Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Eröffnung Mühlensaison in Nordsachsen
Region Bad Düben Eröffnung Mühlensaison in Nordsachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 11.04.2010
Anzeige
Kyhna

Und trotz der dunklen Wolken am Himmel, hatten sich zum Auftakt zahlreiche Freunde des traditionellen Müllerhandwerks eingefunden. Was Zimmermeister Martin Wernicke geschaffen hat, davor müsse er den Hut ziehen, sagte gestern Nachmittag Peter Schüßler, Vorsitzender des Vereins Mühlenregion Nordsachsen. Doch Hut abnehmen war nicht, denn Schüßler hatte sich in traditionelle Müllermeister-Schale geschmissen und trug eine Kappe. Schließlich oblag es ihm, die begrüßenden Worte zu sagen und launig lobte er bei dieser Gelegenheit auch noch Landrat Michael Czupalla (CDU), der wohl auch „etwas Mehl im Blut“ habe müsse, ob seines Interesses für die Müllersleut’. Die Damen vom Verein hielten derweil Müllerbrot aus Badrina bereit, das den Honorationen, unter war auch Neukyhnas Bürgermeisterin Christine Lösch (CDU), sicher selbst ohne das sonst übliche Salz mundete. Dann bliesen die Zwochauer Musiker besonders kräftig in die Fanfaren, schließlich war unter ihnen auch der Kyhnaer Mühlenbesitzer Martin Wernicke selbst.  

Kyhna. Seit gestern drehen sich wieder die Mühlenflügel in der Region und die Betreiber der historischen Bauwerke laden Gäste zum Besuch ein. Die Saison 2010 in Nordsachsen wurde am Nachmittag an der Paltrock-Mühle Wernicke in Kyhna eröffnet. Und trotz der dunklen Wolken am Himmel, hatten sich zum Auftakt zahlreiche Freunde des traditionellen Müllerhandwerks eingefunden.

  „Wir sind froh, dass wir hier solche Leute haben“, setzte Vereinschef Schüßler auf seine Lobesworte noch eines drauf und wusste wohl, wovon er sprach. Denn der Zimmerermeister zeigte mit seiner Frau Conny in der Vergangenheit ein großes Herz für die alte Bockwindmühle. 1990 hatten sie diese – in ihr wurde bis 1955 gemahlen – vom Besitzer Kurt Dorn übernommen. 2002 beschädigte ein Sturm das Bauwerk so schwer, dass sogar ein Flügel über 500 Meter weit entfernt ins Feld flog. Trotz des Schaden entschlossen sie sich, die Mühle zu stabilisieren und umzubauen. Sie informierten sich bei anderen Paltrockmühlenbesitzern und fingen an. Im Januar 2005 ging dann der 28 Tonnen schwere Mühlenkasten an einem Kran in die Luft und wurde in die neue Position gebracht (wir berichteten). Jetzt dreht sich die Mühle auf 60 Stahlrollen in alle Himmelsrichtungen und die alte Bockkonstruktion steht weiterhin auf dem Gelände und war gestern auch wie alles andere zu besichtigen. „Wir bauen zusammen immer Maschinen“, sagte Eckart Wiegräbe und meinte damit seinen Nachwuchs. Er war mit seiner Frau Kerstin und Sohn Nils (5) aus Taucha nach Kyhna gekommen und erklärte weiter: „Aber solche tollen Windmühlen können wir natürlich nicht bauen.“ Umso interessanter sei es, sie anzusehen und sie fänden diese ganz toll. Wiegräbes waren zum ersten Mal auf dem Mühlengelände. Sonst kannten sie Kyhna nur wegen des Spargels. Doch auf diesen brauchten sie gestern noch nicht einmal zu verzichten. Denn das erste Edelgemüse des Jahres 2010 war an einem Stand genauso zu haben, wie heiße und kalte Getränke sowie Kaffee und Kuchen. So wurde es richtig bunt rund um die Paltrockmühle, die sich übrigens „bald von ganz allein“ in die richtige Richtung drehen soll. „Wir wollen noch ein Windrad dafür anbringen“, erzählte Martin Wernicke. „Dafür ist schon alles vorbereitet“. Die Kyhnaer Mühle ist auch auf Anmeldung zu besichtigen. Anruf unter Telefon 034202/94460 genügt. Nach der gestrigen Saisoneröffnung steht schon bald ein weiterer Höhepunkt an. Am Pfingstmontag, dem 24. Mai, wird in Laußig der 17.Deutsche Mühlentag in der Region gestartet.

Lutz Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phpKexzTf20100407195501.jpg]
Bad Düben. Das Mediclin Waldkrankenhaus in Bad Düben hat sich einem Qualitätsmanagement unterzogen und ist jetzt zertifiziert worden.

07.04.2010

Der Verein Museumsdorf Dübener Heide, der die Obermühle betreibt, hat jenes denkmalgeschützte Objekt am Ostermontag erstmals in diesem Jahr geöffnet und damit den Startschuss in die Saison gegeben.

06.04.2010

Ostern war bei den Mädchen und Jungen der Bad Dübener Jugendfeuerwehr einiges los. Traditionell traf sich die Jugendabteilung der Wehr zum Osterfeuer am Gerätehaus.

05.04.2010
Anzeige