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Furchtloses Frauen-Duo auf Streife in Bad Düben

Furchtloses Frauen-Duo auf Streife in Bad Düben

Sie gehören mittlerweile zum Bad Dübener Stadtbild fest dazu: die Frauen und Männer der Sächsischen Sicherheitswacht. 1997 wurde diese Institution im Freistaat ins Leben gerufen.

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Hinweise werden sofort notiert: Marion Gruhne (links) und Dorothea Purschwitz von der Sächsischen Sicherheitswacht auf Streife in Bad Düben.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. "Im Revier Eilenburg gibt es die Kräfte seit 2001", sagt Polizeihauptkommissar Mario Golle, der die Leute koordiniert. Die Frauen und Männer unterstützen das Polizeirevier durch zusätzliche Streifen. "Mit ihrer Präsenz auf Spielplätzen, in Wohngebieten, an Schulen, aber auch auf Stadtfesten und anderen Großveranstaltungen leisten sie einen Beitrag zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung. Bei verdächtigen Vorkommnissen informieren sie die Polizeidienststelle oder schreiten ein. Sie sind Ansprechpartner für die Bürger und nehmen Hinweise entgegen", so Golle.

Seit 2003 gehören Dorothea Purschwitz aus Bad Düben und Marion Gruhne aus Taucha dazu. "Ich war früher Sachbearbeiterin bei der Bahn. Jetzt habe ich in dieser Aufgabe eine neue Berufung gefunden", sagt die Tauchaerin. Auch Dorothea Purschwitz geht jede Woche gern auf Streife. "Ich hatte mich damals beworben, um unter die Leute zu kommen und suchte eine neue Beschäftigung nach meinem Job", so die 62-Jährige.

Im Revierbereich Eilenburg gibt es derzeit drei Männer und neun Frauen, die diese ehrenamtliche Aufgabe wahrnehmen. Sie dürfen im Monat maximal 40 Stunden eingesetzt werden. Dafür bekommen sie eine Entschädigung in Höhe bis zu 240 Euro. "Jede Woche haben alle in der Regel zwei Einsätze im Wechsel zwischen Bad Düben und Eilenburg. Sie sind zu Fuß im Stadtgebiet unterwegs und kontrollieren auch die Sicherheit in den Bussen, wenn sie zu ihren Einsatzorten unterwegs sind", erklärt Golle.

Gerade in den Sommermonaten haben Purschwitz und Gruhne in Bad Düben viel zu tun. "Wir kennen die Jugendtreffs und unsere Pappenheimer." Spezielle Kontrollpunkte sind der Rosentempel im Kurpark, der Paradeplatz und Rewe in der Stadt. "Dort sind wir fast immer anzutreffen, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wir versuchen immer ruhig mit den Menschen zu reden, um deeskalierend zu wirken. Der Ton macht die Musik", weiß Purschwitz. "Bisher sind wir mit den Jugendlichen aber immer klargekommen. Wir machen aber auch mit Nachdruck andere auf ihr Fehlverhalten aufmerksam und können jederzeit Unterstützung per Funk anfordern. Wir haben auch keine Angst, in Einzelfällen Platzverweise auszusprechen."

Angegriffen wurden die zwei Frauen bislang nicht. Für den Notfall haben sie immer Pfefferspray bei sich. Einsetzen mussten sie dies allerdings nicht. Auch kuriose Begebenheiten gibt es mitunter. "Wir hatten mal einen Fall, da verschwanden auf einem Eilenburger Friedhof immer wieder Blumen von den Gräbern. Wir haben daraufhin häufiger den Friedhof kontrolliert und dabei einen Mann auf frischer Tat gestellt. Der wollte die Blumen für seine Mutti", erinnert sich Marion Gruhne.

"Die Kräfte sind uns eine große Unterstützung. Denn wir können nicht überall gleichzeitig sein. Mit den Angehörigen Sicherheitswacht ist die Präsenz in Bad Düben deutlich höher", freut sich Tom Kallenbach, Bürgerpolizist in Bad Düben, über die Unterstützung.

Sicherheitswächter haben vielfältige Aufgaben. Dazu gehören das Festhalten eines auf frischer Tat gestellten Straftäters bis zum Eintreffen der Polizei sowie das Recht auf Notwehr und Nothilfe. Die Angehörigen der Sicherheitswacht sind in der Zeit ihres Einsatzes mit weiteren Befugnissen ausgestattet. Wenn es zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendig ist, können sie Leute befragen, die Identität einer Person feststellen, von der eine Gefahr oder Störung ausgeht. Dazu kann der- oder diejenige angehalten, nach den Personalien befragt und das Aushändigen der Ausweispapiere verlangt werden. Kann die Identität am Ort nicht geklärt werden, darf die Person zur Polizeidienststelle gebracht werden. Außerdem können sie Sachen sicherstellen, um den Eigentümer vor Verlust oder Beschädigung der Gegenstände zu schützen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2015
Von Steffen Brost

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