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Bad Düben Deichbau stockt wegen feuchter Böden
Region Bad Düben Deichbau stockt wegen feuchter Böden
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13:52 22.02.2018
Der Deich westlich von Schnaditz ist inzwischen fertig gestellt. Doch für den Schluss des Ringdeiches fehlen noch weitere Deichkilometer. Quelle: Wolfgang Sens
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Schnaditz

Axel Bobbe, Betriebsleiter der zuständigen Landestalsperrenverwaltung Rötha, beruhigt: „Die Firma Eurovia baut hier den etwa 500 Meter langen Abschnitt des Ringdeiches Schnaditz zwischen Profiroll und der Bundesstraße 2 / B 107. Der Teil, der zugunsten von Bäumen gespundet wurde, ist erledigt.“ Mit dem restlichen Deichbau in diesem Bereich müsse aber nun gewartet werden, bis der Boden etwas abgetrocknet ist. Ansonsten werde zu viel Schaden angerichtet.

Witterung kontra Deichbau

Mit dem aufgeweichten Boden haben die Bauleute auch an anderer Stelle des insgesamt acht Kilometer langen Ringdeiches, der die Ortschaft Schnaditz und kleine Teile von Bad Düben schützt, zu kämpfen. Dieser steht im Norden und Osten bereits als Spundwanddeich von drei Kilometern Länge und wird jetzt bis 2020 im Westen und Süden komplettiert.

Der erste Abschnitt westlich der Ortslage Schnaditz wurde in den vergangenen Wochen fertig. Und auch hier konnte die Baustelleneinrichtung bisher wegen der Witterung noch nicht abgebaut werden.

Baurecht da

Im Blick hat die Landestalsperrenverwaltung zudem den sich anschließenden Deichkilometer im Süden. Im Sommer werden die Archäologen die Trasse untersuchen. Was sie finden, entscheidet dann auch darüber, wann dann gebaut werden kann. Dass in diesem Trassenabschnitt ein Grundstückseigentümer die Zustimmung verweigert, führt jedenfalls zu keinerlei Verzögerung. Axel Bobbe erklärt: „Das Baurecht ist da, sodass in diesem Fall enteignet wird.“ Für den Schluss des Ringdeiches selbst fehlen aber selbst dann noch weitere 1,3 Kilometer zwischen Schnaditz und Bundesstraße sowie die beiden Überfahrten an der Staatsstraße 12 bei Schnaditz sowie an der Bundesstraße bei Profiroll. Dafür wird derzeit die Genehmigungsplanung erarbeitet.

Auf einen konkreten Baubeginn will sich Axel Bobbe aber nicht festlegen. Nur so viel: Bis 2020 soll das Bauwerk Schnaditzer Ringdeich, das vor einem sogenannten 100-jährigen Hochwasser schützt, komplett stehen. Danach werden die Bauarbeiter aber noch den drei Kilometer langen Spundwanddeich im Norden und Osten, der derzeit nur eine Kronenbreite von unter einem Meter hat, auf drei Meter verbreitern und die dortigen Böschungen abflachen.

Der Ringdeich Schnaditz ist insgesamt acht Kilometer lang. Der grüne Bereich ist bereits funktionstüchtig. Quelle: Patrick Moye

Der Ringdeich Schnaditz selbst, obwohl allein rund 14 Millionen Euro teuer, ist trotzdem nur ein Teilobjekt des Polders Löbnitz. Dieser soll nun voraussichtlich ab 2022 bei einem Hochwasser, wie es statistisch alle 25 Jahre auftritt, gezielt geflutet werden können. Der Wasserspiegel sinkt damit bei der Bad Dübener Muldebrücke um rund 70 Zentimeter.

Damit das klappt, braucht es sowohl bei Wellaune als auch in Löbnitz noch ein Ein- beziehungsweise Auslaufbauwerk. Diese sind mit jeweils rund 3,5 Millionen Euro so teuer, dass schon die Planung EU-weit ausgeschrieben werden musste. Diese Hürde wurde inzwischen genommen. „Jetzt wollen wir bis Ende dieses Jahres die Planung fertig haben, Anfang 2019 ausschreiben und ab Sommer 2019 bauen“, gibt Axel Bobbe die nächsten Schritte vor. Der nordsächsische Bereich der Mulde bleibt damit eine Großbaustelle.

Von Ilka Fischer

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