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Dübener will Spaniern die Kunst mit der Kettensäge beibringen

Projekt Dübener will Spaniern die Kunst mit der Kettensäge beibringen

Einst war es Heidemaler Wolfgang Köppe, Initiator des alljährlichen internationalen Holzskulpturenwettbewerbes in Tornau, der Raik Zenger die Kunst mit der Kettensäge lehrte. Jetzt will der 52-Jährige die besondere Form des Holzschnitzens nach Spanien bringen

Raik Zenger bei der Arbeit: Hier bearbeitet eine Napoleon-Skulptur, die er 2013 anlässlich des Völkerschlacht-Jubiläums 2013 schuf.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Einst war es Heidemaler Wolfgang Köppe, Initiator des alljährlichen internationalen Holzskulpturenwettbewerbes in Tornau, der Raik Zenger die Kunst mit der Kettensäge lehrte. Jetzt will der 52-Jährige die besondere Form des Holzschnitzens nach Spanien bringen. Vor ein paar Tagen war der Bad Dübener im Rahmen einer Bildungsreise des Presseler Bildungshauses Heideland eine Woche in Santa Olalla del Cala in Nord-Andalusien, bei der es um einen Erfahrungsaustausch der Naturparke Dübener Heide und Sierra de Aracena in puncto Holzbearbeitung ging. In die Region bestehen bereits langfristige Beziehungen zum ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb Fundacion Monte Mediterraneo, der vorwiegend Waldschweinehaltung im Kork und Steineichenwald betreibt und somit auch Kontakte zur spanischen Umwelt-Stiftung des früheren Münchner Siemens-Vorstands Hans-Gerd Neglein.

In den vergangenen Jahren war der Dübener schon mehrmals in Spanien. 2007 führte er sein künstlerisches Handwerk vor, eine Skulptur steht heute noch dort. „Die haben mich damals angeguckt wie ein Auto“, erinnert sich der Bad Dübener. Obwohl Einheimische überzeugt sind, dass man die Spanier, die für den Stierkampf brennen, für solch eine Kunst nicht begeistern könne, setzte sich bei Raik Zenger die Idee fest, die Lehre der Kettensäge-Kunst weiterzutragen. Wald gäbe es dort schließlich auch: „Was bei uns die Kiefern, sind dort die Eichen.“ Warum also sollte es nicht möglich sein, den Spaniern zu zeigen, was künstlerische Holzbearbeitung bedeutet – und wenn auch vielleicht zunächst erstmal auf der sozialen Schiene? Projekte mit Jugendlichen also, mit Migranten beispielsweise. „Mit dieser Idee sind wir offene Türen eingerannt, zumal es bereits Kontakte zu Institutionen gibt, die Jugendliche betreuen“, sagt Zenger. Die Idee ist ganz einfach: Der Dübener fährt mit Unterstützung weiterer Helfer nach Spanien, zeigt den Jugendlichen, wie man mit der Kettensäge künstlerisch tätig werden und aus Holzstämmen Figuren schnitzen kann. Die Frage ist nun, wie wird das Ganze bezahlt, um das Wissen aus der Dübener Heide nach Spanien zu transferieren? Sowohl vor Ort als auch in der hiesigen Region sollen jetzt Gespräche geführt werden, um Finanzierungsmöglichkeiten zu finden.

Die Idee, dennoch mal irgendwann einen Wettbewerb zu installieren, hat Raik Zenger noch nicht aufgegeben. Das könnte man mit den Spaniern zusammen machen, sagt er. Unterkünfte und Hallen wären vorhanden. „es fehlen eigentlich nur noch die, die schnitzen.“

Neue Impulse gibt es für das Bestreben eines regelmäßigen Austausches regionaler Produkte. Bisher scheiterte das an behördlichen Belangen. „Die Spanier sind heiß auf geräucherte Wurst aus der Dübenener Heide“, weiß Zenger. Die Salami aus Schlaitz nahm er regelmäßig als Gastgeschenk mit. Mit einem kleinen Restaurant vor Ort könnte der Austausch jetzt gelingen. Heißt, in Spanien gibt es eine kleine Auswahl von Produkten aus der Heide, im Naturparkhaus oder als Besonderheit für die Gäste des National wiederum Spezialitäten aus dem Partner-Nationalpark.

Von Kathrin Kabelitz

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