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Elvira Seidel - die gute Seele der Awo sagt adieu

Elvira Seidel - die gute Seele der Awo sagt adieu

Etliche Tränen hat sie schon vergießen müssen. Doch mit 66 Jahren ist ihre Zeit als rührige Seniorenbetreuerin bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bad Düben abgelaufen.

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Elvira Seidel lebt die Philosophie der Arbeiterwohlfahrt - nämlich anderen Menschen helfen.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Elvira Seidel, die Frau mit dem Herzen am rechten Fleck, geht jetzt in den wohlverdienten Ruhestand, ist quasi auf Abschiedstour, so gestern in der Geschäftsstelle des Verbandes, wo sie eine Runde Kaffee und Brötchen für die Mitarbeiter auftafelte.

Seit nunmehr elf Jahren war sie als Seniorenbetreuerin in Bad Düben tätig. Das große Los hatte sie im Alter von 55 Jahren gezogen - zunächst fand sie als ABM bei der Awo eine neue Arbeit. Daraus ist dann später eine Festanstellung geworden. Glücksjahre für die Presslerin. Am liebsten würde sie weitermachen. Sie fühlt sich mental und körperlich fit. "Aber das Alter, um aufzuhören, ist nun mal da", erzählt sie. "Und das macht mich eher weniger glücklich."

Ihre Arbeit mit den Senioren in der Stadt habe sie "geliebt". Mit den Menschen arbeiten, Treffen, Veranstaltungen und Reisen organisieren - das war ihr Ding. Auch für das betreute Wohnen in der Neuhofstraße war sie Ansprechpartnerin. Die damalige Awo-Chefin Rosmarie Lange "hat zu mir gesagt: 'Frau Seidel, sie haben die Verantwortung für das Haus und haben dafür zu sorgen, dass es belegt ist'. Das war für mich immer Ansporn".

Elvira Seidel war täglich um 8 Uhr auf der Arbeit - und meistens länger im Einsatz, als in ihrem Arbeitsvertrag stand. "Sie war mit Herzblut bei der Sache und hat nie auf die Uhr geschaut", sagt Steffi Vanhauer, die in der Awo-Sozialstation im Bereich Verwaltung arbeitet. Als Betreuerin habe sie sich "um alles gekümmert und für alle immer ein offenes Ohr gehabt". Zudem bescheinigen ihr die Kollegen großes Organisationstalent. "Sie hat Awo gelebt und war mit Leib und Seele bei der Arbeit", so Verbandsgeschäftführerin Kathrin Enders.

Bei den Rentnern sammelte sie im Laufe der Zeit viele Pluspunkte. "Frau Seidel war immer auf Zack und lustig", gibt Bewohner Walter Schreyer Einblicke in den Alltag des Seniorentreffs. Dass sie geht, sei schmerzlich. Und Pflegedienstleiterin Antje Lehmann meint: "Wir sind natürlich alle sehr traurig, aber freuen uns auch auf ihre Nachfolgerin." Das wird Bärbel Heyer aus Bad Düben sein, die den Awo-Ortsverein leitet. Sie übernimmt künftig Elvira Seidels Aufgaben. Und die wünscht ihr ein gutes Händchen und ebenso viel Freude an der neuen Tätigkeit.

Der Awo wird Elvira Seidel treu bleiben und ehrenamtlich weiter arbeiten. "Ansonsten werde ich mich um Haus, Hof und Garten kümmern - und um meinen Mann natürlich, der sich ab jetzt wieder an mich gewöhnen muss."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013
Nico Fliegner

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