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Entscheidung zur Stadtbibliothek gefallen

Entscheidung zur Stadtbibliothek gefallen

Bad Düben. Das monatelange Tauziehen um die Bad Dübener Stadtbibliothek hat seit Donnerstagabend ein Ende. Der Stadtrat votierte mit einer Gegenstimme (FDP-Stadtrat Eckehard Tulaszewski), dass die Bücherei ab 1. Januar vom Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordsachsen betrieben wird – und zwar in der oberen Etage des Jugendhauses Poly im Windmühlenweg.

. Die Stadt und die Awo werden jetzt einen Übernahmevertrag aufsetzen und abschließen. Mit der Übernahme wechseln dann auch die bis dato zwei Beschäftigten bei der Stadtverwaltung zum Awo-Kreisverband. Ein Jahr lang werden sie aber noch zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt. Ab 1. Januar 2012 gilt dann für sie der Tarifvertrag der Awo.

Die Stadt Bad Düben schlägt mit dieser Lösung gleich mehrere Fliegen mit einmal. Die Kommune ist mit der endgültigen Variante dem Wunsch zahlreicher Bürger nachgekommen, die eine zuerst von der Verwaltung favorisierte Zersplitterung der Bibliothek als ungünstig empfanden und entsprechende Kritik übten. Die Bibo sollte in eine Hauptstelle in die Touristinfo am Paradeplatz untergebracht werden sowie in Nebenstellen in den Dübener Schulen (wir berichteten). Des Weiteren muss die Stadt nun kein Geld mehr in eine aufwendige Sanierung des in die Jahre gekommenen Würfels stecken, wo die Bibo zurzeit noch untergebracht ist. Das Objekt wurde nach mehreren Wasserschäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Kommune will es abreißen. „Der wirtschaftliche Aspekt ist die Einsparung von Betriebskosten", heißt es in der Begründung zum Donnerstagabend gefassten Beschluss. So wird die Stadt in den nächsten zwei Jahren mindestens 20 000 Euro einsparen.

Die Stadträte lobten unisono die Pläne der Verwaltung, insbesondere das Betreiberkonzept, das die Bibliotheksbeschäftigten mit der Awo gemeinsam erarbeiteten. „Nach anfänglicher Skepsis frage ich mich, warum wir das nicht schon viel eher so gemacht haben", sagte Stadtrat Andreas Flad (Die Linke). Werner Stärzel (CDU) zeigte sich „richtig froh, dass wir jetzt eine geschlossene und zusammengefasste Bibliothek" haben. Und auch Edith Scheeren (FWG) war „sehr begeistert" von der aktuellen Lösung. Nur Stadtrat Eckehard Tulaszewski schoss quer. „Es ist das erste Mal im Landkreis, dass eine Stadt ihre Bibliothek als freiwillige Aufgabe regelrecht über Bord gehen lässt, um damit eine falsch verstandene Haushaltskonsolidierung zu betreiben", sagte er.

Mehr über das neue Konzept lesen Sie in der LVZ Delitzsch-Eilenburg am Sonnabend.

Nico Fliegner

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