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Fast tausend Gäste erleben Stadtmusikanten-Musical

Fast tausend Gäste erleben Stadtmusikanten-Musical

Bad Düben. Welch ein Spektakel. Mit lautem Geschrei und Kikeriki stürmten die Tiere die Räuberbude und jagten die Bande in den Wald.

Wer kennt nicht das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm, in dem sich Esel, Hund, Hahn und Katze zusammenschließen und als Bremer Stadtmusikanten durch das Land ziehen. Am Wochenende begeisterte ein gleichnamiges Musical fast tausend Gäste an zwei Tagen im Saal des Heide Spa.

Vor der Bühne brillierten die Sänger der Kurrende und die Musiker des Posaunenchores. Hinzu gesellten sich 130 Jungen und Mädchen der Evangelischen Grundschule Bad Düben. In wochenlanger Arbeit studierten die Kinder aller Klassen mit Kantor Lothar Jakob unter der Regie von Brita Kaiser-Deutrich und vielen Helfern das Musical "Die Bremer Stadtmusikanten" ein. "Die Erarbeitung des Stücks glich einem Puzzel, das sich nach und nach zu einem Ganzen zusammenfügte", erinnerte sich die Musiklehrerin.

Eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung war die Anspannung groß. Helene Uhle-Wettler und Nadine Haberland flitzten als Esel und Hahn herausgeputzt über den Flur, während Sophia Lehmann in der Maske noch Katzenaugen angemalt bekam. Zur gleichen Zeit schlüpfte Maurice Börner in sein Hundskostüm. Die Räuber wurden am Sonnabend von Fabian Völz, Moritz Schulze, Moritz Feige, Ben Klemens und Benedikt Schulze gespielt. Am Sonntag schlüpften Fabian Völz, Franz Uhle, Luca Peschel und Albert Ceprakow in diese Rollen. Charlotte Frenkel, Georg Majer, Sina Reneé Henselin und Jonah Schwenke mimten die Tiere. "Dieses Märchen passt gut in die heutige Gesellschaft", bemerkte Jörg Uhle-Wettler zu Beginn des Musicals. Der Esel sei alt, entspreche nicht mehr der Norm und würde nicht mehr gebraucht. Den Hund ersetzt man durch eine Alarmanlage, die alte Katze wird durch eine jüngere ausgetauscht und der Hahn hatte wohl seinen Schnabel zu weit aufgerissen. So beschloss der Gefiederte auf der Bühne, sich den anderen drei Tieren anzuschließen,ehe er im Suppentopf landen würde. Singend und musizierend machte sich die illustre Truppe auf den Weg.

Nun folgte der Auftritt der Räuber, die sich dem Zechgelage hingaben und selbstbewusst keinen Hehl aus ihrem räuberischen Dasein machten. Doch ihr Tun sollte bald ein Ende haben, da die vier Freunde beschlossen hatten, sie zu vertreiben. Dem Räuber, der es wagte zurückzukehren, spielten sie übel mit. Und wenn sie nicht gestorben sind ... Doch an dieser Stelle war noch nicht Schluss. Olaf Majer hatte eine Fortsetzung verfasst und so zogen Esel, Hund, Hahn und Katze nicht nach Bremen, sondern nach Bad Düben, um die Kinder der Grundschule sowie die Mitglieder von Kurrende- und Posaunenchor kennen zu lernen. Das war für Lothar Jakob willkommene Gelegenheit, den Gästen eine Einweisung in die musikalische Früherziehung zu erteilen.

Tosender Applaus und Superstimmung waren der Dank an alle, die vor, auf und hinter der Bühne agierten. "Es war ein unbeschreibliches, tolles Erlebnis", zeigte sich die Schulleiterin Cordula Nowack gerührt. Simone Voigt war beeindruckt, wie die verschiedenen Gruppen von Sängern, Schauspielern und Musikern ein Ensemble bildeten. Monika Ruf-Lehmann und Ulrike Uhle-Wettler standen bei diesem Musical vor elf Jahren selbst auf der Bühne, nun steckten ihre Töchter Sophia und Helene unter den Kostümen von Katze und Esel. "Es war wunderbar und wir beide wissen, wie viel Arbeit hinter so einer Aufführung steckt", erklärten die stolzen Mütter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2013

Nyari, Heike

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