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Bad Düben Fußball-Gaudi im Ostalgie-Look
Region Bad Düben Fußball-Gaudi im Ostalgie-Look
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14:01 02.05.2011
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. Dort war der Moskauer Luschniki-Sportpark aufgebaut. Überall wehten Fahnen und kündeten vom Fußball-Länderspiel UdSSR gegen DDR.

Seit 2002 vollführen die Männer der örtlichen Feuerwehr jedes Jahr dieses lustige Spektakel. „Wir müssen keine Teams mehr einladen. Schwemsal ist in der Welt bekannt, so dass wir uns aussuchen können, wer hier aufläuft", sagte Mitorganisator Markus Heinz.

Die Idee hatte die Löschgruppe 2001. Da hatte jemand beim nachmittäglichen Treff auf dem Platz ein DDR-Shirt an. Jemand sagte, lass uns doch mal ein Fußballmatch gegen die DDR machen. Ein Gegner war mit dem Klassenfreund Sowjetunion schnell gefunden. Seitdem gibt es jedes Jahr zum 1. Mai ein Länderspiel. Grönland, Polen, Dänemark, Jamaika und viele andere Länder liefen schon auf dem Acker auf. „Die Spiele sind eigentlich nur Nebensache. Das Drumherum ist das, weswegen die Leute immer in Scharen kommen", so Heinz.

Schwemsal. Von solchen Zahlen können hiesige Fußballvereine nur träumen: Rund 1700 Zuschauer pilgerten am Sonntag ins Heidedorf Schwemsal. Dort war der Moskauer Luschniki-Sportpark aufgebaut.

Schon eine Stunde vor dem Anpfiff stärkten sich die Gäste am Mitropa-Getränkestand, ein Abschnittsbevollmächtigter fuhr auf einer Schwalbe Streife durchs Dorf und an der Feuerwehrwache probten die Jungpioniere ihren Auftritt. Dann war es soweit. Am Schlagbaum zur Sportarena salutierte ein NVA-Soldat und die DDR-Mannschaft mit Torwart Jürgen Croy, Trainer Bernd Stange und den anderen Mitspielern liefen auf. Es folgte das Team der UdSSR im Traktor samt angehängter Banja, einer russischen Sauna. Als Trekkerfahrer konnten die Russen Sänger Ivan Rebroff gewinnen. Plötzlich drehte ein Trabant im Höllentempo eine Runde um den Sportplatz. Männer in schwarzen Mänteln saßen am Steuer – die Stasi. Es war die Vorhut für den Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und Gattin Margot. Die winkten aus ihrem blauen Gefährt dem klatschenden Fußballvolke zu. Honecker stieg aus dem Auto, trat ans Rednerpult und trat nocheinmal als DDR-Chef zurück. Dann kam noch Michael Gorbatschow und nahm neben Honecker Platz. Während das Sandmännchen Pfeffi-Schnaps unter den DDR-Spielern verteilte, nahmen die russischen Kicker noch einem tiefen Schluck Wodka von Matroschka. Doch das Spiel konnte nicht beginnen. Wie in jedem Jahr fehlte auch diesmal der Ball. Doch die Schwemsaler hatten auch dafür eine Lösung. Sekunden vor Beginn schwebte Fliegerkosmonaut Juri Gagarin, alias Dirk Jost, an einem Kran hängend, samt seiner Wostok-Rakete auf dem Platz ein. Im Gepäck hatte der Weltraumtourist das runde Leder und Bernd Larisch, adrett im braunen Armee-Sportanzug, konnte das Spiel anpfeifen.

Nach einer Stunde sprang Gorbi von seinem Stuhl. Seine Mannschaft hatte gegen den kleinen Bruder 6:3 gewonnen. Nur Honecker blickten etwas deppert drein. Auf den Bruderkuss verzichteten beide diesmal.

Steffen Brost

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