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Bad Düben Forsch und lächelnd: Dübens neue Kantorin Elisabeth Neumann besteht Heimpremiere
Region Bad Düben Forsch und lächelnd: Dübens neue Kantorin Elisabeth Neumann besteht Heimpremiere
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15:55 14.11.2016
Jetzt offiziell im neuen Amt: Superintendent Matthias Imbusch segnete Kurrende-Kantorin Elisabeth Neumann ein. Quelle: Olaf Majer
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Bad Düben

Mit forschem Schritt, den leuchtend bordeaux-roten Haaren und ihrem ansteckenden Lächeln tritt sie ans Dirigentenpult: Elisabeth Neumann (26), die neue Chorleiterin der Kurrende. Es ist für manche Freunde des Dübener Chores noch ein ungewohntes Bild. Aber eines, das (hoffentlich) lange hält und sich einprägt. Denn schon die ersten Auftritte unter der neuer Kantorin, die seit August die Geschicke der Kurrende leitet, zeigen deutlich: Hier bringt jemand neue Farbe ins Spiel, ohne die bewährte Tradition des Chors in den Schatten stellen zu wollen.

Penible Detailarbeit trägt bereits schöne Früchte

Das Abendsingen der Kurrende am Sonnabend vor dem Volkstrauertag ist eine Premiere: Das erste Konzert vor heimischen Publikum unter der neuen Leiterin. Nach den Gastauftritten in Bad Schmiedeberg und Dübens Partnerstadt Diez ist das verwöhnte Publikum in der Kurstadt gespannt: Wie wird die Neue sich schlagen? Um es kurz zu machen: Ausgezeichnet! Elisabeth Neumann dirigiert den Chor forsch, mit sicherer Hand und präzisen Anweisungen. Die Sänger folgen ihr, auch wenn das blinde Verständnis bisweilen (noch) fehlt.

Schön ist: Neumanns penible Detailarbeit trägt bereits Früchte. Da wird ein „Du“ im Antwortgesang eindrucksvoll akzentuiert oder ein „trotzig“ im Chor mit Nachdruck verstärkt. Während dann wieder in der Segensmotette „The lord bless you“ auf jeglichen Schnörkel verzichtet wird und allein der Klang verzaubert.

Faible für englische Kompositionen bereichert die Kurrende

Die Mischung aus vertrauten Stücken (Schütz-Motette „Gib unsern Fürsten...“) und bislang in Düben noch nicht gehörten Werken (Pierangelo Sequeri „Herr, du bist mein Leben“) funktioniert. Hinzu kommt: Das Faible der neuen Kantorin für englische Kompositionen bereichert das Kurrende-Repertoire:“Joyful, Joyful“ mit Percussion-Begleitung ist ein erfrischender, belebender Kontrapunkt in dem jahreszeitbedingt eher getragenen Konzert. Und über all dem liegt der vertraute, wohltemperierte Kurrende-Sound – der künftig aber ruhig mit noch mehr Überraschungsmomenten und Dissonanzen durchbrochen werden darf. Nur Mut! Das Kurrende-Heimpublikum verträgt das.

Ex-Kantor Jakob: „Kein Zufall, dass Elisabeth Neumann jetzt hier ist“

Dafür hat schon Kantor Lothar Jakob gesorgt, der in diesem Sommer nach fast 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde. Einen passenden Nachfolger zu finden – diese Suche hat sich die Kurrende nicht leicht gemacht. Vereinschef Ralf Hönemann erinnerte daran, in seiner sehr berührenden Rede zur offiziellen Amtseinführung Elisabeth Neumanns innerhalb des Abendsingens. Superintendent Matthias Imbusch, Kurrendanerin Christiane Schur und Lothar Jakob segneten die 26-jährigen Kirchenmusikerin aus Leipzig ins neue Amt ein.

Kurrende-Gründer Lothar Jakob hatte sichtbar mit seinen Gefühlen zu kämpfen. Aber für seine Nachfolgerin hatte er warme Worte parat: „Ich glaube, es ist kein Zufall, liebe Elisabeth, dass Du jetzt hier bist. Jetzt kann ich wirklich in Ruhe in Ruhestand gehen.“

Kantorin Neumann: „Ein besonderes Lied als musikalische Übergabe“

Vereinschef Hönemann zitierte aus zwei E-Mails, die ihn im Auswahlverfahren über Frau Neumann erreichten. In der einen schrieb die Vereinsvorsitzende des Volkschores Bergen auf Rügen: Egal ob peitschender Sturm oder heftig prasselnder Regen: Elisabeth Neumann kam immer gut gelaunt zu uns, ließ keine Probe ausfallen und entließ am Ende alle fröhlich lachend nach Hause.“ Und in einem anderen Schreiben hieß es: „Elisabeth Neumann ist offen und sympathisch: Man muss sie einfach ins Herz schließen.“

Die so Gelobte lächelte viel im Konzert, dankte kurz für die warmherzige Aufnahme in Bad Düben und schenkte ihrem Vorgänger einen besonderen Moment: „Ich weiß, dass Lothar Jakob von den englischen Kompositionen besonders John Rutter „The Lord bless you“ mag. Wir singen es jetzt besonders für ihn, als ein Zeichen der musikalischen Staffelübergabe.“ Nicht nur der Angesprochene kämpfte hier mit den Tränen.

Nächstes Kurrende-Konzert: Adventssingen am 3. Dezember

„Die Kurrende ist ein Laufchor, der zu den Menschen geht. Wo wir keine Antworten finden, da singen wir.“ Es klang wie ein Versprechen, das Ralf Hönemann zuletzt gab. Einzulösen schon beim nächsten Mal: Das Adventsliedersingen (3. Dezember, 18 Uhr, Stadtkirche, Ticketverkauf ab 21. November im „Guten Blumen-Geist“) wirft seine Schatten voraus. Keine Premiere diesmal, aber ein neues Erlebnis, garantiert!

Von Olaf Majer

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