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Bad Düben Feuerwehr verunglückt – Zwei Kameraden noch im Krankenhaus
Region Bad Düben Feuerwehr verunglückt – Zwei Kameraden noch im Krankenhaus
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14:57 02.06.2017
Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr verunglückte am Freitag auf der B 183 nahe Bad Düben schwer. Quelle: Fotos: Wolfgang Sens
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Bad Düben

Ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben ist Freitagnachmittag nahe Bad Düben verunglückt. Die wichtigste Botschaft danach kommt von den Kameraden selbst, auf Facebook teilen sie mit: „Wir können glücklicherweise sagen, dass es unseren drei Kameraden den Umständen entsprechend gut geht.“

Brüche und Quetschungen

Nach unbestätigten Informationen befindet sich der schwerverletzte Feuerwehrmann (46) im Krankenhaus St. Georg in Leipzig. Er erlitt Rippenbrüche, einen Handbruch, eine leichte Lungenquetschung und einen Unterschenkelbruch. Einer der beiden in Delitzsch eingelieferten Kameraden sei inzwischen entlassen, der andere liege mit Schlüsselbeinbruch in der Klinik.

Auf dem Weg zu einem Waldbrand kam es zu dem Unfall auf der B 183, in den das zirka 14 Tonnen schwere Tanklöschfahrzeug mit drei Mann Besatzung verwickelt war. Dabei wurden nach Angaben der Polizei neben den drei Feuerwehrleuten weitere Personen leicht verletzt. Den Brand in einem Waldstück bei Görschlitz/Pressel konnten die Ortswehren löschen.

Schwarzer Freitag

Auf Facebook schreiben die Dübener Kameraden von einem „schwarzen Freitag“. Innerhalb weniger Sekunden sahen sie sich damit konfrontiert, ihren eigenen Kameraden Hilfe leisten zu müssen. Sie bedanken sich für die „professionelle Hilfe, große Anteilnahme und moralische Unterstützung“. Auch das Nofalleinsatzteam kam zum Einsatz und hat sich im Dübener Gerätehaus um die Feuerwehrleute gekümmert. Der Unfallhergang sei weiterhin unklar und werde untersucht, wusste Dezernentin Angelika Stoye am Sonntag. „Ein ganz tragisches Unglück, das berührt mich sehr. Alles Gute für die verletzten Kameraden“, so Stoye. Und auch Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster äußerte sich betroffen: „Das schockiert. Nach dieser dramatischen Rettungsaktion, die Bergung des Schwerverletzten soll drei Stunden gedauert haben, bin ich aber auch glücklich und froh, dass es offensichtlich Verletzungen sind, die verheilen. Das andere ist zum Glück nur Geld“, sagte Münster.

Einsatzfahrzeug kippt um

Das Einsatzfahrzeug war gegen 16.25 Uhr auf der B 183 mit Sondersignal von Bad Düben in Richtung Görschlitz unterwegs. Polizeiangaben zufolge bemerkten zwei ebenfalls in diese Richtung fahrende Pkw-Fahrer das Rettungsfahrzeug und hielten an. Der 46-jährige Feuerwehrmann sei, so die Polizei, aber abrupt nach links ausgewichen, verlor dann offenbar die Kontrolle. Das Löschfahrzeug geriet in den Straßengraben, dann zurück auf die Fahrbahn, wo es mit beiden Pkw kollidierte und im rechten Graben auf die Seite kippte. Der Fahrer wurde im zerstörten Fahrerhaus eingeklemmt. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, ein Kran der Feuerwehr Leipzig wurde an die Unfallstelle beordert, um das Einsatzfahrzeug zu bergen.

Auf der B 183 nahe Bad Düben ist am Freitag ein Feuerwehrauto schwer verunglückt. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Rund drei Stunden dauerte es, ehe der Schwerverletzte befreit werden konnte. Die beiden Insassen des Fahrzeugs wurden, so die Polizei, leicht verletzt. Ebenso leicht verletzt wurden die Fahrer der beiden beteiligten Pkw, eine 51-jährige Frau und ein 52-jähriger Mann. Sie wurden vor Ort ambulant behandelt.

Bundesstraße bis in die Abendstunden gesperrt

Bergungsarbeiten sowie Unfallaufnahme des Unfalldienstes der Polizeidirektion Leipzig dauerten bis in die Abendstunden an. Kurz nach dem Unfall wurden drei Rettungswagen, wenig später auch der Rettungshubschrauber zur Unfallstelle gerufen. Letzterer rückte dann offenbar wegen einer Unwetterwarnung wieder ab. Des Weiteren wurden auch die Kameraden der Feuerwehr Eilenburg und umliegender Wehren alarmiert.

Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.

2013 verunglückte Fahrzeug der Delitzscher Feuerwehr

Der Unfall weckt Erinnerungen im Landkreis Nordsachsen: Am 8. Juni 2013 verunglückten kurz nach acht Uhr morgens insgesamt neun Kameraden der Feuerwehr Delitzsch. Auch sie waren auf dem Weg zu einem Einsatz, wollten nach Löbnitz und sollten dort beim Kampf gegen das Hochwasser helfen. Das Löschfahrzeug kam von der Straße ab und fuhr in ein Haus an der B 183a. Einer der Kameraden wurde lebensbedrohlich verletzt und konnte erst zwei Jahre später in das Arbeits- und das Feuerwehrleben zurückkehren. Beim Feuerwehrdienst hat der heute 37-Jährige mit Einschränkungen zu kämpfen.

Von Christine Jacob, Kathrin Kabelitz und Frank Pfütze

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