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Geldregen von der EU: Dübener Heide kann erneut mit Millionen rechnen

Geldregen von der EU: Dübener Heide kann erneut mit Millionen rechnen

Grünes Licht für die Dübener Heide: Nachdem der Freistaat Sachsen bereits im April die Region zum neuen EU-Fördergebiet erklärte, zog im August Sachsen-Anhalt nach.

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Thomas Klepel (52), Naturparkleiter.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. In beiden Bundesländern kann die Heide nunmehr mit Millionen-Zuschüsse bis 2020 rechnen, ist als sogenannte Leader-Region anerkannt. Was das für Kommunen und private Investoren bedeutet, wann Gelder zur Verfügung stehen und was gefördert wird - die LVZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen Förderzeitraum, der bis 2020 andauert.

Warum unterstützen die Europäische Union und die zwei Bundesländer die Dübener Heide?

Weil sie auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung eine wirtschaftlich strukturschwache Region ist und mit einem starken Bevölkerungsschwund, der zwischen 15 und 20 Prozent liegen wird, sowie ausgeprägter Überalterung zu kämpfen hat. Investitionen in den ländlichen Raum sollen dazu beitragen, die Wirtschaft zu beleben, Arbeitsplätze zu sichern und die Lebensraumqualität zu stärken. Für die Entwicklung des Naturpark Dübener Heide wurden dazu im Vorfeld zwei Entwicklungsstrategien (LES) bei den Bundesländern eingereicht und damit um die Bereitstellung von EU-Geldern geworben.

Wie hoch fallen die Fördermittel aus?

Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Für den sächsischen Teil der Dübener Heide steht voraussichtlich ein Budget von 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. Auch in Sachsen-Anhalt wird es ein Millionen-Budget für die Dübener Heide geben. Das Land hat zunächst eine erste Rate in Höhe von 1,6 Millionen Euro ermittelt.

Wann fließen die ersten EU-Gelder?

Das wird voraussichtlich erst 2016 sein. Denn in den nächsten Monaten muss der Verein Dübener Heide den heißen Start der neuen EU-Phase vorbereiten. Im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens soll bis Mitte November ein Leader-Management gewonnen werden. Auch der Bereich Sachsen-Anhalt bekommt ein Leader-Management, das den Förderprozess in der Praxis umsetzt.

Die Dübener Heide ist eine zweigeteilte Förderregion. Was bedeutet das für die Entwicklung?

Die Heide wird trotzdem länderübergreifend entwickelt wie bisher. Kern-themen sind sowohl in Sachsen als auch Sachsen-Anhalt Wirtschaft und Beschäftigung, Naturpark- und Kulturlandschaftsentwicklung und die Siedlungs- und Beteiligungsentwicklung, also wie sich Leute für die Region engagieren können. Stichwort bürgerschaftliches Engagement.

Was haben diese Kernthemen mit der neuen EU-Förderphase zu tun?

Projekte müssen vom Grundsatz zu diesen Themen passen. Das Fördergeld bekommt also nicht jeder, der eine Idee hat und etwas machen will. Beste Aussichten hat, wer in den drei Bereichen investieren will. Konkret bedeutet das: Im Fokus der neuen EU-Förderphase stehen in der Naturparkregion unter anderem eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Heide als Naherholungs- und Gesundheitsregion. Priorität haben Investitionen in die Verkehrs- und Nahversorgungsinfrastruktur, Leerstandsmanagement von Gebäuden und die Förderung von Wohn- und Gewerbeansiedlungen sowie die Stärkung der Willkommenskultur für Menschen und Unternehmen, die sich ansiedeln wollen.

Wer kann alles von den EU-Geldern profitieren?

Privatleute, Unternehmen, Kommunen, Vereine und sonstige Institutionen, deren Vorhaben im Bereich der Förderkulisse Dübener Heide (Gemeinden, keine Städte) realisiert werden sollen. Wie hoch der Fördersatz für ein Vorhaben sein wird, ist unterschiedlich. Sie müssen jedoch für einen finanziellen Zuschuss Eigenmittel mitbringen. "Wir werden voraussichtlich im vierten Quartal 2015 detaillierte Informationen zum Antragsverfahren und zur Antragstellung von Fördermitteln für Projektträger bereitstellen können", sagt Naturparkleiter Thomas Klepel.

Wer entscheidet über die Förderung?

In Sachsen läuft das so: Die Lokale Aktionsgruppe, kurz LAG - das sind Vertreter von Kommunen, Verbänden und der Wirtschaft -, entscheiden zunächst, ob ein Förderprojekt passfähig ist. Der Antrag selbst wird vom Landratsamt Nordsachsen bearbeitet. Das Leader-Management unterstützt dabei Projektträger.

Was bringt die EU-Förderung der Dübener Heide

Allein in der letzten Förderphase sind in der Dübener Heide/Sachsen 277 investive Vorhaben mit einem finanziellen Volumen von 28,6 Millionen Euro, davon 16,3 Millionen Euro Fördermittel, realisiert worden. Junge Leute haben beispielsweise alte Bausubstanz für sich zum Leben entdeckt und diese modernisiert. Betriebe haben in bessere Produktionsbedingungen investiert, in den Dörfern sind neue Dienstleister und Service-Center an den Start gegangen. Gelder flossen zudem in den Straßen- und Wegebau. "Die nachhaltige Regionalentwicklung ist eine gesetzliche Kernaufgabe der Naturparks", sagt so Naturparkleiter Klepel. "Für uns gilt es, für die Menschen in der Dübener Heide eine wirtschaftliche und ökologische Verbesserung ihrer Lebensbedingungen mit Hilfe der Mittel aus der Europäischen Union zu erreichen. Diese Zielstellung steht unter dem Leitsatz 'Starke Heimat - Starkes Europa'."

www.leader-duebener-heide.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2015
Nico Fliegner

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