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Bad Düben Ein Abend mit den Fledermäusen
Region Bad Düben Ein Abend mit den Fledermäusen
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17:22 05.07.2010
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. Hier gibt es seit einem Jahr einen Fledermausgarten. Unter den Gästen befanden sich mit Andreas Flegel aus Eilenburg und Manfred Moßmann aus Hohenprießnitz zwei Anwärter auf eine Fledermausplakette, die als Anerkennung für das Bemühen um Fledermäuse und deren Quartiere verliehen wird.

Doch zunächst stimmte Rolf Schulze aus Hohenprießnitz die Besucher mit einem Vortrag auf die kleinen „Batmans" ein. Als Fledermausexperte im Landkreis Nordsachsen gehört er zu denjenigen, die viel über die Lebensweise der fliegenden Säugetiere zu berichten wissen. „Man kann Fledermäuse auch essen", sagte der Naturfreund zu den erstaunten Zuhörern. Doch dann ging ein Schmunzeln durch die Reihen, denn Schulze reichte eine Schachtel mit Gummitieren herum.

Als Kreaturen der Nacht sind diese Tiere in manchen Breiten nicht so gern gesehen, zumal sich zum Teil schlechte Gerüchte um sie ranken. Doch Schulze räumte erst einmal mit den alten Vorurteilen auf und belegte, dass Fledermäuse weder in die Haare fliegen noch Menschenblut saugen. In asiatischen Ländern hingegen verehrt man sie sogar als Glücksbringer.

Schulze wusste auch, dass es weltweit fast 1000 Arten von diesen Tieren gibt, die sich in Fledermäuse und Flughunden

aufteilen. Die meisten von ihnen sind Insektenfresser. Von den zwanzig Arten, die in Sachsen leben, konnten bisher fünfzehn im Landkreis Nordsachsen nachgewiesen werden. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir in den kommenden Jahren weitere Arten entdecken, was jedoch nicht einfach ist", erklärte Schulze. Vor zehn Jahren wiesen die Naturfreunde durch neueste technische Geräte die Mückenfledermaus nach. Vor zwei Jahren wurde die Nymphenfledermaus in Sachsen entdeckt.

Anhand mehrerer Fotos machte der Experte das Leben der Fledermäuse im Landkreis erlebbar, zum Beipspiel gibt es in der Grundschule Authausen eine Wochenstube des Großen Mausohrs, weswegen die Einrichtung bereits als eine der ersten im Landkreis mit einer Plakette geehrt wurde. Ein anderes Bild zeigte eine Fledermaus beim Winterschlaf im ehemaligen Gefängnis auf dem Eilenburger Burgberg. Ein alter Eiskeller in Groitzsch dient ebenfalls als Unterschlupf.

Nach dem Vortrag des Hohenprießnitzers war es Tatjana Röther-Kunze aus Dresden eine Ehre, Plaketten an Manfred Moßmann und an Andreas Flegel zu vergeben. „Ich bin zur Zeit Hausherr über eine Kinderstube der Mückenfledermaus mit vielen Babys", erklärte Moßmann. An dieser Stelle sei übrigens bemerkt, dass jedes Weibchen in einem Jahr nur ein Junges bekommt. Flegel nahm die Ehrung für die Kulturunternehmung Eilenburg entgegen, weil sich in den Bergkellern der Muldestadt mehrere Fledermausarten wohlfühlen. Dort gibt es regelmäßige Begehungen und Zählungen.

„Durch Neubau und Sanierung gehen oft Quartiere verloren. Umso mehr freut es uns, dass es Menschen gibt, die bereit sind, den Tieren Unterschlupf zu gewähren", sagte sich Röther-Kunze. Unter dem Motto „Fledermaus, komm ins Haus" wurden in den vergangenen neun Jahren über 630 Plaketten in Sachsen vergeben.

Mittlerweile war die Dämmerung hereingebrochen, und nun lud Schulze die Besucher ein, ihm an den Obermüller Teich zu folgen. In Wassernähe gibt es viele Mücken und die stehen bei den Tieren ganz oben auf dem Speiseplan.

Heike Nyari

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