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Fischsterben in Bad Düben? Anwohner in Sorge um Schwarzbach

Fischsterben in Bad Düben? Anwohner in Sorge um Schwarzbach

Hans Wotta ist Rentner. Jeden Tag genießt er auf seinem Grundstück in der Schrebergartenstraße in Bad Düben sein liebevoll gepflegtes Kleinod. Und er hat dabei ein Ritual.

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Hans Wotta aus Bad Düben steht jeden Tag an der Schwarzbachbrücke in der Torgauer Straße und sucht nach den Fischen im Bach.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Gemeinsam mit Schäferhündin Lisa beobachtet er beim täglichen Gassigehen die Fische am Schwarzbach, der direkt am Grundstück vorbeifließt. Doch die Fische sind verschwunden. "Ich habe das schon vor einer Weile festgestellt. Die Fische sind weg. Sonst haben sie immer in der Strömung unter der Brücke gestanden. Da waren mitunter richtig große Dinger dabei. Doch da ist nichts mehr." Vor zwei bis drei Jahren habe er sogar regelmäßig den Fischreiher und den Eisvogel am Bachlauf gesichtet. Doch auch diese beiden Vögel sind mittlerweile weg. Wotta vermutet, dass das mit der Qualität des Wassers zu tun hat. Der Rentner glaubt, dass durch das Oberflächenwasser giftige Stoffe über die Felder in den Schwarzbach gelangen. "Die Farbe des Wassers und keine Fische mehr machen mir Sorge. Denn mit dem Wasser aus dem Bach gießen viele Anlieger auch ihr Blumen und das Gemüse", so Wotta.

Der Schwarzbach ist etwa 22 Kilometer lang und schlängelt sich auf seinem Weg zur Mulde am Rand der Ortschaften Sprotta, Battaune, Görschlitz und Bad Düben entlang. Mit Inkrafttreten einer neuen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahr 2000 erfolgten umfangreiche Neuregelungen im Gewässerschutz. "Wichtigstes Ziel ist dabei das Erreichen eines guten Zustandes der Oberflächengewässer bis Ende 2015. Die sollen bis dahin einen mindestens guten chemischen und einen ebenfalls mindestens guten ökologischen Zustand erreicht haben", sagt Antje Brumm, Leiterin des Umweltamtes im Landratsamt Nordsachsen. Durch seine Einzugsgröße von deutlich mehr als zehn Quadratkilometern fällt der Schwarzbach in den Geltungsbereich der WRRL. In diesem Zusammenhang wird der Bach durch die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mehrmals jährlich einem intensiven Monitoring unterzogen. "Das heißt, der Bach wird an verschiedenen Stellen im Hinblick auf die Einhaltung von biologischen und chemischen Komponenten überprüft und bewertet. Dabei wird auch die Zusammensetzung der Fischarten betrachtet. Aus den gesammelten Daten der vergangenen Jahre lassen sich aktuell eher leichte Verbesserungen der Gewässerbeschaffenheit erkennen. Eine Veränderung der Fischartenzusammensetzung und Fischanzahl im Bach ist nicht erkennbar", so Brumm weiter.

Um in Zukunft der Zielstellung der WRRL am Schwarzbach noch besser gerecht zu werden, wird seitens der Wasserbehörde des Landkreises versucht, bei Gewässerbegehungen, Abstimmungsgesprächen und Planungen mit dem Gewässerunteraltungsträger - das ist die Landestalsperrenverwaltung in diesem Fall -, mit dem Landesamt für Umwelt sowie den Gemeinden Doberschütz, Laußig und der Stadt Bad Düben und den angrenzenden Flächeneigentümern eine naturnahe Entwicklung des Schwarzbaches voranzutreiben. "Deswegen ist der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, die Errichtung von baulichen und sonstigen Anlagen wie Zäune und Mauern, aber auch nur die zeitweise Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern können, in den Gewässerrandstreifen untersagt", erklärt Brumm. "Durch die Ablagerung von pflanzlichen Stoffen, Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in diesen Bereichen können Stoffe in das Gewässer gespült werden, die zu übermäßigen Pflanzenwachstum führen oder den Wasserorganismen nachhaltig schaden. Auch die Wasserentnahme mittels Pumpe darf ohne wasserrechtliche Erlebnis nicht erfolgen", so die Amtsleiterin. In Bad Düben gestaltet sich dies allerdings recht schwierig. Der Grund: Im Stadtgebiet haben Gewässeranlieger den beidseitigen Gewässerrandstreifen des Schwarzbaches oft verbaut oder mit Hecken bepflanzt. Außerdem wird der Bereich zur Ablagerung des Kompostes verwendet. "Das alles entspricht nicht den Anforderungen an ein natürliches Gewässer. Wir möchten an alle Anlieger des Schwarzbaches appellieren, die Herstellung eines guten, ökologischen Zustandes zu unterstützen und hierbei die Gewässerrandstreifen zu beachten und zu schützen", sagt Antje Brumm und hofft auf Verständnis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2015
Steffen Brost

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