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Bad Düben Gegenwind für Aldi - Kammer lehnt Erweiterung ab
Region Bad Düben Gegenwind für Aldi - Kammer lehnt Erweiterung ab
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14:17 19.05.2015
Aldi will diesen Standort schließen und an anderer Stelle in Bad Düben, auf dem ehemaligen Bauhof-Gelände, einen neuen Markt bauen. Quelle: Nico Fliegner

Unterdessen beabsichtigen auch weitere Märkte wie Rewe und Lidl in der Kurstadt eine Erweiterung, wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gestern sagte. Die Stadtverwaltung arbeitet an einer Lösung.

Die Bad Dübener Innenstadthändler, allen voran die Mitstreiter im Gewerbeverein, dürften sich angesichts der Stellungnahme der Handelskammer zu Leipzig gestärkt sehen. Denn die geht auf die möglichen Folgen ein, sollte sich Aldi in Bad Düben vergrößern dürfen. Hauptkritikpunkt: Der Bebauungsplan widerspricht dem Einzelhandelskonzept, das sich die Stadt seinerzeit selbst verordnet hat, eben um den kleinen Einzelhandel zu schützen. Laut Handelskammer würde sich mit der Standortverlegung die Grundversorgung zunächst für Bereiche der Stadt verschlechtern, weil Aldi damit näher an bereits bestehende Märkte wie Lidl oder Kik heranrückt und weiter weg vom Zentrum und den drei Stadtteilen. Die Kammer spricht zudem von einer Verschärfung der Situation für "kleinteilige Nahversorgungsanbieter". Auch der Gewerbeverein befürchtet das, hatte sich in den vergangenen Jahren, als die Aldi-Pläne bekannt wurden, stets eindeutig positioniert - gefruchtet hat das aber nicht. Denn der Stadtrat hat erst im vorigen Jahr das Ex-Bauhof-Gelände wider besseren Wissens an Aldi zum Preis in Höhe von 321 000 Euro verkauft. Jetzt könnte der einstige Deal sogar platzen. Denn sollten die Baupläne abschließend nicht genehmigt werden - Aldi kämpft gerade darum -, muss die Stadt das Grundstück zurücknehmen - eine Vertragsklausel regelt das so.

Bürgermeisterin Astrid Münster sagte, dass sie nächste Woche dazu mehrere Gespräche führen wird, sowohl mit der IHK als auch mit der Raumordnungsbehörde. Aus jetziger Sicht gebe es aber verschiedene Möglichkeiten, Aldi zum Baurecht zu verhelfen: Einmal könnte das Einzelhandelskonzept fortgeschrieben und damit neuen Anforderungen angepasst werden. Andererseits könnte der Stadtrat aber auch den Beschluss zum damaligen Einzelhandelskonzept aufheben. "Wir wissen aber derzeit nicht, welche Konsequenzen das hat und müssen uns erstmals schlau machen. Deshalb führe ich die Gespräche. Wir werden hier nicht aus der hohlen Hand entscheiden", betonte Münster, auch mit Blick auf die kleinen Händler. Letztlich sei auch zu trennen, ob es sich bei den Erweiterungsplänen von Lidl und Rewe in Bad Düben, die laut Münster jüngst an die Stadtverwaltung herangetragen wurden, um eine reine Sortiment- oder Flächenerweiterung handelt.

Fakt ist: Die Supermärkte bieten heutzutage nicht mehr nur Nahrungsmittel in Fülle an, sondern zahlreiche andere Artikel, mit denen auch die Innenstadthändler ihr Geld machen. Und geht es nach denen, so ist Düben bereits überdurchschnittlich gut ausgestattet mit Märkten - fünf Ketten haben Filialen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.05.2014
Von Nico Fliegner

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