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Emotionen und klare Worte bei Elterngespräch in Bad Düben

Evangelisches Schulzentrum Emotionen und klare Worte bei Elterngespräch in Bad Düben

So voll ist es in der Stadtkirche von Bad Düben wohl nur zu Weihnachten. Die Sorge um die Zukunft des Evangelischen Schulzentrums treibt die Eltern um.

Das Interesse an der Gesprächsrunde in der Bad Dübener Stadtkirche war groß.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Es war ein Abend vieler Emotionen, aber auch der klaren Worte. Eine außerordentliche Elternversammlung hat am Montagabend in der Stadtkirche gemeinsam mit dem Trägerverein ausgelotet, wie die Zukunft am Evangelischen Schulzentrum gestaltet werden kann. Ausgangspunkt waren interne Querelen, die fünf Lehrerinnen und eine Erzieherin zum Anlass genommen haben, zum Schuljahresende 2018 zu kündigen. Zuvor hatte sich der Träger bereits von Schulleiterin Cordula Nowack getrennt.

Elternvertreter: Frage nach dem Warum

Die Frage nach dem Warum stand daher ganz oben auf der Liste vieler besorgter Eltern. Der Dissens über das künftige Miteinander von Grundschule und weiterführender Schule gärt offenbar schon lange. Superintendent Mathias Imbusch, Mitglied im Vorstand, bedauerte eine „große Distanz“ vieler Grundschullehrer zum Projekt Schulzentrum-Ausbau. Dies habe schlussendlich wohl zur Trennung geführt. In der Debatte wurde deutlich, wie groß diese Distanz zum Millionenprojekt tatsächlich ist, die der Trägerverein auch auf Wunsch vieler Eltern nach einer weiterführenden Schule seit Jahren vorantreibt. So gab es unter anderem ein Votum der meisten Grundschullehrer, einen Austritt der evangelischen Grundschule aus dem Trägerverein zu prüfen. „Das ist mit mir, das ist mit uns nicht zu machen“, legte sich Imbusch fest.

Schulleiterin: Klare Rollenverteilung

Neben der Aufarbeitung des Konfliktes gab es aber auch viele Ansätze, wie die künftige Arbeit gelingen kann. So beschrieb die neue Schulleiterin Antje Reinhold, welche Rolle Lehrer, Schulleitung und Trägerverein haben. „Die Aufgabe der Lehrer ist in erster Linie, im Sinne der Montessori-Pädagogik die Fähigkeiten aus den Kindern zu heben, die sie befähigen, selbstständig zu agieren.“ Die Schulleitung muss dafür sorgen, dass das Personal diese Aufgabe bestmöglich erfüllen kann. Und der Trägerverein sei für den wirtschaftlichen Rahmen zuständig, damit das Gebilde Schule funktioniert. Reinhold, die neben ihrer Lehrertätigkeit auch schon in verantwortlichen Positionen in der Wirtschaft und so auch mit Personalfragen beschäftigt war, sagte: „Mit den Vorwürfen wie zuletzt kommen wir keinen Schritt weiter.“ Ihr Vorschlag: Eltern sollten auf die Lehrer zugehen und ausloten, ob sie ihre Entscheidung überdenken. „Ich verspreche Ihnen, dass wir alles dafür tun werden, dass Ihre Kinder weiter Spaß an ihrer Schule haben.“

Trägervorstand: Die Tür ist nicht zu

Dass die Tür für die Lehrerinnen nicht endgültig zu ist, betonte auch Trägervereinsvorstand Jens Findeisen. „Wir werden mit jedem das Gespräch führen.“ Zeitgleich aber wird der Vorstand reagieren und Stellenanzeigen aufgeben. Superintendent Imbusch stellte Hilfe aus der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland in Aussicht: „Wir werden bei Bedarf neues Personal gewinnen. Ich bin überzeugt, diese Situation werden wir meistern.“ An diese Verpflichtung erinnerte auch Bürgermeisterin Astrid Münster: „Diese Schule hatte bei ihrer Gründung gegen einige Widerstände zu kämpfen. Jetzt, wo es in der Stadt eine breite Unterstützung für das Projekt Evangelisches Schulzentrum gibt, machen Sie sich selbst das Leben schwer. Das kann nicht sein.“ Münster warnte davor, diese einmalige Chance für die Bildungslandschaft zu gefährden.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bot zuletzt Ulf Jäckel an. Der Konfliktberater und Mediator aus Schnaditz möchte eine „Zukunftskonferenz Schule“ einberufen. Hier sollen alle Beteiligten Lösungswege erarbeiten, wie künftig Kommunikation besser funktionieren kann und welche Ziele angestrebt werden. Dieses Angebot wurde dankend angenommen und soll nun von Elternrat, Trägerverein und pädagogischem Team entschieden werden. Ein Ziel konnte bereits erreicht werden: Bei fast allen war der Wille spürbar, die Schule im Interesse der Kinder am Leben zu erhalten und weiter zu gestalten. „Das ist ein Zeichen der Hoffnung und der Vernunft“, sagte der Moderator des Abends, Pfarrer Friedemann Krumbiegel: „Haben Sie nun bitte auch Vertrauen in das Gelingen.“

Fazit: Eltern werden mehr einbezogen

Elternvertreter äußerten später, dass die Stimmung geteilt sei. Es gäbe die, die sich dank der Informationen und Argumente beruhigt sehen. Aber es gäbe auch jene, die weiter skeptisch sind. Jens Findeisen zeigte sich dankbar, dass die Aussprache in einer „sachlichen und konstruktiven Atmosphäre stattgefunden hat.“ Die Erfahrungen der letzten Wochen hätten auch zu der Selbsterkenntnis geführt, dass es zwingend notwendig ist, die Elternschaft intensiver einzubeziehen.

Von Kathrin Kabelitz

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