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Bad Düben Gellert-Preis vom Geist der Aufklärung getragen
Region Bad Düben Gellert-Preis vom Geist der Aufklärung getragen
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09:07 27.09.2010
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. „Die nach Christian Fürchtegott Gellert benannte Auszeichnung macht mich ganz besonders stolz, weil der Preis vom Geist der Aufklärung getragen wird, der zum besten unserer deutschen Geschichte gehört", bedankte sich der Magdeburger.

Die erste Deutsche Oper „Dafne", die auf Schloss Hartenfels in Torgau im Jahr 1627 ihre Auführung erlebte, führte über ihre Schöpfer Martin Opitz und Heinrich Schütz zur Zeit der Voraufklärung, die in Gellert eine wichtige Symbolfigur hat.

Seehafer: „Stellt man sich die Frage, warum das Gedankengut der Aufklärung noch heute aktuell ist, warum die Musik der Aufklärung von Mozarts Entführung aus dem Serail bis hin zur Neunten Sinfonie Beethovens den Rang eines Weltkulturerbes genießen, so ist dies mit dem Willen ihrer Schöpfer zu beantworten, eine ideale Welt zu schaffen." Reinhard Seehafer erhielt diesen Preis für zwei seiner Kompositionen, welche in unmittelbarem Zusammenhang zur Historie der Stadt Torgau stehen. Er hat einen entscheidenden Anteil an Akzeptanz von Kunst, Geschichte und heimatlicher Verbundenheit in der Region erreicht, lobten die Festredner.

Bad Düben. Lang anhaltender Applaus im Saal des Bad Dübener Heide Spa. Ein bewegter und überraschter Reinhard Seehafer nahm am Freitagabend den Gellert-Preis 2010 für Musik entgegen.

Im Jahr 2004 wurde im Hof von Schloss Hartenfels seine Oper „Die Hochzeit an der Elbe" uraufgeführt und vier Jahre später kam in der Torgauer Alltagskirche seine Rekonstruktion der ersten deutschen Oper „Dafne" auf die Bühne.

Seehafer sei ein unermüdlicher Vielarbeiter als Komponist, Dirigent und Pianist, lobte Laudatorin Elvira Dreßen, Leiterin der Kreismusikschule „Heinrich Schütz" Torgau. Der Preisträger besuchte von 1973 bis 1976 die Spezialschule für Musik in Halle, wo ihn die Laudatorin kennenlernte. Er war Klavierschüler und kam aus Barleben bei Magdeburg. „Unbeschreiblich begabt war er. Schon damals war klar, der ist anders, der kann mehr, der wird es weit bringen, er hat das, was man nicht mit Üben und Fleiß erlangen kann: man nennt es wohl Genialität", sagte Dreßen. 

Nach dem Spezialschulabschluss 1976 begann er ein Studium für Klavier und Dirigieren an der Leipziger Musikhochschule und beendete dieses in Weimar. Zwei seiner wichtigsten Lehrer waren Kurt Masur und Rolf Reuter. Bereits mit 23 Jahren debütierte Seehafer als Operndirigent an der Komischen Oper Berlin, 1989 wurde er Chefdirigent und künstlerischer Direktor am Theater Görlitz, 1992 ernannte ihn der Freistaat Sachsen zum Musikalischen Leiter des internationalen grenzüberschreitenden Kunst- und Kultur Projektes Europera, das er bis zur Gründung der Europaphilharmonie leitete. 

Das Preisgeld möchte er in sein Orchester investieren. Zudem will der 52-Jährige mit seinen Musikern auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. „Wir werden ab nächstem Jahr Orte auf der ganzen Welt aufsuchen, die vom Klimawandel bedroht sind. Die Welt muss genauer hingucken", so der Preisträger. Auftritte sind beispielsweise in Bangladesch und auf den Malediven geplant.

Frank Pfütze

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