Marschall.

Die ersten Flüchtlinge sind bereits da - Familien aus dem Iran und Tschetschenien. Für den zu erwartenden Schwung sucht man noch Unterbringungsmöglichkeiten. "Wir favorisieren eine dezentrale Lösung. Das heißt, Familien sollen in leerstehenden Wohnraum der Wohnungsunternehmen einziehen. Das würde eine Integration von Anfang an einfacher machen. Dazu bieten die Bad Dübener Vereine verschieden Möglichkeiten für die Menschen an. Wir wollen es ihnen so leicht wie möglich machen. Keiner braucht Angst zu haben, wenn nächstes Jahr die Flüchtlinge kommen", so Marschall.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2014
bro

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