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Für Rolli-Fahrer soll es ab Frühjahr im Bad Dübener Kurpark besser rollen

TV-Dreh Für Rolli-Fahrer soll es ab Frühjahr im Bad Dübener Kurpark besser rollen

Rollstuhlfahrer haben es im Bad Dübener Kurpark schwer mit dem Vorankommen. Immer wieder stoßen sie auf Hindernisse. Die LVZ berichtet darüber, jetzt nimmt sich auch das Fernsehen des Problems an. Dieser Tage dreht der MDR in der Kurstadt.

Ein Filmteam begleitete Rollstuhlfahrer Joachim Reiche bei seiner Spazierfahrt durch den Kurpark. Der Bad Dübener machte dabei auf die schwer passierbaren Stellen wie die Regenentwässerung aufmerksam.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Das Barriere-Problem im Bad Dübener Kurpark wird ein Fall fürs Fernsehen. Dieser Tage drehte „Voss & Team“ vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in der Kurstadt. Der TV-Sender war über einen Beitrag in der LVZ, in dem die Dübenerin Waltraud Koch über ihre Probleme mit ihrem Rollstuhl im Kurpark berichtete, auf die Geschichte gestoßen.

Seit 15 Jahren ist die 71-jährige Rentnerin auf ihre motorisierte Gehhilfe angewiesen – und gern im Kurpark unterwegs. Doch die gemauerten Regenabläufe erweisen sich als Problem. Im Zuge der Sanierung 2005 mussten die Wege aus Gründen des Denkmalschutzes als sandgeschlämmte Hohlwege ausgestaltet werden. Vor allem bei Starkregen und Sturm aber wurden die Wege, die ein Gefälle aufweisen, von Niederschlägen ausgespült. Das führte zu meterlangen und mehreren Zentimeter breiten und tiefen Rinnen, die die Wege für alle Nutzer schwer begeh- und befahrbar machen. In der Folge wurden nachträglich und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz Querrinnen in die Wege eingebracht, um das Niederschlagswasser seitlich in die Wald- und Wiesenflächen abzuleiten. „Der verfestigte Kies hat sich wieder gelöst. Deshalb schauen die Kanten an den Abläufen aus dem Boden und machen die Überquerung zu einem Risiko“, erklärte die Rollstuhlfahrerin.

Dem ging jetzt MDR-Redakteurin Rosmarie Bundz mit ihren Kameraleuten auf die Spur. „Die Sendung Voss und Team widmet sich solchen Themen. Wir greifen ein, wenn die Interessen von Verbrauchern, Arbeitnehmern, Mietern oder Patienten bedroht sind“, so Bundz. Für die Dreharbeiten haben sie sich den Kurstädter Joachim Reiche geholt. Der 58-Jährige ist seit einiger Zeit immer häufiger auf seinen elektrischen Rollstuhl angewiesen, da ihm das Gehen aufgrund eines Hüftleidens schwer fällt. „Ich kenne die Probleme im Park. Ich bin hier öfter, fahre gern mal durch und genieße die Ruhe. An diesen Regenabläufen muss man höllisch aufpassen, wenn man darüber fährt. Träumt man oder ist unkonzentriert, kann man umkippen und aus dem Rollstuhl fallen. Die Stadt muss hier eine andere Lösung finden. Gegenüber des Parks ist ein Pflegeheim, von dem aus Bewohner kommen, ebenso wie Patienten aus der Reha-Klinik“, so Reiche. Das Kamerateam machte Aufnahmen an den Problemstellen. „Wird das nicht behoben, blieben nur Alternativen, den Kurpark zu meiden und auf die gefährliche Straße auszuweichen“, sagte Reiche.

Im benachbarten Altenpflegeheim der Diakonie freute man sich, dass endlich Bewegung in diese Sache kommt. Denn von hier aus sind täglich bis zu fünf Alltagsbegleiter mit den älteren Bewohnern des Heimes unterwegs. Diese sind aufgrund von Erkrankungen oder des hohen Alters ohnehin schon auf Gehhilfen, Rollatoren und Rollstühle angewiesen. „Wir brauchen hier eine Veränderung. Bis jetzt ist noch nichts passiert, also es ist noch früh genug, dass man das baulich anders macht. Wir sind gern mit unseren Bewohnern hier, genießen die Ruhe. Das wollen wir noch lange so beibehalten“, hofft Pflegedienstleiterin Rita Zobel auf baldige Beseitigung der Hindernisse.

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) will sich um eine Lösung kümmern. „Im Zuge der Refreshing-Maßnahmen zur Verbesserung der Parkanlage wird die Stadt im Frühjahr die Querrinnen an geeigneten Stellen so abflachen, dass ein Überwinden der Rinnen für Rolli-Nutzer und gehbehinderte Menschen vereinfacht wird. Aufgrund der Topografie sowie der Denkmalschutzauflagen können die Querrinnen nicht völlig zurückgebaut werden.“ Eine großflächige Versiegelung der Wege mit Pflaster sei aus denkmalfachlichen Gründen nicht möglich. „Dies würden wir auch nicht befürworten, da diese Maßnahmen dem Charakter des über 100-jährigen Bürgerparks widersprechen.“ Aufgrund der Haushaltskonsolidierungen in den letzten Jahren wurde der Schwerpunkt der kommunalen Gelder in die Bildungsinfrastruktur und Feuerwehr gelegt. Die gute wirtschaftliche Lage der Stadt derzeit, so Münster, ermögliche es, sich wieder mehr allgemeinen Aufgaben, so der Barrierefreiheit im Stadtgebiet zu widmen. So werden neben dem Kurpark auch Marktplatz, Rathaus, Schauwerkstätten und Landschaftsmuseum auf der Burg so weit wie möglich barrierefrei umgebaut.

Die Sendung läuft am Donnerstag um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

Von Steffen Brost

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