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Bad Düben Flüchtlingsstrom fordert Bad Dübens Bundespolizisten enorm
Region Bad Düben Flüchtlingsstrom fordert Bad Dübens Bundespolizisten enorm
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00:18 31.01.2016
Die Einsatzkräfte der Bundespolizeiabteilung Bad Düben in der Erstbearbeitung der Flüchtlinge in Passau. Die Migranten erreichten Deutschland über die sogenannte Balkanroute. Nach der Registrierung erfolgt die Weiterreise in Erstaufnahmeeinrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Quelle: Bundespolizei
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Bad Düben


Anfangs unterstützte eine Hundertschaft aus der Kurstadt die Inspektion Rosenheim, eine weitere Hundertschaft war in Passau eingesetzt. Bereits seit Ende Oktober leisten beide Hundertschaften im wöchentlichen Wechsel am Brennpunkt Passau ihren Dienst. Die Bad Dübener Beamten sind unter anderem mit der Registrierung der Migranten, Durchsuchungsmaßnahmen, der Abfrage polizeilicher Informationssysteme und erkennungsdienstlichen Maßnahmen beschäftigt. Weitere Schwerpunkte sind Kontrollen an der Bundesautobahn sowie Streifenfahrten im Inspektionsbereich Passau. Immerhin misst der Grenzsabschnitt 170 Kilometer. Vor allem dort kommen die Menschen von der sogenannten Balkanroute an.

Eine weitere Aufgabe ist die Zurückweisung von Migranten, die kein Asyl- oder Schutzersuchen in Deutschland stellen möchten oder das Land nur als Transitland nutzen wollen. Die Menschen werden mit Bussen an die Grenze zu Österreich gebracht und an die dortige Grenzpolizei übergeben. Als Zahl nennt Kollenrott bis zu 230 solcher Rücküberweisungen pro Tag. Hinzu kommt die Betreuung des Übergabepunktes, der sich derzeit in Braubau/Simbach befindet. Hier kommen die Migranten in österreichischen Bussen an. In einer ehemaligen Autobahnmeisterei erfolgt der Umstieg auf deutsche Busse. „Die werden von unseren Beamten besetzt und zusätzlich mit Fahrzeugen begleitet. Die eigentlichen Einreisekontrollen finden dann in Passau statt“, erklärt Kollenrott das Prozedere.

Auch der Polizeidirektor ist im wöchentlichen Rhythmus an den Grenzbrennpunkten im Dauereinsatz. „Unser Stab unterstützt seit September im Wechsel mit dem Standort Bad Bergzabern den Führungsstab der Bundespolizeiinspektion Passau. Ab Ende Januar beteiligt sich ein weiterer Abteilungsstab aus Duderstadt. Somit tritt für den Stabsbereich eine kleine Entspannung ein“, so Kollenrott weiter. Auch für die Versorgungsmannschaften herrscht an der Grenze Ausnahmezustand. Täglich werden von der Standortküche vor Ort mehr als 2600 Mahlzeiten an die Beamten ausgegeben. Um diese Menge bewältigen zu können, werden die Deggendorfer derzeit von Küchenpersonal aus Bad Bergzabern, Bad Düben und Duderstadt unterstützt.

Das erhöhte Einsatzaufkommen an der Grenze hat inzwischen Konsequenzen auf das Geschehen in der Dübener Dienststelle. Seitdem der Flüchtlingsstrom zunahm, werden kaum noch Fußballfanbegleitungen durchgeführt. Auch die Unterstützung der Landespolizei bei Pegida- und Legida-Demonstrationen musste zurückgefahren werden. „Deswegen mussten wir auch den traditionellen Grenzschutzreff, den Neujahrsempfang und das Hallensportfest Ende Januar absagen. Ich rechne, dass unser aktueller Einsatzstatus mindestens noch bis Ostern anhalten wird. Danach müssen wir weitersehen“, so Kollenrott.

Von Steffen Brost

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