Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Ganze Toastbrote im Dübener Obermühlenteich entdeckt
Region Bad Düben Ganze Toastbrote im Dübener Obermühlenteich entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:23 30.12.2018
Blick auf den Obermühlenteich in Bad Düben. Das Füttern der Enten ist ein Problem. Quelle: Nico Fliegner
Bad Düben

Ein LVZ-Leser traute dieser Tagen seinen Augen nicht. Als er am Obermühlenteich in Bad Düben vorbeispazierte, sah er eine Gruppe Jugendlicher, die es wohl dort mit dem Federvieh, sprich den Wildenten, besonders „gut“ meinte. Die jungen Leute fütterten die Tiere. Aber nicht mit ein paar Scheiben Brot, wie es vielleicht im vertretbaren Rahmen wäre, sondern mit Unmengen. Ganze Toastbrote hätten im Teich geschwommen. „Das war so viel, dass die Enten schon gar kein Interesse mehr hatten“, berichtet der 40-jährige der Redaktion namentlich bekannte Mann und schüttelt mit dem Kopf. Die jungen Leute wollte er aber nicht ansprechen. Schließlich wisse man nie, wie die darauf reagieren, sagt er.

Warnschild könnte helfen

Den Vorfall hat er indes der Stadtverwaltung gemeldet. Er hält es für sinnvoll, ein entsprechendes Schild aufzustellen mit dem Verweis: Füttern verboten! Dies fehle, lediglich eine Tafel, dass es sich um ein Pachtgewässer der Dübener Angelfreunde handele und das Angeln ohne Erlaubnis verboten sei, hängt an einem Baum im Uferbereich. Auch im Sommer füttern Spaziergänger immer wieder die Enten und Schwäne auf dem Teich am Kurpark. Das ist aber für die Tiere ungesund, warnt der Naturschutzbund. Das Brot enthält für Vögel zu viel Salz, zudem quillt es im Magen der Tiere auf. Die Futterreste reichern außerdem das Wasser mit weiteren Nährstoffen an, die zur Algenbildung führen. Somit gerät das Ökosystem des Teiches durcheinander. Nicht zuletzt werden Ratten angelockt.

Stadt hat Probleme mit Müll

Toastbrote im Teich? Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) reagiert mit etwas Unverständnis darauf. „Soweit ich weiß, ist das Schwanenpaar zurzeit gar nicht da. Zudem sollte auch nicht gefüttert werden, weil es sich dort um Wildtiere handelt.“ Meldungen dieser Art habe es aber im Rathaus bisher nicht gegeben. Vielmehr häuften sich seit drei, vier Monaten im Rathaus die Beschwerden über illegale Müllablagerungen. „Gerade montags gibt es immer wieder Hinweise, weil Hausmüll in den öffentlichen Papierkörben entsorgt wird, so wie in der Schmiedeberger Straße.

Und wenn dort nicht, dann eben im Wald oder den Straßenrändern.“ Die Entsorgung sorge für deutliche Mehrausgaben. Dagegen kann die Stadtverwaltung vorgehen und ein Bußgeld erheben. Im Fall des Entenfütterns nicht. Denn ein per Satzung festgelegtes Verbot gibt es nicht. Das könnte die Stadt aber einführen. Bei Verstoß wären Bußgelder bis zu 1000 Euro möglich.

Von Kathrin Kabelitz und Nico Fliegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Herbst löste der geplante Kauf eines Dienstautos eine Debatte im Bad Dübener Stadtrat aus. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, im März rollt das Fahrzeug an.

29.12.2018

Die alten NVA-Blöcke in der Durchwehnaer Straße in Bad Düben sollen im neuen Jahr fallen. Baufreiheit für die Abrissbagger wurde schon geschaffen. Die Gebäude stehen seit der Wende leer.

28.12.2018

Weihnachten ist vorbei? Denkste! Mit dem Dreikönigssingen startet die Bad Dübener am 12. Januar Kurrende traditionell ins neue Konzertjahr. Das Jahresprogramm verspricht einige Überraschungen – und eine „sonderbare Nacht“ kurz vor der Bescherung.

28.12.2018