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Bad Düben Flüchtlingsfamilie aus Pakistan fühlt sich in Laußig wohl
Region Bad Düben Flüchtlingsfamilie aus Pakistan fühlt sich in Laußig wohl
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09:43 21.04.2016
Jawad Muhammad mit seinen sechs Monate alten Sohn Adam. Sie fühlen sich in Laußig gut aufgehoben und wollen bleiben. Quelle: Steffen Brost
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Laußig

Die Muhammads fühlen sich in der Gemeinde wohl und geborgen. Sie wollen so lange bleiben, bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Der 30 Jahre junge Jawad und seine Familie stammen aus Pakistan. Und dort aus der Region Belutschistan. Sie gehörten zu den ersten Flüchtlingen, die 2014 in der Gemeinde Laußig ein sicheres Zuhause fanden. Mittlerweile ist viel Zeit ins Land gegangen.

Jawads Kinder besuchen die Kindertagesstätte in Laußig und die Grundschule in Authausen. Alle sprechen gut Deutsch. Vor ein paar Wochen sind sie in eine neue, größere Wohnung gezogen. „Es war kaum noch Platz. Mit der Geburt unseres Sohnes Adam hat sich die Platzsituation nochmal verschlechtert. Schön, dass es geklappt hat. Die Muhammads wohnen ganz oben, haben einen schönen Ausblick über die Muldeaue. Das einzige, was ihnen jetzt noch zum Glück fehlt, ist ein Job. Den würde der gelernte IT-Experte auch gerne annehmen, doch dafür fehlt ihm der Integrationskurs. Der soll im Mai beginnen. Danach hofft er irgendwo in der Nähe eine Arbeit zu finden, um seine Familie selber ernähren zu können.

Während die Kinder im Ort keine Berührungsängste haben und schon mit Gleichaltrigen gute Kontakte pflegen, sind Jawad und seine Frau Zarah noch zögerlich. „Wir haben zwei, drei Leute, die wir sehr gut kennen. Wir hoffen, dass das noch besser wird.“

Auch zur Familie, die noch in Pakistan lebt, pflegen sie engen Kontakt via Computer und Handy. Eine Rückkehr ins Heimatland schließt Jawad zur Zeit aus. „Vielleicht später, wenn die Kinder selber Familie haben und in meinem Land Frieden herrscht“, sagt er.

„Weil ich für die Unabhängigkeit meiner Heimat Belutschistan vom pakistanischen Staat kämpfte, musste ich vor Verfolgung und Folter durch den Geheimdienst fliehen“, erzählt er. Der junge Mann sieht es als seine Pflicht an, für die Unabhängigkeit der Region einzustehen, spricht von Unterdrückung, Mord und Folter.

Weil er nicht aus Kriegsgründen, sondern aus politischer Verfolgung nach Deutschland floh, ist auch sein Status hier ein anderer als der von Syrern. „Ich hatte bis heute noch keine Anhörung bei der Asylbehörde. Die deutschen Behörden wissen nicht mal, warum ich eigentlich hier bin, weil sie denken, ich komme aus Pakistan. Politisch Verfolgte stehen in Deutschland nicht auf der Prioritätenliste, was Asylanträge betrifft. Nur die wenigsten der etwa 150 Menschen aus meiner Region haben bisher in Deutschland einen Asylantrag genehmigt bekommen.“

Trotzdem will er sich weiter von hier für engagieren. Erst kürzlich gehörte er zu den Organisatoren einer Aktionswoche mit dem Thema „Menschrechtsverletzung in Pakistan“. Die fand im Leipziger Campus statt.

Von Steffen Brost

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