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Ein ganzes Leben in ein paar Koffern

Ein ganzes Leben in ein paar Koffern

Laußig. Am Anfang müssen die Hände zur Verständigung reichen. Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) begrüßte dieser Tage die ersten drei Asylbewerberfamilien in seiner Gemeinde.

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Ankunft: Bürgermeister Lothar Schneider (rechts) begrüßt die neuen Einwohner seiner Gemeinde. Für drei Asylantenfamilien wird Laußig ihr neues Zuhause. Sie bezogen jetzt die Wohnungen im Dorf.

Quelle: Steffen Brost

Per Sammeltaxi kamen Flüchtlinge, die aus Russland, Pakistan und Mazedonien stammen, aus dem Chemnitzer Sammellager in die Ortschaft. Dort bezogen sie notdürftig eingerichtete Wohnungen.

"Der Landkreis Nordsachsen hatte sich entschieden, eine bestimmte Anzahl von Asylbewerbern aufzunehmen. Einige davon kommen auch in unsere Gemeinde. Insgesamt ist von zehn Familien die Rede, die in den nächsten Wochen ankommen", sagte Schneider.

Für sie wurden bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen, Wohnungen gefunden und mit einer Erstausstattung versehen. Bei der Suche nach einer Unterkunft arbeitete die Gemeinde eng mit der Laußiger Wohnstätten GmbH zusammen.

Melanie Rack von der Ausländerbehörde des Landratsamtes Nordsachsen machte sich am Ankunftstag ein Bild von den Umständen. "Der erste Anlaufpunkt der Menschen in Sachsen ist immer das Chemnitzer Auffanglager. Dort werden sie registriert und alles weitere veranlasst, sie sachsenweit in Gemeinden unterzubringen", erzählte sie. Die Gründe, weshalb die Menschen nach Deutschland kommen, sind unterschiedlich. Manche werden verfolgt, andere kehren aus religiösen Gründen ihrer Heimat den Rücken. "Bei uns werden sie mit dem Notdürftigsten versorgt und wenn sie dann in ihren Wohnungen sind, betreuen wir sie weiter. Dann geht es um mögliche Jobs, Schule und Kindergartenunterbringung", so Rack weiter.

Alles was die drei Familien hatten, war in übersichtlichen Koffern und blauen Säcken untergebracht. Ein ganzes Leben in ein paar Gepäckstücken. Laußigs Bürgermeister nahm bei der Begrüßung gleich Kontakt zu den neuen Mitbürgern auf. "Leider sprechen sie kein Wort Deutsch. Aber das wird sich in der Zukunft ändern, wenn sie verschiedene Kurse belegen. Wenn sie Hilfe brauchen, bekommen sie die natürlich", versprach Schneider.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.03.2014
Von Steffen Brost

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