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Bad Düben Einsatz im Feuchtgebiet
Region Bad Düben Einsatz im Feuchtgebiet
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15:03 26.07.2011
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. Und das bedeutet in erster Linie körperliche Anstrengung.

Es ist einer der dieses Jahr selten schönen Sommertage. Das Thermometer ist auf dem besten Weg, die 30-Grad-Marke zu erklimmen, die Sonne hat die Luft bereits extrem aufgeheizt. Wer an diesem Tag auf dem Wanderweg Heide-Biber-Tour vom Eisenhammer in Richtung Bad Düben unterwegs ist, bekommt das Treiben der jungen Briten auf einer der dort angrenzenden Feuchtwiese unweigerlich mit. Die einen sensen Gras, andere harken es zusammen und wieder andere spießen es mit einer Heugabel auf und schichten es anschließend zu kleinen Haufen zusammen. „Vorsicht, hier ist es an einigen Stellen nass", ruft Peter Kaiser vom Verein Dübener Heide, der die Leute vier Wochen lang betreut.

Über das EU-Austauschprogramm Leonardo da Vinci sind sie zu Gast in der Naturparkregion. Dies ermöglicht Menschen, Europa zum Nulltarif zu entdecken. Die Reisen sind jeweils mit Arbeitseinsätzen in der Natur und Landwirtschaft verbunden. Obendrauf gibt es Bildung gratis dazu. „Wir haben uns schon auf die Spuren des Bibers und des Fischadlers begeben, zum Beispiel das Haus am See in Schlaitz besucht", erzählt Kaiser. Seine Schützlinge schwärmen: „Das ist eine schöne Region. Es gibt viel zu entdecken", sagt Samuel, der sich mit Ökologie beschäftigt und später in diesem Bereich arbeiten will. Harriett will im Forstbereich etwas machen. Und Thomas schwebt vor, später mal als Farmer, also Landwirt zu arbeiten.

Viel Zeit zum Plaudern haben Kaiser und die Briten an diesem Tag nicht. Das Programm des vierwöchigen Aufenthalts in der Dübener Heide ist vollgepackt. Die Briten greifen wieder zu ihren Arbeitsgeräten und machen mit vollem Körpereinsatz weiter. „Wir können hier nicht mit dem Traktor arbeiten, der würde versinken", erklärt Betreuer Kaiser die Arbeitsweise, die ein wenig an vorindustrielle Zeiten erinnert. Doch die Mahd der 2,5 Hektar großen Fläche sei notwendig. Die Wiese dürfe nicht weiter „verbuschen". Das Schnittgut wird später ein Bio-Bauer aus Söllichau abholen und zu Kompost verarbeiten. „Mit dem Gras kannst du keine Kuh fett machen, vielleicht gerade noch ein Pferd auf Diät setzen", weiß Kaiser. Die Briten haben die Anweisung, das Gras in unterschiedlichen Höhen zu sensen. Ohnehin würden zehn Prozent stehen bleiben. „Unser Ziel ist es, die Wiese zu pflegen, um sie letztlich in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten. Hier gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt. Wir haben schon zig Schmetterlinge, Raupen, Eidechsen und Käfer gesehen", sagt Kaiser.

Bis in den Abendstunden werden die Briten an diesem Tag noch zugange sein im Hammerbachtal. Dann warten eine Mahlzeit und ihre Betten im Landgasthof Pressel auf sie. In den kommenden Tagen werden sie noch mit einem Förster unterwegs sein und am Fest „Kunst mit Kettensägen" teilnehmen, das am Wochenende in Tornau steigt, bevor es dann mit viel gewonnenen Eindrücken wieder nach England, Wales und Schottland zurückgeht.

Nico Fliegner

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