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Ex-Waldkrankenhaus: Zukunft des Geländes in der Schwebe

Ex-Waldkrankenhaus: Zukunft des Geländes in der Schwebe

Die Ideen sprudelten nur so: Jugendherberge, Sportzentrum und Reihenhäuser sollten auf dem ehemaligen Klinikgelände des Waldkrankenhauses in der Hammermühle in Bad Düben entstehen.

Blick auf das ehemalige Waldkrankenhaus-Areal in Bad Düben - kein sehenswerter Anblick. Eigentlich sollten hier schon längst Häuser gebaut worden sein.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Doch bei den Ideen, und nicht mehr, ist es bis heute geblieben. Die LVZ hakte in der Sache nach.

Sechs Jahre sind nunmehr vergangenen, als die Ferienfreizeiten GmbH Dinslaken unter Federführung des Geschäftsführers Herbert Lischetzki aus dem westfälischen Bottrop das Gelände auf einer Auktion für schlappe 15 000 Euro ersteigerte. Mittlerweile liegt das Areal völlig verwahrlost und ungesichert danieder. Kein Warnschild weist auf die zahlreichen vorhandenen Gefahren hin. Muffige Baracken zeigen schauerlich dunkle Fensterhöhlen, ein einsturzgefährdetes Heizhaus samt Schornstein, der jedem Statiker das Blut in den Adern gefrieren lässt, steht in der Landschaft. Verkommene und von Gestrüpp überwachsene Keller zeichnen ein gefährliches Bild, denn immer wieder mutiert das weitläufige Gelände zum Abenteuerspielplatz für Kinder und in jüngster Zeit für sogenannte Softpaintballspieler, die mit bunten Farbkügelchen aufeinander schießen. Die verwinkelten Ruinen bieten hierfür offenbar exzellente Bedingungen. Gewollt ist das alles freilich nicht.

Vor gut einem Jahr entwickelte sich plötzlich geschäftiges Treiben nahe der Reinharzer Straße. Es wurden fleißig Rodungsarbeiten auf dem vorderen Gelände der ehemaligen Klinik durchgeführt. Ordentliche Festmeter Holz und Buschwerk wurden entfernt. Der Plan: Hier sollten als Randbebauung zwischen der Orthopädie-Firma Neubert und dem Waldfriedhof zehn bis zwölf exklusive Einfamilienhäuser entstehen. Gebaut werden sollte bereits im vorigen Jahr, so die Pläne des Eigentümers der Liegenschaft. Passiert ist aber nichts.

Vor gut einem Jahr sagte Bad Dübens Bauamtsleiterin Heike Dietzsch, dass es einen Bebauungsplan gebe, der auch vom Stadtrat bestätigt wurde. Jedoch sei dieser noch nicht rechtskräftig, da der Erschließungsvertrag von einem der Investoren noch nicht unterzeichnet war. Wie ist der Stand aber heute?

Die LVZ erreichte Eigentümer Lischetzki dieser Tage am Telefon in seinem Büro in Dinslaken. Der bestätigte erneut, dass es einen Bebauungsplan für neun Grundstücke inklusive freistehender Einfamilienhäuser gebe. Lischetzki gab auch an, den Erschließungsvertrag unterzeichnet zu haben, doch das konnte das Bauamt auf jüngste Nachfrage nicht bestätigen. Lischetzki daraufhin: "Nach meiner Unterschrift kamen Änderungswünsche seitens der Stadt. Ich soll im Vorfeld noch drei bis vier alte Gebäude abreißen. Erst dann sollte es die endgültige Genehmigung geben. Doch da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ich investiere doch nicht in einen Abriss und dann kommt aus irgendwelchen Gründen die Baugenehmigung für die Häuser nicht", beklagte er das stockende Vorangehen.

Dass das ein ganz normaler Vorgang ist, erklärte wiederum Bauamtsleiterin Dietzsch. "Der erste Entwurf eines Erschließungsvertrages wurde seitens Herr Lischetzkis zwar unterzeichnet. Die endgültige Fassung des Vertrages wartet aber noch auf die Unterschrift. In diesem sind die üblichen Sicherheiten in Form von Bürgschaften geregelt. Es fehlt jedoch noch die Unterschrift des Investors. Erst nach der Unterzeichnung wird der Bebauungsplan veröffentlicht und schließlich rechtskräftig", so Dietzsch.

Und so wird sich das ganze Prozedere wohl noch hinziehen. Sollte es keine Einigung zwischen Lischetzki und der Stadtverwaltung geben, besteht nach einer gewissen Frist die Möglichkeit einer Rückabwicklung des Bebauungsplans für das ehemalige Waldkrankenhausgelände. Und das bedeutet: Am Zustand des Areals wird sich nichts ändern - die Natur holt sich dann das zurück, was ihr einst genommen wurde und verschlingt die übriggebliebenen Ruinen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2014
Von Steffen Brost

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