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Bad Düben Ex-Waldkrankenhaus: Fotos von illegaler Behausung in Bad Düben aufgetaucht
Region Bad Düben Ex-Waldkrankenhaus: Fotos von illegaler Behausung in Bad Düben aufgetaucht
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14:11 19.05.2015
Die Fotos sind dieser Tage in einem Gebäude der alten Klinik-Ruinen in Bad Düben entstanden. Sie dokumentieren, dass dort Menschen leben und schlafen. Quelle: Privat

"Ich habe den LVZ-Artikel gelesen und bin schockiert. Wir haben uns das angeschaut", erzählt eine Frau aus Bad Düben, die namentlich nicht genannt werden will. "Angeblich sollen sie ja nur eine Nacht vor Ort gewesen sein, weil man ihnen Werkzeug gestohlen hat. Doch für eine Nachtwache richtet man sich so nicht ein", sagt die Frau

Auch Einsatzkräfte, die vor ein paar Tagen zu einem Feuer auf das Gelände gerufen wurden, mutmaßten, dass dort die mit dem Abriss der Gebäude-Ruinen beauftragt Arbeiter wohnen. Feuerwehrmann Tobias Volkmann berichtete von "absolut menschenunwürdigen Bedingungen". Die Fenster- und Türöffnungen seien mit Decken gegen die Kälte versehen worden. Die Rumänen hätten sich zudem einen Ofen gebaut und Elektrokabel verlegt. Außerdem habe er Matratzen zum Schlafen gesehen - der Bildbeweis liegt jetzt vor.

Grundstücksbesitzer Herbert Lischetzki wies die Vorwürfe zurück. Er sprach von einem "professionellen Abrissteam", das angeblich in Trebsen bei Wurzen wohnt und lediglich in Bad Düben arbeitet. Fakt ist aber: Die Rumänen werden legal beschäftigt. Sie konnten entsprechende Papiere vorweisen. Das Wohnen in den alten Baracken ist allerdings nicht erlaubt. Darauf verwies die Stadtverwaltung, setzte sich mit Lischetzki in Verbindung und erhielt jetzt Post. "So einen dummfrechen Brief habe ich bisher noch nie bekommen", sagte Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Alle Vorwürfe seien zurückgewiesen und die Stadt beschimpft worden. "Herr Lischetzki warf der Stadt vor, dass wir keine funktionierende Müllentsorgung hätten und die Bürger deswegen ihren Müll auf dem Gelände abladen. Wir haben es bisher im Guten versucht. Leider müssen wir jetzt zu anderen Maßnahmen greifen, da Herr Lischetzki in keiner Weise mit uns kooperiert." Inzwischen ist der Besitzer von der Stadtverwaltung aufgefordert worden, "ordentlich Zustände" zu schaffen. "Außerdem haben wir entsprechende Entsorgungsnachweise gefordert, damit wir nachvollziehen können, wo der gesamte Bauschutt hinkommt. Wir haben auch das Umweltamt in Kenntnis gesetzt, weil auf dem Klinikareal Plaste verbrannt wurde", so Münster weiter.

Und auch die Polizei hat das Areal im Blick. Sie will in den nächsten Tagen noch einmal vor Ort aufschlagen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten, sagte Tom Kallenbach vom Polizeiposten in Bad Düben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2015
Von Steffen Brost

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