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Eichenprozessionsspinner bei Glaucha, Wellaune und in Schönwölkau entdeckt

Forstschädling Eichenprozessionsspinner bei Glaucha, Wellaune und in Schönwölkau entdeckt

Der Eichenprozessionsspinner ist in der Gemeinde Zschepplin angekommen. Am Eisteich zwischen Hohenprießnitz und Glaucha hat er die Eichenallee für sich entdeckt. Der gefräßige Schädling sorgt hierzulande zwar noch nicht für Kahlfraß, doch er kann mit seinen giftigen Härchen für den Menschen gefährlich werden.

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Baumstamm entlang.

Quelle: dpa

Glaucha. An der Bundesstraße 107 taucht in der Kurve zwischen Glaucha und Hohenprießnitz plötzlich ein Achtungszeichen auf. In Höhe des Eisteiches, der zur Straßenseite hin eine schöne Eichenallee hat, liest der Autofahrer: „Eichenprozessionsspinner, Allergiegefahr“. „Die wurden im Auftrag des Landkreises aufgestellt“, weiß Peter Stracke vom Landratsamt. Noch sei Nordsachsen aber nicht verstärkt betroffen. Doch der Eichenprozessionsspinner, der beispielsweise in Brandenburg und Sachsen-Anhalt schon in den Vorjahren vermehrt aufgetreten war, sei auch hier auf den Vormarsch. „Die meisten Nester an einem Ort haben wir nahe eines Parkplatzes an der B 2 bei Wellaune gezählt. 10 bis 15 Nester befinden sich dort“, erklärte Markus Bachmann, Mitarbeiter der Unteren Forstbehörde des Landkreises Nordsachsen.

Nester entdeckt

Im Jahr 2009 gingen dem Staatsbetrieb Sachsenforst in Nordsachsen erstmalig sieben dieser Falter in die Falle. 2013 wurden dann bei Weidenhain drei Raupennester gefunden, womit der Nachweis der Vermehrung im Landkreis erbracht wurde. Die Zahl der gefangenen Falter blieb bis 2011 im einstelligen Bereich, wurde 2012 und 2013 zweistellig, explodierte 2014 auf über 600, sank 2016 aber wieder auf 239.

Die aktuelle Grafik des Landratsamtes zeigt, dass der Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner in diesem Jahr vor allem im Torgauer Bereich, aber eben auch in Zschepplin sowie in der Gemeinde Schönwölkau bereits Eichen für seine Nester gefunden hat. Befallen werden von ihm vor allem einzeln stehende Bäume oder jene am Waldrand. Derzeit, so die Aussage aus dem Landratsamt Nordsachsen, stelle der Schädling hier aber kein forstliches Problem dar. Im Gegensatz zu Brandenburg verursache er in Nordsachsen noch keinen Kahlfraß.

Haare sind gefährlich

Allerdings könne der Falter, der eine Flügelspannweite von bis zu dreieinhalb Zentimetern erreicht, eben auch den Menschen Probleme bereiten. Grund sind die Gifthaare, von denen er als Raupe bis zu sagenhaften 600 000 Stück hat. Diese Haare, die bis zu zwölf Jahre aktiv bleiben, können Hautentzündungen hervorrufen. Zudem können Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten zu Bronchitis und Asthma führen. Empfohlen werde daher, Befallsgebiete nach Möglichkeit zu meiden. Auf keinen Fall sollte man Raupen und Gespinste berühren, Hautbereiche zudem schützen. Bei einem Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen wird empfohlen, die Kleider zu wechseln und die Haare zu waschen. Im Kuckuck oder in räuberischen Käfern wie dem Puppenräuber hat der Eichenprozessionsspinner natürliche Feinde. Ein gezielter Einsatz von chemischen Mitteln kommt vor allem dort als letztes Mittel in Betracht, wo Menschen in der Nähe öffentlicher Einrichtungen und Plätze in Gefahr sind.

Der Eichenprozessionsspinner legt 100 bis 200 Eier an glatten Rindenstellen im Herbst ab. Die im Mai schlüpfenden Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang. Sie leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen im „Gänsemarsch“ auf Nahrungssuche. Von daher hat der Eichenprozessionsspinner auch seinen Namen.

Von Ilka Fischer

Glaucha B 107 51.541353634065 12.577929004785
Glaucha B 107
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