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Gedenkstein auf Friedhof in Kossa ist weiter dem Verfall preisgegeben

Sanierung Gedenkstein auf Friedhof in Kossa ist weiter dem Verfall preisgegeben

Ein Gedenkstein erinnert auf dem Kossaer Friedhof an 58 Menschen, die 1945 beim Todesmarsch ums Leben kamen. Das Problem aber ist, der Stein verfällt immer mehr, muss saniert werden.

Peter Mösing an dem Gedenkstein auf dem Friedhof Kossa.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Kossa. Der Stein, der auf dem Friedhof im Laußiger Ortsteil Kossa den Opfern des Todesmarsches von 1945 gewidmet ist, trägt eine aufrüttelnde Inschrift: „Nicht schweigen dürfen wir der Toten Mahnung, nicht vergessen damit uns Frieden bleibt.“ Doch die Spuren der Zeit drohen die Mahnung in Vergessenheit geraten zu lassen. Der graue Stein ist beschädigt, mit Moos überzogen, verwittert und muss dringend saniert werden. Noch haben die Initiativen, die Kossas Ortsvorsteher Peter Mösing gemeinsam mit der Gemeinde Laußig angeschoben hat, keinen Erfolg gebracht. Der 71-Jährige aber signalisiert klar: „Wir haben die historische und moralische Verpflichtung, dieses Gedenken wachzuhalten.“ Jahr für Jahr kommen Angehörige und fahren die Orte ab, an denen die Opfer ihre letzte Ruhe fanden – darunter auch Kossa. Im letzten Herbst erst waren Franzosen da, im Sommer die Interessengemeinschaft Todesmärsche.

Wer erschöpft war, wurde erschossen

Die Bemühungen würden deshalb fortgesetzt, damit der seit DDR-Zeiten stehende Stein wieder in einen Zustand versetzt werde, in dem er die nächsten Jahre überstehe. Auch wenn bisher unklar ist, was das Ganze kostet, woher das Geld für die Sanierung überhaupt kommen soll und – ob ein Förderprogramm greifen könnte. Denn direkte Angehörige gibt es in diesem Fall meist nicht. Die Todesmärsche, die durch Mitteldeutschland und auch durch die Bad Dübener Region bis nach Annaberg/Erzgebirge führten, gehören zu den vielen dunklen Kapiteln der Nazi-Zeit. Von den 600 französischen und polnischen Insassen des Konzentrationslagers in Neu Staßfurt überlebten Recherchen zufolge nur 50 den Marsch. Wer erschöpft entlang der Strecke zusammenbrach, wurde von den Wachmannschaften erschossen.1945 wurden auf dem Friedhof in Kossa 58 ermordete Zwangs-Deportierte beerdigt.

Gemeinde hat kein Geld

Peter Mösing findet es nicht gut, dass kleine Gemeinden wie Laußig in einem solchen Fall mehr oder weniger allein gelassen werden, wenn es um den Erhalt und die Pflege geht. Dafür die Mittel aus dem eng gestrickten Haushalt zu nehmen, ginge aufgrund der Vielfalt der Aufgaben nicht, das weiß auch der Ortsvorsteher und nennt allein für seinen Ortsteil den Brandschutz im Kindergarten oder den Willen, parallel zum Straßenbau die Gehwege zu bauen, als Beispiele. Deshalb sei das Vorhaben derzeit zurückgestellt, aber nicht aufgehoben.

Ohne private Initiativen wäre es noch schwieriger. Lothar Becker aus Bad Dürrenberg beispielsweise komme regelmäßig nach Kossa, bringe neue Bepflanzungen mit, schneide Rosen, habe zudem eine Anwohnerin gefunden, die im Sommer ab und an gieße. „Angehörige hat er hier nicht, aber er war als Kind öfter hier und ist beeindruckt von den Geschehnissen und der Gedenkstätte“, so Mösing.

Problem Friedhofsmauer gelöst

Froh ist der Ortsvorsteher aber, dass ein anderes Problem inzwischen gelöst ist. Seit rund zwei Jahren hatte die Friedhofsmauer ein Loch. Ein Teilstück war einsturzgefährdet, es war Gefahr im Verzug, die Gemeinde ließ deshalb die Reste abreißen und abtransportieren. Die Frage nach dem „Wie weiter“ war längere Zeit ungeklärt. Dann einigten sich Gemeinde und Kirchenrat: Die eine stellt das Material, der andere die Arbeitskräfte. „Das hat gut geklappt“, freut sich der Ortsvorsteher. Das neue Teilstück schließe sich an die bestehende Klinkermauer harmonisch an. Die Frauen des Kossaer Kirchentreffs haben sich zudem der Rosenbüsche angenommen, sie freigeschnitten und von Unkraut befreit. Nun bietet die Blumenrabatte entlang des Friedhofs wieder einen ansehnlichen Anblick.

Das Loch in der Friedhofsmauer ist mittlerweile geschlossen

Das Loch in der Friedhofsmauer ist mittlerweile geschlossen.

Quelle: Wolfgang Sens

Von Kathrin Kabelitz

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