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Dübener funkt seit 35 Jahren: "Man weiß nie, woher die Antwort kommt"

Dübener funkt seit 35 Jahren: "Man weiß nie, woher die Antwort kommt"

Bad Düben. Markus Baseler ist Amateurfunker aus Leidenschaft. Seit 35 Jahren pflegt der Bad Dübener das Hobby. Meist von zu Hause aus, wo er eine Amateurfunkstation stehen hat.

Seit vielen Jahren gehört er dem Amateur-Radioklub Eilenburg mit seiner Clubstation in Laußig an. Dieser Tage wollte er mit einem Gleichgesinnten von Söllichau aus so viele Funkverbindungen wie möglich aufbauen. In fünf Stunden erreichten die beide 36 Kontakte.

Der Amateurfunk ist ein technisches Hobby, das sich mit der drahtlosen Kommunikation befasst. Personen, die dieses Hobby ausüben, werden als Funkamateure bezeichnet. Jeder Funkamateur bekommt von der zuständigen Fernmeldebehörde nach bestandener Prüfung, ein eindeutiges Rufzeichen zugewiesen. "Es macht einfach Spaß, zu funken. Man ruft in die weite Welt hinaus und weiß nie, woher die Antwort kommt", ist Baseler vom wohl spannendsten Teil seines Hobbys fasziniert.

Der Bad Dübener funkt noch nach herkömmlicher Art und Weise. Mit einer Morsetaste. Sie ist das wichtigste Handwerkszeug. Mit der Taste kann er pro Minute 80 bis 100 Buchstaben senden. "Das Morsealphabet ist eine international einheitliche Sprache. Hat man einen Kontakt aufgebaut, tauscht man die technischen Daten wie Rufzeichen und ein paar Grüße aus. In der Regel bekomme ich später für die aufgestellte Verbindung eine sogenannte analoge Bestätigungskarte von der Gegenseite, auch QSL-Karte genannt, für die Funkverbindung zugeschickt. Viele sammeln diese auch", so Baseler.

Dieser Tage hatte der Bad Dübener etwas besonderes vor. Mit seinem langjährigen Freund Harry Cedra traf sich der Kurstädter zu einem Feldtag auf einer Anhöhe hinter Söllichau im Naturpark Dübener Heide. Die Heide gehört zu einem weltweiten Netz von Gebieten des World Wide Flora und Fauna (WWFF). Viele Funkamateure weltweit sammeln Verbindungen mit derartigen Gebieten. Als Trophäe und Auszeichnung gibt es diverse verschiedene Diplome, nach Erreichen einer bestimmten Anzahl an Verbindungen. Von der Anhöhe aus wollten die beiden Funker mehrere Stunden lang möglichst viele Verbindungen in die ganze Welt aufbauen. Dafür errichteten sie eine acht Meter hohe und drehbare Kurzwellenantenne. "Die habe ich gebaut. Allerdings kann ich die zu Hause nicht aufstellen. Da fehlt der Platz. Parallel dazu wollen wir diesmal aber auch noch andere einfachere Antennen testen", erklärte der Dübener.

Gefunkt wurde in zwei verschieden Varianten. Während Baseler mit seiner Morsetaste rustikal arbeitete, versuchte Harry Cedra via Laptop, also dem Austausch in Textform, zu arbeiten. Baselers Rufzeichen nennt sich DL6YYM. "Das ist wie ein Autokennzeichen und wird nur einmal weltweit vergeben. Das DL steht für Deutschland. Das andere sind Zahlen- und Buchstabenkombinationen ohne näheren Hintergrund", so der Bad Dübener.

Bislang hatte er schon die halbe Welt im Kopfhörer. Viele Schuhkartons mit QSL-Karten aus Übersee, Europa und Amerika zeugen von den Kontakten. Die weiteste Verbindung gelang Baseler bisher nach Neuseeland. Ein Traum wäre eine Verbindung zur internationalen Raumstation ISS in den Weltraum. Das Glück haben aber nur wenige. Kumpel Harry gehört dazu. "Ich habe mal die ehemalige russische Raumstation Mir angefunkt. Es hat geklappt und ich habe eine QSL-Karte aus dem Weltraum bekommen", ist Cedra stolz.

Für beide Amateurfunker ist das der pure Spaß, wenn sie an ihren Geräten hängen. Baseler ist fast täglich drin. "Meist abends nach der Arbeit mal eine halbe oder ganze Stunde. Doch man muss immer Glück haben. Das ist wie beim Angeln. Nur bei uns ist das Wetter egal", weiß Baseler. In Söllichau waren der Bad Dübener und der Leipziger recht erfolgreich. Binnen fünf Stunden stellten sie 36 Verbindungen mit Stationen aus ganz Europa her. Der weiteste komplette Kontakt gelang nach Israel. Ein Versuch mit einer japanischen Station schlug nach einigen Versuchen fehl.

Aktuell gibt es im Eilenburger Ortsverband des Amateur Radio Clubs 40 aktive Funkamateure. Deutschlandweit sind es rund 80 000 und weltweit etwa 2,8 Millionen. Zur Zeit ist die Clubstation in Jesewitz die regionale Anlaufstelle. Ab Herbst wollen die Amateurfunker, nach Renovierung des Ländlichen Bürgerzentrum in Laußig, wieder ihre alte Clubstation öffnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.08.2014
bro

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