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Dübens van Gogh sucht weiter nach Atelier

Dübens van Gogh sucht weiter nach Atelier

Maler Andreas Tüpke steht am Aufgang zur Bad Dübener Burg und malt. Binnen weniger Stunden hat der 53-Jährige den Burgturm auf Papier gebracht. Beobachtet von Besuchern und Spaziergängern, die zwischen Naturparkhaus, Landschaftsmuseum und Burg herumschlendern.

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Derzeit malt Andreas Tüpke noch im und vor dem Naturparkhaus.

Quelle: Steffen Brost

bad düben. Seit drei Wochen ist die Lounge im Naturparkhaus die vorübergehende Wirkungsstätte des Künstlers. Denn der "Vincent van Gogh" der Kurstadt, wie er gern genannt wird, musste seine kleine Künstlerstube in Marktnähe räumen (wir berichteten). "Das Haus wurde verkauft. Der neue Besitzer hatte andere Dinge vor und ich passe nicht in sein Konzept", so Tüpke. Und so musste sich der Dübener nach 13 Jahren ein neues Atelier suchen.

Gefunden hat er bis heute nichts gleichwertiges. Einen Großteil verlegte Tüpke nach Gossa in die Dübener Heide. Dort hat er sich in einem ehemaligen Kindergarten eingerichtet. Großzügig unterstützt von der Gemeinde. "Hier plane ich eine Galerie der Erlebnisse sowie einen Mittelaltergarten. Die Gespräche zur Umsetzung sind weit vorangeschritten. Ich bin überzeugt, dass das etwas wird, weil der Gegend immer touristischer wird", erzählt Tüpke.

Dennoch zieht es den Maler auch nach Bad Düben. Bis heute hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, etwas passendes zu finden. Denn auch die Tage im Naturparkhaus am Fuße der Burg sind gezählt. Bis Mitte Juni hat Andreas Tüpke sein Bleiben ausgehandelt, dann muss er die Lounge, die ab und an bei öffentlichen Veranstaltungen genutzt wird und für die eine Miete fällig würde, wieder räumen. "Die Räume gefallen mir schon. Oft stehen Leute hier und schauen mir beim Malen zu. Vielleicht ergibt sich doch noch etwas, das ich dauerhaft bleiben kann", hofft der Dübener.

Unterstützung hat der 53-Jährige auf jeden Fall. Viele Touristen stärken ihm den Rücken. "Die Bilder sind doch schick. So etwas passt wunderbar hier her. Ich war schon oft hier. Und immer stand die Lounge leer. Dann kann doch auch sein Atelier rein", sagte Karin Neugebauer aus Wittenberg. Von Montag bis Sonnabend ist der Maler in der Lounge anzutreffen. Meist hat er seine Staffelei aufgebaut und skizziert Vorlagen, die er später mit Farbe füllt. Ringsherum hat Tüpke eine Auswahl seiner schönsten Werke ausgestellt, die Interessierte anlocken soll. "Vielleicht verkaufe ich das eine oder andere. Dann kommt etwas Geld in meine leere Kassen", sagt er. Allerdings würde Tüpke auch am Sonntag öffnen.

Doch nur alle zwei Wochen ist das Naturparkhaus auch sonntags besetzt. Für die Lounge hat der Maler keinen eigenen Schlüssel. Ist so immer auf die Mitarbeiter des Hauses angewiesen, die die Tür zu dem Raum aufschließen. "Die könnten mir doch einfach den Schlüssel dafür geben. Der Sonntag wäre für mih ideal, weil an diesem Tag die meisten Touristen und Spaziergänger kommen", so Tüpke.

Vergangene Woche schaute er sich ein mögliches Atelier in der Ritterstraße an. Doch das ehemalige Geschäft für An- und Verkauf scheint einfach zu riesig zu sein. "Man müsste viel Geld investieren um ihn wieder einigermaßen herzurichten. Ich denke das ist alles zu aufwendig. Aber ich suche auf jeden Fall weiter", gibt sich der Maler kämpferisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2015
Steffen Brost

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