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Feuerwehrstreit in Bad Düben spitzt sich zu

Feuerwehrstreit in Bad Düben spitzt sich zu

In der Kurstadt BadDüben hat der Streit um ein Tanklöschfahrzeug seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) ordnete am Montagmorgen an, dass das Fahrzeug zur Stadtteilwehr Tiefensee umgesetzt wird.

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Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben marschieren die Rathaustreppe hoch. Sie protestieren gegen die Umsetzung des Tankers.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Daraufhin kam es zu Protesten.

Seit dem Frühjahr ist bekannt, dass die BadDübener Feuerwehr eines ihrer Einsatzfahrzeuge verlieren wird, weil sie mit neuer Drehleiter und neuem Kat-Schutz-Fahrzeug ausgerüstet wurde. Die kleine, zur Stadt BadDüben gehörende Ortswehr sollte das Tanklöschfahrzeug des Typs TLF 16/45 W bekommen, hat bereits das Gerätehaus umgebaut. Unzählige Beratungen hatte es gegeben. Während die Bürgermeisterin argumentiert, mit der Umsetzung des Autos mehr Sicherheit westlich der Mulde gewährleisten zu können, beruft sich BadDübens Feuerwehrchef Sven Hindemitt auf den vom Stadtrat beschlossenen Brandschutzbedarfsplan; danach ist das Gefahrenrisiko in BadDüben höher als in Tiefensee.

In den vergangenen Tagen gipfelte das Thema in einen handfesten Streit zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung. Montag schaffte die Bürgermeisterin der 8400 Einwohner zählenden Stadt Fakten: Garage Nummer vier, in der sonst der rote Tanker stationiert war, stand plötzlich leer, das Auto rollte Richtung Tiefensee.

Mit Unverständnis reagierten 20 Kameraden über den Vorgang, der ihnen bereits Freitagabend vom kommissarisch stellvertretenden Stadtwehrleiter Georg Seitz angekündigt wurde. Daraufhin zogen sie gestern ihre Uniformen an, machten fünf Fahrzeuge mobil und besetzten den Marktplatz - und zwar „ohne dienstlichen Grund und ohne Einsatz- oder Übungsbefehl", so die Stadtchefin. Sie hätten die Autos „zur politischen und persönlichen Demonstration gegen die Dienstvorgesetzten", also Seitz und Münster, benutzt. Geschlossen und mit einem Protest-Brief in der Hand betraten die Kameraden das Rathaus.

Der Empfang war eher kühl als freundlich. Münster wollte mit dem Stadtteilwehrleiter unter vier Augen sprechen. Doch der weigerte sich, wollte seine Unterstützer dabei haben. Daraufhin verweigerte Münster den Zutritt. „So langsam bekommen die hier aber Hausverbot", erklärte sie verärgert. Die Sekretärin nahm das Schreiben entgegen.

Darin äußern die Feuerwehrleute ihren Unmut über die Vorgehensweise und das Auftreten des kommissarisch stellvertretenden Stadtwehrleiters Seitz, der gegen Hindemitt inzwischen ein Verfahren zu seiner Ablösung auf den Weg gebracht hat. Hindemitt soll seinen Posten verlieren, weil er seit Amtsantritt vor vier Jahren versäumt hat, seinen Wehrleiter-Schein zu machen. Jetzt drehen die Dübener Kameraden den Spieß um, fordern die Bürgermeisterin auf, Seitz wegen unkameradschaftlichem Verhalten aus der Feuerwehr auszuschließen. „Schon seit einiger Zeit versucht Herr Seitz zusammen mit den Tiefenseer Kameraden, unseren Stadtteilwehrleiter in ein schlechtes Licht zu rücken", heißt es im Protest-Brief. Seitz wirft Hindemitt unter anderem Mobbing vor.

Bürgermeisterin Münster hält derweil an ihrer Entscheidung bezüglich Tanker fest. Zur Personalie Hindemitt erklärte sie, dass sie auf den Antrag von Seitz reagieren musste. Hindemitt könne bis zum 28. September Stellung nehmen. Danach werde über seine Zukunft als Wehrleiter entschieden.

Die Dübener Kameraden geben nicht auf. Sie wollen, dass sich jetzt der Stadtrat mit den Problemen beschäftigt.

Nico Fliegner / Steffen Brost

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