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Falsche Gäste: Bad Dübens Touristinformation heimlich überprüft

Gäste-Betreuung Falsche Gäste: Bad Dübens Touristinformation heimlich überprüft

Die Bad Dübener Touristinformation im Naturparkhaus ist jetzt erneut zertifiziert worden. Nach 2013 ist es das zweite Mal, dass der Deutsche Tourismusverband der Einrichtung ein Siegel verliehen hat und ihr damit eine „geprüfte Qualität“ bescheinigt. Der Check erfolgte von Mitarbeitern des Verbandes inkognito. Doch es gab auch kritische Punkte.

Freuen sich über die Zertifizierung: Rowena Hiersemann, Jenny Schwamberger und Cornelia Richter.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Das weiße „i“ auf leuchtendem Rot zeigt es deutlich an: Bad Dübens Touristinformation hat den Check bestanden. Genau genommen, erneut. Denn nach 2013 ist es das zweite Mal, dass der Deutsche Tourismusverband der Einrichtung dieses Siegel verliehen hat und ihr damit eine „geprüfte Qualität“ bescheinigt. Leiterin Cornelia Richter und ihre Mitarbeiterinnen Rowena Hiersemann und Jenny Schwamberger sind stolz, dass das quadratische Schild jetzt in neuer Ausfertigung an der Wand des Gebäudes prangt. Selbstverständlich ist das nicht: „In den letzten Monaten haben wir einiges getan, um so viele Kriterien als möglich zu erfüllen.“

Mystery-Check

Informationen zu Öffnungszeiten, Ausschilderung an Zufahrtsstraßen, Parkplätze in unmittelbarer Nähe, qualifizierte und freundliche Mitarbeiterinnen,  die ihre Stadt kompetent vertreten – das ist das Eine. Doch die i-Marke umfasst mehr. Per Mystery-Check prüfen „normale Gäste“, die eigentlich geschulte Mitarbeiter des Verbandes sind, wie fit die Kollegen in Sachen Gästebetreuung  sind. Das beginne mit Telefonaten, bei denen  Prospekte und deren Versand erfragt werden, Anfragen zu Wellness-Angeboten oder Wandertouren, Übernachtungsmöglichkeiten. Dass die Kollegen die Prüfer bei ihren Besuchen erkannt hätten, sei nicht so gewesen: „Es ist sehr oft so, dass die Gäste ganz unterschiedliche Fragen stellen, im letzten Jahr waren es 6690.“

Immerhin: 85 Prozent der erreichbaren Punkte haben die Bad Dübener geschafft,  liegen damit über dem Landes- (77 Prozent) und dem Bundesdurchschnitt (81 Prozent). Viel weiter werde es aber kaum gehen, räumt Richter ein: „Bestimmte Kriterien zu schaffen, bleibt schwierig. Zum Beispiel, was das perfekte Englisch betrifft. Das hängt aber auch damit zusammen, dass diese Kenntnisse so gut wie nicht gebraucht werden, weil es nur 0,05 Prozent unserer Gäste betrifft. Und sind Spanier und Franzosen da, kommen wir mit Englisch nicht weiter, dann muss die Verständigung auch mal mit Händen und Füßen klappen.“

Regale sind jetzt beleuchtet

Andere Schwachpunkte, die nach der Zertifizierungsrunde 2013 deutlich wurden, konnten abgestellt werden. „Die Regale sind jetzt beleuchtet, so lassen sich die Produkte besser präsentieren. Im Innenbereich ist eine Landkarte großflächig angebracht, auf der wir Gebäude, Orte oder Routen zeigen können“, so Richter. Im Bereich der Eingangstür wurde ein Windfang gebaut, der zum einen verhindert, dass die Tür bei Sturm aufgedrückt wird, zum anderen aber auch Kinderwagen-Nutzern und Rollstuhlfahrern einen ungehinderten Zugang ermöglicht. Ein extra Plus gab es für die gut gepflegten, öffentlichen Toiletten im Außenbereich, für die Idee mit der Bock- auf-Bad-Düben-Marke mit den witzigen und farbenfrohen Produkten und deren Präsentation.  „Ein W-Lan-Hot-Spot wäre gut, die Bemühungen darum laufen.“

Auch der seit November 2015 laufende und für mobile Endgeräte optimierte Webauftritt des Tourismus-Bereiches ist ein Ergebnis unserer Bemühungen um mehr Gästeservice. Bemängelt wird, dass es mehrerer Klicks bedarf, ehe der Nutzer auf der Tourismus-Seite sei. Das wird sich mit dem neuen Internet-Auftritt der Stadt, der gerade erarbeitet wird, ändern. Und noch ein Manko wurde benannt. Die nebenan liegende Lounge des Naturparkhauses kam nicht gut weg. „Dort muss es Veränderungen geben. Seitens der Stadt laufen dazu die Bemühungen“, so Richter: „Wir arbeiten an unserer touristischen Infrastruktur, um weiterhin steigende Gästezahlen zu erreichen. Zuletzt waren es mehr als 140 000 Gäste im Jahr.“

Von Kathrin Kabelitz

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