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Bad Düben Erstes Bürgersolarkraftwerk in Bad Düben wirft zehn Prozent Rendite ab - neue Pläne
Region Bad Düben Erstes Bürgersolarkraftwerk in Bad Düben wirft zehn Prozent Rendite ab - neue Pläne
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15:54 28.02.2012

. Und nicht ohne stolz konnte Günter Dietzsch das Zahlenwerk am Montagabend auf der öffentlichen Tagung des Öko-Beirates präsentieren: 16.483 Kilowatt Strom haben die Solarmodule, die sich auf dem Dach der Heide-Grundschule befinden, im vergangenen Jahr produziert. Der Energiedienstleister EnviaM wird nunmehr der Bürgersolar GbR, die 17 Anteilseigner zählt, die zusammen 50.000 Euro in die 15-Kilowatt-Peak-Anlage investierten, 6842,73 Euro überweisen.

„Der Vorstand wird demnächst zusammen kommen und über die Rendite beraten", kündigte Dietzsch an, der das Bürgersolarkraftwerk maßgeblich mit auf den Weg gebracht hat. Er konstatierte, dass diese bei zehn Prozent liegen wird. Wer sich also beispielsweise mit 500 Euro an dem Bürgersolarkraftwerk beteiligt hatte, verdiente im ersten Jahr 50 Euro.

Die Ergebnisse liegen damit weit über den Vorstellungen, die die Betreiber des Bürgersolarkraftwerkes vor dem Start der Anlage hatten. Dietzsch sprach immer von einer Rendite, die zwischen vier und sieben Prozent liegen könnte. Jetzt sind es zehn, weil auch die vorausberechnete Energiemenge von 13.500 Kilowatt/Stunde um 20 Prozent überboten werden konnte. Dieses „überaus positive Ergebnis", teilte Werner Gruner vom Öko-Beirat bereits Anfang dieses Jahres mit, sei auf die zahlreichen Sonnenstunden im Mai sowie den sonnigen Herbst von September bis November zurückzuführen.

Den Öko-Beirat ermutigen diese Zahlen jedenfalls, weiter zu machen. Ein zweites Bürgersolarkraftwerk und die Gründung einer Energiegenossenschaft, die es betreiben soll, befinden sich in der Planung. „Es gibt bundesweit einen Trend, Energiegenossenschaften zu gründen", sagte Dietzsch. Erste Interessenten gibt es bereits, aus Reibitz beispielsweise, die am Montagabend die Beiratssitzung besuchten.

Das Musterbeispiel für den Öko-Beirat in Bad Düben ist die niedersächsische Stadt Lehrte. Dort gibt es seit 2010 eine Energiegenossenschaft. Bürgermeisterin und Vorstandssprecher der Volksbank hatten sich vor den Karren gespannt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören aber auch Stadtwerke und Wohnungsunternehmen. Seit der Gründung konnte die Mitgliederzahl von 64 Teilhabern mehr als verdreifacht werden – zurzeit sind es über 220. An der Energiegenossenschaft könne jeder maximal 30 Anteilsscheine zu je 500 Euro erwerben, hat Dietzsch in Erfahrung gebracht. Ähnlich könnte das Modell auch für Bad Düben aussehen. Derzeit verfügt die Lehrter Genossenschaft über ein Geschäftsguthaben in Höhe von 904.000 Euro. Im Moment beschränkt sich die Energiegenossenschaft auf Fotovoltaikanlagen.

Der Öko-Beirat will jetzt ein kommunales Objekt finden, auf dem weitere Module installiert werden könnten. Im März soll dann der Fahrplan für die Genossenschaft stehen.

Nico Fliegner

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