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Gasversorger Mitnetz nimmt deutschlandweit erste mobile Netzersatzanlage in Betrieb

Flüssiggasluftmischanlage Gasversorger Mitnetz nimmt deutschlandweit erste mobile Netzersatzanlage in Betrieb

MITNETZ GAS hat in Bad Düben eine mobile Netzersatzanlage in Betrieb genommen. Bei Unterbrechungen der Erdgasversorgung dient die in Anhängern installierte Anlage der schnellen Ersatzversorgung der Kunden. Technisch gesehen handelt es sich um eine Flüssiggasluftmischanlage - in ihrer Bauweise eine Neuentwicklung in Deutschland.

Betriebsingenieur Uwe Möbius an der Anlage, die den Netzdruck regelt.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Die brennende Gasfackel unweit der Schmiedeberger Straße in Bad Düben war weithin sichtbar an den letzten beiden Tagen. Jetzt erlosch sie, was hieß: Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) hat ihre neue, mobile Netzersatzanlage in Betrieb genommen. Die gemeinsam mit der Max Streicher Anlagentechnik GmbH & Co. KG entwickelte Flüssiggasluftmischanlage ist in ihrer Bauweise eine Neuentwicklung in Deutschland und kostet rund eine halbe Million Euro.

Hintergrund dieser Investition: Privat- und Industriekunden sollen bei gelegentlich erforderlichen Unterbrechungen der Gasversorgung weiterhin mit Erdgas beliefert werden können. Pro Stunde können bis zu 1000 Kubikmeter Mischgas erzeugt werden, das entspricht dem Bedarf von rund 800 Privathaushalten oder dem eines größeren Industriekunden. Im Netzgebiet kommt es im Jahr zwischen 12- und 15-mal zu geplanten Unterbrechungen. Bisher war dafür immer ein gewisser zeitlicher Vorlauf vonnöten. Hinzu kommt, dass MITNETZ GAS bei Arbeiten am Leitungsnetz darauf angewiesen war, verflüssigtes Erdgas zum Standort des Verbrauchers zu bringen und es mit einem mobilen Verdampfer in Gas umzuwandeln. Wahlweise wurde komprimiertes Erdgas in Flaschenbündeln angeliefert. Allerdings sei, so Pressesprecherin Cornelia Sommerfeld, die Beschaffung dieses komprimierten Erdgases aufwändig, „die Flaschenbündel gelten als Gefahrgut und dürfen nur mit behördlicher Genehmigung zu bestimmten Zeiten und auf festgelegten Routen transportiert werden.“ Allein der Planungsvorlauf beanspruche vier Wochen.

Mit der mobilen Netzersatzanlage steht jetzt erstmals eine mobile Lösung zur Verfügung. „Wir haben zuvor die Kosten für die bisherige Ersatzversorgung mit den Investitions-, Betriebs- und Abschreibungskosten für die Neuanschaffung ins Verhältnis gesetzt“, sagt Jürg Ziegenbalg, Leiter Betrieb Hochdruckanlagen. Herausgekommen sei zwar schon ein gewisses finanzielles Ungleichgewicht, was das Unternehmen aber bereit sei, auszugleichen, in dem die Anlage vermarktet wird, heißt, auch andere Netzbetreiber können sie einsetzen. Diese besteht aus einem etwa 6800 Liter fassender Lkw-Tankanhänger mit Flüssiggas LPG, einer mobilen Fackel auf einem Pkw-Anhänger, einem Medienerzeugungsmodul mit diesel-betriebenem Notstromaggregat, einem Druckluftkompressor mit Pufferbehälter und Druckluftaufbereitung sowie einem Druckregel- und Mischmodul mit Heizung, Steuerung und Messung. Die Außenhülle wurde mit Motiven des Airbrush-Künstlers Tino Schneider gestaltet.

Wie das Ganze funktioniert, erklärt Betriebsingenieur Uwe Möbius: „In der Netzersatzanlage wird das auch als Autogas bekannte Flüssiggas LPG, ein jederzeit verfügbares Gemisch aus Propan und Butan, mit Druckluft gemischt und als synthetisches Gas ins Netz eingespeist. LPG darf ohne größere Einschränkungen im Straßenverkehr befördert werden, sodass sich der Zeitbedarf für die Einsatzorganisation deutlich verkürzt.“ Für Aufbau und Inbetriebnahme benötige ein vierköpfiges Team höchstens vier Stunden. Anschließend reichen zwei Personen aus, um den Betrieb der Anlage zu überwachen.“ Zum Einregulieren der Gasqualität wird bei der Inbetriebnahme anfallendes Gas in einer Fackel verbrannt und das Mischverhältnis so verändert, dass es den Sollwert erreicht.

Von Kathrin kabelitz

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