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Eilenburg peilt 16 000 Einwohner an – Bad Düben klettert über 8000er-Marke

Bevölkerung Eilenburg peilt 16 000 Einwohner an – Bad Düben klettert über 8000er-Marke

Eilenburg legte 2015 mit 15 zusätzlichen Einwohnern zu und lag bei 15 407. Erklärtes Ziel: 2018 sollen es wieder mehr als 16 000 sein. Auch Bad Düben sieht den Rückgang gestoppt. Es gibt wieder mehr als 8000 Kurstädter.

Eilenburg will künftig weitere Bauwillige anziehen.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg/Bad Düben. Die Städte Eilenburg und Bad Düben wachsen wieder. So ist die Einwohnerzahl der Stadt Rinckarts im Jahr 2015 auf 15 838 gestiegen. Das sind 51 mehr als im Vorjahr, berichtet Heiko Leihe, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Eilenburger Rathaus. Vor allem gab es 170 mehr Zuzüge als Wegzüge. Er greift auf Daten des städtischen Melderegisters zurück. Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsansätze differieren diese Zahlen zu denen des statischen Landesamtes. Überhänge von Meldepflichten und rückwirkende Abmeldungen der Wohnsitze von Amtswegen spielten dabei eine Rolle. So weist die sächsische Statistik für Eilenburg 15 zusätzlichen Einwohner aus und eine Einwohnerzahl von 15 407. Über ähnliche Unterschiede berichten auch Nachbargemeinden wie Jesewitz. Generell aber kann sich Eilenburg daran erfreuen, dass sich der rasante Negativ-Trend ins Positive gewandelt hat. Denn „noch 2008 war das Verhältnis nahezu umgekehrt“, so Leihe. Damals gingen 199 Einwohner mehr weg als hinzukamen. Und natürlich freut es die Muldestadt, dass sie sich im Umfeld behaupten kann. So sieht es in Delitzsch noch anders aus: Dort verringerte sich laut Statistischem Landesamt die Zahl der Einwohner im Jahr 2015 immerhin um 22 Einwohner.

Aber auch in Eilenburg gilt: Es werden etwa nur halb so viele Kinder geboren, wie Sterbefälle zu verzeichnen sind: Hier war im vorigen Jahr ein Minus von 136 zu verzeichnen, so Leihe. „In Summe aber ist für 2015 festzustellen, dass unabhängig von den Asylbewerberzahlen die Talfahrt gestoppt ist und wir optimistisch in die Zukunft schauen.“ Und künftig will Eilenburg das Geburtendefizit dank der Zuzüge nicht nur ausgleichen. Erklärtes Ziel: Bis 2018 soll es wieder eine Einwohnerzahl zwischen 16 000 und 17 000 geben. Mit der Wohnstandortkampagne, an der derzeit gestrickt wird, soll das gelingen. Die setzt auf Bauwillige, die sich im Leipziger Speckgürtel nach Platz zum Leben umsehen. Dazu würden auch nicht nur die bereits bekannten Projekte wie Jacobsplatz und Grüner Fink angeschoben, sondern auch mit privaten Flächeneigentümern gesprochen, ob sie ihre geeigneten Grundstücke veräußern wollen. Unter anderem wird eine Fläche am Alten Mittelweg in Betracht gezogen. Selbst die Nutzung von Arealen, wo Wohnblöcke abgerissen wurden, wird geprüft. Dort sei eine Neubebauung für Wohnzwecke teilweise aber aufgrund jeweiliger Förderbestimmungen für gewisse Zeit ausgeschlossen. Auch sollen zur Entwicklung nicht allein einheimische Unternehmen gewonnen werden, sondern auch Leipziger, von denen zu erwarten ist, dass sie den Draht zu Umsiedlungswilligen besitzen.

„Wir wissen natürlich, dass die Umsetzung von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängt“, räumt Leihe ein. Aktuell spielt das Zinstief den Eilenburgern in die Karten. Denn die Kampagne setzt im Wesentlichen auf individuellen Wohnungsbau gesetzt. Die Stadt habe für Ansiedlungswillige viel zu bieten. Da könne er bei Nachfragen jede Menge aufzählen: Schwimmhalle, Schulen, Bürgerhaus, selbst die Volkshochschule. „Ich wurde neulich schon gefragt, warum wir nicht schon Klein-Leipzig geworden sind“, erzählt Leihe.

In der Stadt Bad Düben einschließlich der Ortschaften Wellaune, Schnaditz und Tiefensee lebten zum 31. Dezember des vorigen Jahres 8055 Einwohner. Damit hat die Kurstadt wieder annähernd den Wert von Ende 2011 erreicht, nachdem dieser 2013 und 2014 unter die 8000er-Marke gerutscht war. Die jüngste Erhebung habe ergeben, dass es hinsichtlich des Rückgangs der Bevölkerung und der Altersstruktur nicht ganz so kritisch gekommen sei, wie vorausgesagt. „Dennoch haben wir hinsichtlich dieser Bereiche Probleme. Wir haben einen zu hohen Altersdurchschnitt“, erklärt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Dieses Alters-Bild der einheimischen Bevölkerung habe das Flüchtlingsaufkommen allerdings etwas verschoben.

2015 sei das Bad Dübener Saldo zwischen Zuzügen/Geburten und Wegzügen/Sterbefällen leicht positiv ausgefallen. Ob sich das verstetige, sei aber unklar. Münster geht ebenfalls davon aus, dass das Oberzentrum Leipzig an Grenzen stößt. Auf Delitzsch und Eilenburg habe das aufgrund der guten Verkehrsanbindung schon Auswirkungen. Das könnte in fünf, sechs Jahren auch für Bad Düben so sein. Für die Kurstadt hieße das auch, dass es Angebote hinsichtlich Erreichbarkeit, Wohn- und Bildungsangebote geben müsse. Ob bis 2030 die 10 000er-Grenze erreicht werden könne, wisse sie nicht: „Ich sage aber: Der Bevölkerungsrückgang kann in spätestens fünf Jahren gestoppt werden.“

Von Kathrin Kabelitz und Heike Liesaus

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