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Bad Düben Dübens Postgeschichte auf 99 Seiten
Region Bad Düben Dübens Postgeschichte auf 99 Seiten
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10:00 13.12.2015
Blick auf Dübens Postamt anno 1920. Die Bahnpost nutzte damals das Postamt. Mit einem zweirädrigen Kastenwagen aus Korbgeflecht wurden die Postsendungen transportiert. Quelle: Sammlung Hans Funk
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Bad Düben

Wann gab es die ersten Landbriefträger? Wie haben die ersten Stempel ausgesehen, den die Post in der Dübener Heide ihren Kunden aushändigte? Der wohl einzige, der darauf eine Antwort geben kann, ist Heimatforscher Hans Funk aus Bad Düben. Kürzlich lud der Rentner in das Naturparkhaus der Dübener Heide zum gutbesuchten Streifzug durch die Dübener Postgeschichte ein. Mit im Gepäck seine druckfrische Broschüre zum Thema. Lange hat Funk an der Zusammenstellung gearbeitet. Schon 2005 begab er sich auf Spurensuche zum Thema Post. Er sammelte Fakten und durchstöberte Archive, bis aus vielen Puzzleteilen ein großes Bild entstand.

„Bei Nachforschungen zur Geschichte der Dübener Heide und ihrer Orte, insbesondere zur Stadt Bad Düben, faszinierten mich immer wieder historische Postbelege, wozu Briefe, Postscheine und andere Nachweise gehören“, erzählt Funk. „Oft waren und sind postalische Belege Beweise zur Entwicklung und zu Ereignissen in der Region. Ich hatte schon seit vielen Jahren Interesse an der Postgeschichte unseres Ortes. Also trug ich zusammen, was ich in meine Hände bekam. Allerdings wollte ich kein rein philatelistisches Fachbuch schreiben, sondern etwas für die Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die bei der Post gearbeitet haben“, so der 79-Jährige.

Auch im hohen Alter ist Hans Funk noch wissensdurstig wie eh und je. „Wenn mich etwas interessiert, dann will ich alles davon wissen. So war es auch mit der Post“, sagt der studierte Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige ökonomische Direktor des Waldkrankenhauses in Bad Düben.

Der Stein des Anstoßes zum Thema Post stand schon lange im eigenen Regal. Im Buch „Die Deutsche Post“ fand er den Nachweis, dass es schon 1659 eine Post in Düben gab. Aus dieser Zeit stammen erste Hinweise auf einen Postbetrieb zwischen Berlin, Düben und Leipzig. Rund 53 Stunden benötigte damals die Post zwischen den Städten. Streitereien ist es zu verdanken, dass schon 1692 ein Dübener Postillion Erwähnung fand. Dem Chursächsischen-Post-Cours von 1703 ist entnehmbar, dass 121 Postämter dem Leipziger Oberpostamt unterstanden. Auch das Dübener.

Ausführlich schildert Hans Funk auf 99 Seiten die Geschichte rund um die Post in der Kurstadt. Erwähnte, dass es 1899 eine öffentliche Fernsprechstelle in Düben gab, dass 1895 die Bahnpost dank des Bahnanschlusses einen Aufschwung feierte und erklärt die vielen ehemaligen Postgebäude in der Stadt. Zwischen den Textteilen baute der Heimatforscher immer wieder originale Postbriefe, alte Postschecks und Stempel in vielen Varianten ein.

Im September 2003 endet die 108-jährige Geschichte des Postamtes im Gebäude in der Torgauer Straße. Die Post wurde privatisiert und zog ins heutige Geschäftshaus Ertel in die Neuhofstraße. Bis heute. „Ich erfuhr von der Schließung zwei Tage vorher. Also schnappte ich mir meinen Fotoapparat und machte außen und innen noch schnell ein paar Aufnahmen, obwohl mich die Leiterin barsch darauf hinwies, dass man in öffentlichen Gebäuden keine Fotos machen dürfe. Schließlich gab sie nach und ließ mich gewähren“, erinnerte sich Funk.

An diese Zeit können sich auch noch die beiden ehemaligen Leiterinnen der Bad Dübener Post, Gisela Schmiedchen und Elke Piller, erinnern. Schmiedchen leitete die Poststelle von 1985 bis 1990 und Piller von 1991 bis Juni 1992 sowie von Dezember 1992 bis zur Schließung. Als dank für die Hilfe bei der Recherche erhielten beide Frauen von Hans Funk die Broschüre zur Postgeschichte. Wer Interesse an dieser hat, kann sie auch für 14,99 Euro im örtlichen Buchhandel erwerben.

Von Steffen Brost

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