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Erstem Bad Dübener Bürgersolarkraftwerk könnten weitere folgen

Erstem Bad Dübener Bürgersolarkraftwerk könnten weitere folgen

Das für Bad Düben geplante Bürgersolarkraftwerk könnte der Stein des Anstoßes für weitere Vorhaben in der Kurstadt sein. Denn über geeignete Flächen verfügt die Kommune in ausreichendem Maß.

Bad Düben. Zum Beispiel auf den Plattenbauten der Wohnungsbaugesellschaft ist der Aufbau von Sonnenkollektoren möglich.

Doch zunächst will der Öko-Beirat gemeinsam mit interessierten Einwohnern sein erstes Vorhaben dieser Art stemmen. Über zahlreiche Beispiele in Deutschland haben sich die Mitstreiter bereits ausführlich informiert. Das am nächsten gelegene in Dessau war ebenfalls auf Initiative aus der Bevölkerung entstanden. Acht Frauen und Männer tüftelten im Sommer 2003 an dem Konzept. Noch im selben Jahr wurde die Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet und ein Gesellschaftervertrag beschlossen, informiert die Initiative auf ihrer Internetplattform. Dann sei mit der Sparkasse ein KfW-Kredit abgeschlossen und die Module eingekauft worden.

Die Preise von damals sind aber denen heute nicht mehr vergleichbar, weiß der Bad Dübener Öko-Experte Günter Dietzsch. Die Kosten für entsprechende Module seien zuletzt um bis zu 30 Prozent gesunken. Kein Wunder, der Markt ist hart umkämpft. Zahlreiche Firmen schossen wie Pilze aus dem Erdboden und konkurrieren, was sich für das Bad Dübener Vorhaben bezahlt machen dürfte.

Beim Dessauer Projekt haben die Initiatoren die sogenannte Aufständerung und die Module in Eigenarbeit installiert. Nachdem der Zähler von den Stadtwerken begutachtet wurde, begann die Einspeisung. Für Anlagen, die 2004 ans Netz gegangen sind, bekommt der Betreiber 20 Jahre lang 57 Cent pro Kilowattstunde. So haben die Dessauer pro Jahr etwa 5000 Euro zur Rückzahlung des Kredits, was etwa in zehn Jahren geschafft ist. Sie verfügen über eine Zehn-Kilowatt-Anlage. Derzeit werden 46 Cent pro Kilowattstunde gezahlt, auch 20 Jahre lang festgeschrieben. Die Vergütung ist degressiv, bedeutet, pro Jahr sinkt der Wert. Deshalb sollte das Dübener Bürgerkraftwerk spätestens 2010 ans Netz, hat sich der Öko-Beirat als Ziel gesetzt und kommt damit seinem ursprünglichen Ziel ein Stück näher – Bad Düben zu einer ökologischen Kurstadt zu machen.

Nico Fliegner

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