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Einst ausgestorben – Werden Wildkatzen in der Dübener Heide wieder heimisch?

Wiederansiedlung Einst ausgestorben – Werden Wildkatzen in der Dübener Heide wieder heimisch?

Nach der Entdeckung der Wildkatze an der Bundesstraße 183 bei Weidenhain wächst die Hoffnung, dass die Tiere wieder in der Dübener Heide heimisch werden. Wir sprachen mit dem Entdecker des überfahrenen Tieres, Dieter Selter, Vorsitzender der Regionalgruppe Torgau des Naturschutzbundes (Nabu), der diese Katze auch als Wildtier identifizierte.

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Quelle: dpa

Nordsachsen. Nach der Entdeckung der Wildkatze an der Bundesstraße 183 bei Weidenhain wächst die Hoffnung, dass die Tiere wieder in der Dübener Heide heimisch werden. Anfang nächsten Jahres soll deshalb in einer großen Aktion eine Wildkatzenerfassung in der Region durchgeführt werden. Wir sprachen mit dem Entdecker des überfahrenen Tieres, Dieter Selter, Vorsitzender der Regionalgruppe Torgau des Naturschutzbundes (Nabu), der diese Katze auch als Wildtier identifizierte.

Dieter Selter.

Dieter Selter.

Quelle: Archiv

Wie haben Sie feststellen können, dass das gefundene Tier eine seltene Wildkatze ist?

Einige äußere Merkmale deuteten darauf hin, dass es sich um eine Wildkatze handelt. Der dicke buschige Schwanz mit stumpfer Spitze ist dabei nur eines dieser Merkmale. Auch der fleischfarbene Nasenspiegel war ein deutlicher Hinweis. Durch vor Ort gemachte Fotos wurde das Tier zudem von Almut Gaisbauer, Projektmanagerin für die Aktion "Wildkatzensprung" in Sachsen, vorerst bestimmt. Zum späteren Zeitpunkt wurde die Katze den zuständigen Behörden gemeldet und zur Untersuchung an das Senckenberg Museum nach Dresden übergeben. Im Oktober wurde der Fund dann offiziell als Wildkatze bestätigt.

Was bedeutet diese Bestätigung für Sie?

Für mich als einheimischer Naturfreund ist dieser Fund ein eindeutiger Nachweis für die Art in der Dübener Heide. Ich würde mich freuen, wenn sich diese Wildtierart wieder in der Heide etablieren würde. Der Lebensraum für die kleine Katze, insbesondere die Großräumigkeit und Strukturvielfalt, ist in der Dübener Heide auch für diese Art gegeben. Außerdem bin ich froh darüber, dass dieser Hinweis auf das tote Tier nicht verlorengegangen ist. Es beweist eben immer wieder, dass man als Naturfreund zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss. Natürlich spielt auch immer wieder der Zufall eine Rolle.

Was könnte Ihrer Meinung nach der Grund für das jahrelange Verschwinden der Wildkatze sein und was stellt die hauptsächliche Bedrohung für die Art da.

Ob die Wildkatze jahrelang die Heide nicht bewohnt hat, könnte ja angezweifelt werden. Es gibt einfach zu wenig Menschen, die diese Art kennen. Von Jägern sind die Wildkatzen meiner Erfahrung nach kaum bedroht. Die Tiere sind heimlich und ausschließlich des Nachts unterwegs. Wildkatzen und wildfarbige Katzen werden von Jägern im Waldbestand kaum geschossen. Gefährdet sind die Tiere hauptsächlich durch Zerstörung ihrer Lebensräume - also durch das allgemeine Aufräumen des Waldes, durch das Beseitigen von Totholz, hohlen Stämmen und so weiter, sowie durch großflächige Monokulturen und vor allem durch den Straßenverkehr im Waldgebiet. Nicht unerheblich sind auch streunende Hauskatzen für den Bestand der Wildtiere. Durch Kreuzungen beider entstehen sogenannte Blendlinge. Diese Mischlinge sind für den Wildbestand für immer verloren.

Wieso wurde also gerade in der Dübener Heide eine Wildkatze entdeckt?

Wie schon gesagt: Die Dübener Heide mit ihrem Schutzgebieten stellt noch über große Flächen für die Art einen prädestinierten Lebensraum dar. Auch ist eine Einwanderung beziehungsweise ein Genaustausch mit Tieren aus dem Harz möglich. Ich als Naturfreund und jahrelanger Kenner der Dübener Heide weiß, dass sich die Art hier wahrscheinlich etablieren könnte, wenn sie nicht sogar schon da ist. Man muss eben auf Katzen-Straßenverkehrsopfer, welche wildfarben sind, besonders achten und sich die Tiere genau ansehen. Außerdem soll vom Wildkatzenprojekt "Wildkatzensprung" ein Monitoring zum Nachweis der Art im nächsten Jahr durchgeführt werden. Anhand von Lockstöcken und Fotofallen könnten dann vorkommende Wildkatzen nachgewiesen werden.

Interview: Kristin Engel

Helfer für Wildkatzen-Erfassung gesucht

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sucht für sein Projekt „Wildkatzensprung“ noch ehrenamtliche Helfer. Mit ihnen soll voraussichtlich von Januar bis April in der Dübener Heide eine Wildkatzen-Erfassung durchgeführt werden. Mit Lockstöcken, an denen sich die Wildkatzen gern reiben und dann Haare hinterlassen, und mit Wildkameras soll das Vorkommen der Tiere in der Naturparkregion erfasst werden. Dafür werden auch Helfer gesucht.
Wen das interessiert und wer sich vorstellen kann, sich an diesem Projekt zu beteiligen, ist als Unterstützer willkommen. Bereits am 7. Dezember findet dazu ein Einführungs- und Qualifizierungskurs im Naturparkhaus in Bad Düben statt.

Anmeldungen werden erbeten bei Janine Meißner, Telefon 0177 4261422, oder per E-Mail: bibermanagement@naturpark-duebener-heide.com. Rückfragen sind unter diesen Kontaktdaten ebenfalls möglich.

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