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Bad Düben Ein „harter Hund“ und „positiv Verrückte“
Region Bad Düben Ein „harter Hund“ und „positiv Verrückte“
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12:08 11.09.2011
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. In seiner Rede ließ Steffen Brost, der Vorsitzende des 381 Mitglieder zählenden Vereins, die Geschichte Revue passieren. Was einst vor über 200 Jahren in der Berliner Hasenheide mit Turnvater Friedrich Ludwig Jahn begann, hielt um etwa 1845 Einzug im damaligen Bad Düben. Es gab mehrere Vereine in der Stadt, die sich später zusammenschlossen.

Auf heitere Art und Weise rückte der TV Blau-Gelb diese Zeit in die Erinnerung. Eigens dafür hat der Verein in Zusammenarbeit mit Video-Produzent Hans-Georg Marschner aus Laußig einen Film erstellt, in dem sich Turnvater Jahn alias Thoralf Handke auf den Weg aus der Hasenheide nach Bad Düben macht, um dort das Turnen unters Volk zu bringen. Zahlreiche Vereinsfreunde wirkten in dem Schwarz-Weiß-Streifen, der auf nostalgisch getrimmt war, mit. Aber auch die Zeit in der ehemaligen DDR wurde beleuchtet. Ende der 1960er-Jahre wurde das Gerätturnen wieder als Schulsportgemeinschaft eingeführt. Mit der Fertigstellung einer großen Sporthalle im damaligen NVA-Gelände in der Schmiedeberger Straße im Jahre 1975 erfolgte die Gründung eines Trainingszentrums Turnen. Der Sportlehrer Herbert Bochmann übernahm damals die Ausbildung der jungen Turner. Carsten Schindler, Maik Bojahr, Michel Krug, Heiner Kautz, Gunter Apitzsch, Ricco Flugga und Steffen Brost gehörten zu den erfolgreichen Turnern der Armeesportgemeinschaft Vorwärts. „Das viermalige Training in der Woche war hart", sagte Brost. „Das durfte ich am eigenen Körper spüren."

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Bochi, der Turnvater Bad Dübens, habe nicht gerade Gnade walten lassen. Er gilt als „harter Hund". Da der 85-Jährige an der Festsitzung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte, übermittelte Brost herzliche Grüße. Die Besucher zollten ihm mit Beifall Respekt und Anerkennung für sein Lebenswerk. Bis 1999 war Bochmann Vorsitzender des Turnvereins Blau-Gelb 90, der heute neun Abteilungen und Mitglieder im Alter von 2 bis 87 Jahren zählt.

Landrat Michael Czupalla (CDU) und Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) würdigten im Anschluss die ehrenamtliche Leistung der Vereinsmitglieder. Der TV Blau-Gelb habe den Sport in der Stadt „bunt und farbenfroh gemacht", sagte der Landrat. Er verbinde die Menschen. Münster sagte, dass es unbezahlbar sei, was der Verein für die Stadt leiste. Bochmann und Brost seien „Verrückte im positiven Sinn". Auch Vertreter des Kreissportbundes und des Sächsischen Turnverbandes überbrachten Glückwünsche. Stadtrat Emil Gaber (Bürgerkreis) schenkte dem TV Blau-Gelb ein original Bild des damaligen Vereins „Frisch Auf" aus dem Jahr 1888. Er habe es im Familienfundus entdeckt, erzählte er.

Nach der Festsitzung, die gespickt mit turnerischen Einlagen war, hatten die Besucher Gelegenheit, eine Ausstellung zu besichtigen. Am Samstag standen Schauturnen auf dem Programm, am Sonntag ein Erlebnistag Sport im Freibad.

Nico Fliegner

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