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Bad Düben Erste Benefiz-Kunstauktion der Bad Dübener Stadtkirche
Region Bad Düben Erste Benefiz-Kunstauktion der Bad Dübener Stadtkirche
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06:00 02.12.2017
Die Bad Dübener Annemarie und Werner Wartenburger schauten sich die Angebote bei der Auktion an. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Zum ersten Mal fand jetzt in der Bad Dübener Stadtkirche eine Kunstauktion. Der Leipziger Auktionator Michael Ulbricht war nach Bad Düben gekommen. Für ihn kein unbekanntes Terrain. Der pensionierte Lehrer arbeitete bis zur Wende im Lehrerinstitut Hohenprießnitz. Schwerpunkt seines Buch-und Kunstantiquariats ist die Leipziger Schule von Max Klinger bis Neo Rauch. Da gerät der Auktionator förmlich ins Schwärmen, wenn er auf die Feinheit der Linien, die Perfektion der Radierungen und Schnitte der Werke hinweist: „Das ist mein Hobby. Ich mache das mit Leidenschaft“.

Auktionator Michael Ulbricht in seinem Element. Wortreich und gestikulierend warb er für seine Schätze und Schätzchen. Quelle: Steffen Brost

Werke von Klinger, Chagall und Picasso

Über 50 Schätze und Schätzchen hatte der Macherner dabei. Hauptsächlich Werke von Max Klinger, Marc Chagall oder Pablo Picasso. Als Druck, Lithografie oder Kunstdruck. „Ich war vor kurzem im Delitzscher Schloss. Da sprachen mich Bad Dübener an, ob man so etwas nicht in der Kurstadt machen könne.“ Es ist eine Kunstauktion mit Benefizcharakter. „Auf die ersteigerten Werke kommen 15 Prozent drauf und die verbleiben in der Kirchgemeinde“, so Ulbricht. Für Kantor Norbert Britze eine gute Sache: „Das Geld fließt in den für 2019 geplanten Umbau des Lutherhauses. Das soll komplett umkonzipiert werden“, so Britze.

Für jede Brieftasche etwas dabei

Anfangs recht spärlich, kamen dann immer mehr Besucher. Den ganzen Nachmittag war Zeit, sich die Werke anzuschauen und zu überlegen, ob man ein Gebot abgibt. „Es ist für jede Brieftasche etwas dabei“, warb Ulbricht für seine Werke. Die Versteigerung, deren Regeln der Auktionator zu Beginn erklärte, wurde zu einer Lehrstunde in Unterhaltung und Kunstgeschichte. Ulbricht würzte seine Angebote mit humorvollen Anekdoten und eigenen Erlebnissen. Man merkt schnell, dem quirligen Ex-Lehrer macht das Spaß. Eine Kunstauktion muss keine bierernste Sache sein. Mit Humor brachte der Experte die Werke an den Mann oder die Frau. Auch der Bad Dübener Ulrich Zschüntzsch kam mit Frau Marianne vorbei. „Ich habe mit Michael Ulbricht studiert. Mich interessiert das, weil ich seit meinem Ruhestand hobbymäßig male“, sagte Ex-Sportlehrer Zschüntzsch. Und so schnellte seine Hand gleich beim ersten Werk nach oben. Für zehn Euro ersteigerte er einen Siebdruck von Joseph Beuys mit dem Titel „Letzte Warnung an die Deutsche Bank, in der DDR“. Christian Melzer gefiel ein Kunstdruck des Pariser Künstlers Marc Chagall. Für knapp 400 Euro ersteigerte der ehemalige Chefarzt des Waldkrankenhaus des farbenfrohe Kunstwerk. „Das findet seinen Platz bei uns im Flur“, sagte Melzer. So fanden 15 Werke neue Besitzer und die Kirchgemeinde freut sich über eine untere dreistellige Summe.

Die Bad Dübener Annemarie und Werner Wartenburger schauten sich die Angebote bei der Auktion an. Quelle: Steffen Brost

Von Steffen Brost

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