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Frauenverein Bad Düben: Die Mutter der Kompanie geht von Bord

Frauenverein Bad Düben: Die Mutter der Kompanie geht von Bord

Elfriede Richter, langjährige Vorsitzende und Vorstandsmitglied des Bad Dübener Frauenvereins "Elfriede Richter", geht von Bord. Die 84-Jährige will in Zukunft etwas kürzer treten.

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Petra Petersohn (links) ist seit zwei Jahren die neue Vorsitzende. Sie löste Elfriede Richter ab, die jetzt mit 84 Jahren aus dem Vorstand ausscheidet.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Bis 2013 war sie die Vorsitzende der Gruppe. Petra Petersohn trat damals die Nachfolge an. Zwei Jahre agierte Richter noch als Stellvertreterin, ehe vor ein paar Tagen Brigitte Martin als zweite Frau an die Spitze gewählt wurde. "Elfriede scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus, bleibt uns aber erhalten. Wir wünschen ihr beste Gesundheit", sagt Petra Petersohn.

Von Anfang an war die Namensgeberin des Vereins dabei. Sie trat bereits mit 21 Jahren, damals noch zu DDR-Zeiten, in den Demokratischen Frauenbund (DFD) ein. Ab 1976 fungierte sie als Wohngebietsleiterin. "Wir hatten in Bad Düben in den 1970er-Jahren mehrere Wohngebietsgruppen. Unsere hatte einen Umkreis von wenigen Hundert Metern und wir waren 120 Mitglieder. Das war damals sehr viel. Die inhaltlichen Dinge haben sich zu heute nicht groß verändert. Schon damals standen Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, Ausflüge, Feiern und anderes auf dem Plan", erinnert sich Elfriede Richter.

Die Wende haben die engagierten Frauen quasi ignoriert. Sie trafen sich weiter und organisierten Veranstaltungen. "Wer nicht mehr kam, kam eben nicht mehr", so Elfriede Richter. Die Mitgliederzahlen halbierten sich auf 60. Ein Grund war die fehlende Arbeit, die viele wegziehen ließ. 1990 wurde schließlich ein Verein gegründet. Fortan nannte man sich DFB-Basisgruppe Bad Düben. Parteienunabhängig und konfessionslos. "Jeden Monat gab es Veranstaltungen zu Themen, die Frauen interessieren, Informationen rund um das Renten- und Erbrecht oder zur Betreuung und Vorsorge. Wir haben unter anderem die Kräuterbörse bei den Landfrauen in Hohenprießnitz besucht, uns mit den Spätaussiedlern getroffen, Frauentags- ­und Weihnachtsfeiern, Wanderungen, Museumsbesuche und Buchlesungen auf die Beine gestellt", erzählt Petra Petersohn. 20 Jahre später, im Jahr 2010, gründete sich der Verein neu. Er hatte an die 100 Mitglieder und wollte der Initiatorin für ihr jahrelanges Engagement danken - der Verein wurde in "Frauenverein Elfriede Richter" umbenannt. Auch lustige Episoden erlebten die Frauen. So tauchte eines Tages ein Mann auf und interessierte sich für die Arbeit der Frauen. "Der war schon etwas kurios. Bei einer späteren Zusammenkunft hatte er plötzlich Frauenkleider an und rotlackierte Fingernägel. Da war die Richtung klar. Er kam irgendwann nicht mehr", erzählt Petersohn.

Über die Jahre entstanden neue Gruppen innerhalb des Vereins. Mittlerweile ist die eigene Frauentanzgruppe seit elf und die Handarbeitsgruppe seit sechs Jahren fester Bestandteil. Seit zehn Jahren unterstützen die Bad Dübenerinnen das Kinderheim in Biesen. "Immer Weihnachten überraschen wir die Kinder mit Geschenken. Sie schreiben einen Wunschzettel und wir versuchen alles zu besorgen. Anlässlich des Jubiläums wollen wir die Kinder in diesem Jahr nach Bad Düben einladen und einen Tag hier verleben", so Richter.

Einen engen Kontakt pflegt der Verein zu den Spätaussiedlern. Regelmäßige Treffen und Kochabende finden statt. "Wir haben schon viele lustige Abende mit Spezialitäten aus aller Welt genossen. Das nächste Mal wird libanesisch aufgetischt."

Für die Zukunft wünschen sich beide Frauen noch mehr Mitglieder-Nachwuchs. "Wer als Rentnerin Langeweile verspürt, sollte mal bei uns vorbeikommen und sich informieren. Vielleicht finden diejenigen ja Gefallen an unserer Arbeit", so Petra Petersohn.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.04.2015
bro

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