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Bad Düben Eltern üben Kritik an Laußiger Kita
Region Bad Düben Eltern üben Kritik an Laußiger Kita
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20:00 08.09.2011
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. Es gibt Beschwerden. Von „unzumutbaren Zuständen" ist dabei die Rede. Im Fokus stehen insbesondere die Essensversorgung und die Schließzeiten.

Gemeinderatssitzungen sind entweder so spannend wie das Umfallen eines Sackes Reis in China oder eben auch nicht. Die jüngste Zusammenkunft der Volksvertreter hatte jedenfalls Potenzial für mehr. Als die Tagesordnungspunkte weitgehend abgearbeitet waren und der meist belanglose Punkt „Sonstiges" aufgerufen wurde, ließ der Laußiger Gemeinderat Remo Richter die Katze aus dem Sack.

Die Zufriedenheit „vieler Eltern" mit der diakonischen Kita ließe „zu wünschen übrig", sagte er. Laußiger hätten sich an ihn gewandt, damit die Gemeinde dafür Sorge trage, dass die Probleme beiseite geräumt werden.

Probleme – das sind in erster Linie die Essensversorgung und die Öffnungszeiten. Laut Richter sei es „unzumutbar", den Krippenkindern deftige Kost wie Rippchen mit Kartoffeln aufzutischen. Dies sei alles andere – nur nicht kindgerecht. Und dann wären da noch die Öffnungszeiten. „In den Ferien hieß es, ihr müsst eure Kinder zu Hause betreuen – und trotzdem weiter bezahlen", ergänzte Manfred Otto. Die Diakonie mache seit Jahren Sommerpause. Richter ergänzte: „Oder die Kinder sollen dann in eine andere Einrichtung gehen." Eine andere des Trägers gibt es allerdings nicht in Laußig, sondern in Bad Düben.

„Wer Probleme hat, muss sich an uns wenden", reagierte Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) auf die Vorwürfe. Ihm war bis dato noch nichts zu Ohren gekommen. „Ich werde mit der Diakonie einen Termin machen."

Thomas Rauer, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delitzsch/Eilenburg, sieht diesem „mit Interesse" entgegen. „Jede Beschwerde kann helfen, es noch besser zu machen", sagte er. Beschwerden eines Elternpaares liegen ihm jedoch nicht vor. Zu der deftigen Kost erklärte er: „Zufälligerweise habe ich die Rippchen an dem in Frage kommenden Tag selber essen dürfen. Ich kann sie nur weiterempfehlen."

Die Einrichtung in Laußig erhält das Essen aus Delitzsch. Die dortige Küche versorgt nach Diakonie-Angaben fünf Kitas mit etwa täglich 400 warmen Mahlzeiten. Sie kocht an etwa 360 Tagen im Jahr. „Da erscheint natürlich eine breite Palette von Gerichten im Laufe der Zeit." Auf Nachfrage in anderen Einrichtungen sei dem Diakonie-Chef derweil mitgeteilt worden, „dass gerade die älteren Krippenkinder es genossen haben, mit den Fingern die Rippchen essen zu dürfen. Bei den jüngeren Krippenkindern wird in der Regel das Essen klein geschnitten und vorportioniert".

Zu den Öffnungszeiten räumte Rauer ein, dass es in den Ferien Probleme gegeben habe. „Zur Zeit dürfen wir 108 Kinder in dieser Einrichtung betreuen, etwa 20 Kinder sind in der Regel in der Ferienkernzeit anwesend. Wenn wir im Sommer zu viele Mitarbeiter vorhalten, fehlt deren Arbeitszeit dann, wenn viele Kinder da sind. Aber gerade dann sollen doch die Programme laufen, an denen alle teilnehmen möchten."

Rauer setzt auf das Gespräch mit den Eltern. Noch in diesem Monat sollen die über den sogenannten Reduzierungszeitraum informiert werden. Bis Ende Januar 2012 sollten sich Eltern melden, die an der Notbetreuung teilnehmen möchten. In diesem Sommer hatten sich Mütter und Väter von maximal 20 Kindern gemeldet. Rauer: „Auch in den Vorjahren war dieses ein wichtiges Thema auf den Elternversammlungen. Geholfen hat es allen, da wir eine bedarfsangepasste Urlaubsplanung vornehmen konnten, um bei dem in Sachsen viel zu niedrigen Betreuungsschlüssel das Beste für die Kinder zu ermöglichen."

Nico Fliegner

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